„Für mich ist das keine Versklavung“: 80-Cent-Jobs für Asylbewerber umstritten

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„Für mich ist das keine Versklavung“: 80-Cent-Jobs für Asylbewerber umstritten
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Das Gesetz zu Bezahlkarten für Asylbewerber hat für Streit in der Koalition gesorgt. Nun stimmen die Grünen dem Plan zu. Wann genau die Bezahlkarte eingeführt werden soll, ist bislang noch nicht bekannt.

Die 80-Cent-Jobs für Asylbewerber sind auch im Landkreis München umstritten. Die einen sehen sie als Lethargie-Löser, die anderen als Diskriminierung. Landkreis München – Treppenhaus wischen, Wohnzimmer reinigen, Müllanlagen säubern.

Künftig dürfen die Asylbewerber in der Garchinger Sammelunterkunft all das machen – für 80 Cent in der Stunde. Der Helferkreis Asyl arbeitet mit einem Objektleiter zusammen. „Wir wollen die Hilfsarbeit wieder aufleben lassen“, sagt Vorsitzende Nicola Gerhardt. „Für mich ist das keine Versklavung.“ Das sehen nicht alle Helferkreise im Landkreis so. Die Diskussion über das geringfügige Arbeitsverhältnis für Geflüchtete ist groß.schneiden, Unterkünfte reinigen und Vereinsarbeit. Die Tätigkeiten sind auf maximal 20 Stunden pro Woche beschränkt. Der Mindestlohn beträgt 80 Cent pro Stunde. Das macht 64 Euro im Monat. Im Landkreis übernehmen Geflüchtete bisher die Reinigung in Gemeinschaftsunterkünften. Im Februar 2024 waren 19 Asylbewerber in solchen Arbeitsgelegenheiten beschäftigt, teilt das Landratsamt mit.Für Landrat Christoph Göbel ist Arbeit einer der „wichtigsten Integrationsfaktoren“. „Arbeit verschafft Tagesstruktur, unterstützt das Erlernen der deutschen Sprache und bringt Menschen miteinander in Kontakt.“ Im besten Fall öffne eine gemeinnützige Tätigkeit die Tür zu einem regulären Job. „Geflüchtete zu unterstützen, auf eigenen Beinen zu stehen und damit gleichzeitig den Sozialstaat zu entlasten, ist unser oberstes Ziel“, sagt Göbel. Der Landkreis habe in den Unterkünften mit gemeinnütziger Arbeit auf freiwilliger Basis gute Erfahrungen gemacht. Der Landrat ist gegen eine allgemeine Verpflichtung. „Ich bin optimistisch, dass wir bei weiteren Arbeitsgelegenheiten durch die Kommunen Interessierte finden, auch ohne Druck ausüben zu müssen.“ Der Großteil der Geflüchteten wolle arbeiten. „Arbeit verschafft Tagesstruktur“, sagt Landrat Christoph Göbel. Das könnte vor allem in den Containerunterkünften wie hier bei Neubiberg hilfreich sein. © Laura Forster In Garching hat der Helferkreis gute Erfahrungen mit den 80-Cent-Jobs gemacht. „Die Arbeit war begehrt, weil die Asylbewerber das Geld behalten durften“, sagt Gerhardt. Die Helfer besorgten Putzmaterial, kontrollierten die Reinigung und regelten die Entlohnung. Irgendwann konnte der Helferkreis die Verwaltung nicht mehr stemmen. Seit Februar kümmert sich jetzt ein Objektleiter um die Unterkunft.Entgegen mancher Kritik ist Gerhardt für die geringfügig entlohnte Arbeit. Die Entlohnung ähnle den Ein-Euro-Jobs für Bürgergeldempfänger. „Wir wollen die Menschen nicht knechten, aber wir müssen sie für die Arbeit motivieren.“ Wenn Flüchtlinge zu lange in den Unterkünften säßen, würden sie in Lethargie verfallen. Die Menschen bräuchten einen Alltagsrhythmus, der sich positiv auf das Miteinander auswirke. „Wir dürfen von diesen Menschen mehr fordern“, sagt die Vorsitzende. „Es ist eine kleine Gegenleistung, für die Sozialleistung, die sie erhalten.“-Ottobrunn. In den Gemeinden sind Asylbewerber in dezentralen Wohnhäusern untergebracht. Maurer sind keine 80-Cent-Jobs bekannt: „Bei uns ist das nicht möglich, weil der Verwaltungsaufwand zu hoch ist. Das wäre eine Belastung statt einer Entlastung.“ Stattdessen ermutige der Helferkreis die Geflüchteten, sich ehrenamtlich in Vereinen zu engagieren. „Es braucht keine 80-Cent-Jobs, um die Leute zu aktivieren“, widerspricht Maurer ihrer Kollegin aus Garching. Sie ist gegen eine Verpflichtung. „Wir im Helferkreis schauen uns die Einzelfälle an.“ Mütter beteiligen sich bei Schulfesten. Dolmetscher helfen bei der Integration der Landsleute., steht dem geringfügigen Arbeitsverhältnis gespalten gegenüber. „Ich finde die 80-Cent-Jobs diskriminierend und herabwürdigend.“ Die Koordinatorin sehe die Eigeninitiative. „Die Motivation ist definitiv da.“ Wichtiger seien Deutschkurse, sodass Geflüchtete bald im Arbeitsmarkt starten können. Vor Corona hat es in den Unterföhringer Unterkünften 80-Cent-Jobs gegeben. „Die Leute haben sich nicht um diese Jobs gerissen“, sagt Lange, die damit eine andere Wahrnehmung als in der Nachbarkommune Garching vertritt. Lediglich eine Frau erklärte sich nach der Pandemie bereit dazu. Doch Helferkreis und Behörde konnten sich nicht einigen. „Das Landratsamt meinte, das Ganze lohne sich nicht.“ Das Projekt ist eingeschlafen. Derzeit verteilt Lange jede Woche die Putzdienste in einer der Unterkünfte. Anders als Lange und Maurer fordert Gerhardt einen weiteren Aspekt, den auch der Landkreis angehen will: die Arbeit für öffentliche Träger. Sie erzählt von einem Asylbewerber aus Afghanistan. 40 Jahre alt, keine Schulbildung, keine Deutschkenntnisse. Für ihn sei ein Job in der Gartenarbeit perfekt, weil er einen Tagesablauf hätte und mit der deutschen Sprache in Berührung käme. Gerhardt bleibt dabei: „Die Menschen müssen raus aus ihrem Inaktivitätsmodus.“wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

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