Am Tag der Deutschen Einheit demonstrierten in Berlin rund 5800 Menschen für Frieden. Ein Aktionsbündnis aus Initiativen und Gewerkschaften hatte dazu aufgerufen.
Am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober, fand in Berlin eine Demonstration unter dem Motto für Frieden, demokratische Rechte und soziale Sicherheit statt. Ein Aktionsbündnis aus mehreren Initiativen, darunter auch Gewerkschaften, hatte zu der Kundgebung aufgerufen. Die Organisatoren sprachen von mehr als 20.000 Teilnehmern, während die Polizei am Nachmittag nur rund 5800 Demonstranten zählte.
Kritik an einseitiger Ausrichtung der Demo
Die Demonstration stand unter dem Titel Friedensdemonstration, doch Kritiker werfen den Teilnehmern vor, einseitig für die Interessen Russlands und anderer autoritärer Regime einzutreten. So soll im Palästina-Aktivisten-Block die Fahne des Iran geschwenkt worden sein, eines Regimes, das nach Angaben von Menschenrechtsgruppen in der Nacht vom 8. auf den 9. Januar 2026 Zehntausende friedliche Demonstranten getötet haben soll. Die Veranstalter und Redner gingen auf diese Vorwürfe nicht ein.
Redner äußern umstrittene Behauptungen
Eine Rednerin behauptete, Israel habe innerhalb eines Jahres neun Länder bombardiert, ohne die Vorgeschichte zu erwähnen. Sie sprach von einem Genozid in Gaza, eine Aussage, die von Historikern als Relativierung des Holocaust kritisiert wird. Zudem beklagte sie zwei Festnahmen auf der Demonstration wegen Meinungsäußerungen. Eine weitere Rednerin setzte diese Linie fort und erhob schwere Vorwürfe gegen israelische Ärzte, für die es bislang keine Belege gibt.
Forderungen nach Austritt aus der Nato
Viele Teilnehmer forderten einen Austritt Deutschlands aus der Nato und kritisierten die westliche Unterstützung für die Ukraine. Diese Position wird von politischen Beobachtern als problematisch eingestuft, da sie indirekt die russische Aggression unterstütze. Die Demonstration am Tag der Deutschen Einheit, einem Feiertag zur Erinnerung an die Wiedervereinigung, sorgte für kontroverse Reaktionen in Politik und Öffentlichkeit.
Polizei und Veranstalter mit unterschiedlichen Angaben
Die Polizei gab die Teilnehmerzahl mit etwa 5800 an, während die Organisatoren von über 20.000 sprachen. Diese Diskrepanz ist bei Demonstrationen nicht ungewöhnlich. Die Veranstaltung verlief nach Angaben der Behörden weitgehend störungsfrei, es kam lediglich zu zwei Festnahmen wegen mutmaßlicher Meinungsdelikte. Das Aktionsbündnis kündigte weitere Aktionen an.
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