Die Länder erlauben auch nach der kurzen Pause ganz unterschiedliche Zuschauerzahlen in der Fußball-Bundesliga. Die Ungleichbehandlung führt zu mächtig Unmut.
Auch die Landesregierung in Baden-Württemberg folgte mit einem Beschluss für bis zu 6.000 Fans in Stadien mit 2G-plus-Regel. Wiederholt kritisierten Sportfunktionäre zuvor, dass sich die politischen Entscheidungen an vielen Stellen von der Faktenlage abgekoppelt hätten.
Und dass es nicht um Logik, sondern um Symbolik geht. Doch zeigt das Fernsehbild ohnehin oft die Bereiche, in denen die Anhänger gar nicht mehr so sehr auf Abstand sitzen.Beim Bundesligaspiel Eintracht Frankfurt gegen Arminia Bielefeld versuchten am vergangenen Freitag die 1.000 Fans auf den unteren Blöcken der Gegengerade zwischen den riesigen Bannern der Eintracht-Legenden Jürgen Grabowski und Karl-Heinz Körbel, ihre Mannschaft anzufeuern. Um ein bisschen Leben in die Bude zu bringen, reicht ihre Zahl nicht. Dann müssten es jene 15.000 sein, die neuerdings das Land Sachsen-Anhalt für den Drittligisten 1. FC Magdeburg erlaubt. Eintracht-Trainer Oliver Glasner würde sich wie viele seiner Liga-Kollegen am liebsten eine 100-prozentige Auslastung wünschen. Den Österreicher stimmt es, dass er noch nicht ein einziges Spiel in einer ausverkauften Frankfurter Arena coachen durfte. Er habe sich die"93.000 Zuschauer in Dallas, wo das Stadion geschlossen ist, keine Masken. Da frage ich mich, warum es dort geht und hier nicht.Wie so oft geht es im Profifußball aber auch ums Geld. Gerade die zuschauerträchtigen Marken brauchen die Einnahmen durch die Ticketverkäufe, weil diese in den Budgets ab der Rückrunde eingespeist sind. So entgehen dem 1. FC Köln bei jedem Heimspiel ohne Zuschauer etwa 1,8 Millionen Euro."Es sagt uns ja keiner, dass es ab Frühjahr mit vollen Stadien weitergeht." In Köln haben die Dauerkarteninhaber offenbar in den ersten 18 Monaten der Corona-Pandemie bereits auf 8,6 Millionen Euro Erstattung verzichtet. Insgesamt soll der coronabedingte Umsatzverlust bei fast 85 Millionen liegen.Ähnliche Zahlen hat auch Eintracht Frankfurt bestätigt. Dort ist Axel Hellmann seit längerem ähnlich schlecht auf die Politik zu sprechen wie Wehrle. Der Vorstandssprecher hat gemeinsam mit Präsident Rüdiger Fritsch vom Zweitliga-Tabellenführer SV Darmstadt 98 und Geschäftsführer Björn Seipp vom Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar einen Brandbrief an Ministerpräsident Volker Bouffier geschrieben und eine Anpassung der Corona-Regeln gefordert. "Es kann nicht sein, dass für den professionellen Sport härtere Maßstäbe gelten als für andere gesellschaftlichen Bereiche. Wir fordern von Hessen ein Ausscheren aus dem bundeseinheitlichen Nichtstun."Widersprüche am 21. Spieltag Bleibt es in den kommenden Tagen bei diesen Einschränkungen, wird am 21. Spieltag ab dem 4. Februar überdeutlich, worüber sich die Bundesliga-Bosse aufregen. Im riesigen Berliner Olympiastadion dürfen am Freitagabend 3.000 Menschen beim Spiel gegen den VfL Bochum dabei sein, in Augsburg könnten am Sonntag schon mehr als doppelt so viele Fans die Partie gegen Union Berlin sehen. Der FC Bayern dürfte für das Spitzenspiel gegen RB Leipzig 10.000 Tickets loswerden. Borussia Dortmund hingegen, das bislang übrigens mit 33.517 Besuchern im Schnitt die Zuschauertabelle anführt, würde das Verfolgerduell am Sonntagnachmittag gegen Bayer Leverkusen vor vergleichsweise lächerlichen 750 Fans bestreiten.
Deutschland Neuesten Nachrichten, Deutschland Schlagzeilen
Similar News:Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
München: Milde für die Kleriker, Skepsis für die OpferZu milde zu den Klerikern, zu skeptisch zu den Opfern: Der Kirchenrichter Lorenz Wolf ist ein einflussreicher Mann in der Erzdiözese. Die Gutachter werfen ihm Fehler vor im Umgang mit Missbrauch. SZPlus
Weiterlesen »
Britney Spears: 'Die Übelkeit ist das Schlimmste' – Ist die Sängerin schwanger?Britney Spears genießt derzeit ihren Maui-Urlaub mit ihrem Liebsten, Sam Asghari. Der wird allerdings von zwei lästigen Sachen überschattet: den Paparazzi und ihrer ständigen Übelkeit. Ist die einstige Pop-Prinzessin etwa schwanger?
Weiterlesen »
Dior: 5 Dinge, die Sie über die neue Haute-Couture-Kollektion wissen solltenVon Inspirationen für Hochzeiten nach der Pandemie bis hin zu Couture-Tagesmode – wir zeigen Ihnen die wichtigsten Looks der Dior Haute-Couture-Kollektion für Frühjahr/Sommer 2022.
Weiterlesen »
(S+) Bugatti mit Geschwindigkeitsrekord auf der A2: Die irrwitzige Rekordfahrt des Tschechen - und die FolgenDie Highspeed-Fahrt eines tschechischen Bauunternehmers hat viele empört, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Denn obwohl es kein Tempolimit gibt, könnte die Raserei illegal gewesen sein – und welche Rolle spielte Bugatti?
Weiterlesen »
DAZN, Sky und Co: Wer zukünftig Fußball live sehen will, muss tief in die Tasche greifenDer Markt für Fußballrechte ist extrem zerstückelt: Sky, DAZN, Amazon Prime und RTL übertragen europäischen Spitzenfußball. Das hat seinen Preis
Weiterlesen »
Fußball-WM-Pläne in der Kritik: «Wir müssen die gesamte Welt miteinbeziehen»Mit Blick auf die Debatte um eine Fußball-WM im Zwei-Jahres-Rhythmus hat FIFA-Boss Gianni Infantino die Haltung Europas kritisiert.
Weiterlesen »
