Die G7-Staaten haben eine koordinierte Freigabe strategischer Ölreserven über die Internationale Energieagentur vereinbart, um die angespannten Energiemärkte zu entlasten.
Die G7-Staaten haben sich am Freitag auf eine koordinierte Freigabe strategischer Ölreserven über die Internationale Energieagentur (IEA) geeinigt, um die angespannten Energiemärkte zu entlasten. Die Freigabe soll unverzüglich anlaufen und über einen Zeitraum von vier Monaten erfolgen. Zudem ist eine vorgezogene, erhebliche Freigabe von Diesel innerhalb der ersten 20 Tage durch die G7-Mitglieder und ihre Partner geplant.
Hintergrund der G7-Entscheidung
Zuvor hatten sich die G7 in einer Videoschalte beraten. In einer gemeinsamen Erklärung sprachen sie von einer beispiellosen Volatilität auf den Ölmärkten. Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte, die G7-Staaten hätten vereinbart, ihre Maßnahmen weiter abzustimmen. Zu der Gruppe gehören neben Frankreich die USA, Deutschland, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan.
US-Präsident Donald Trump schrieb am Freitag in seinem Onlinedienst Truth Social, Europa habe soeben zugestimmt, eine gewaltige Menge seiner umfangreichen Dieselöl-Reserven freizugeben.
Rolle der Internationalen Energieagentur
Die grundsätzliche Entscheidung über eine Freigabe von Reserven liegt bei der IEA mit ihren 32 Mitgliedsländern. Die IEA hatte zuletzt im März als Reaktion auf den Iran-Krieg eine Freigabe aus strategischen Ölreserven beschlossen. Wegen der weltweit steigenden Preise, vor allem für Diesel, kam die Frage erneut auf.
US-Finanzminister Scott Bessent schrieb am Donnerstag auf der Plattform X, Europa solle zusätzliche Liefermengen unverzüglich bereitstellen. Außerdem werde man in den kommenden Tagen im Rahmen der IEA zusammenkommen, um die Möglichkeit zusätzlicher Diesel-Freigaben zu erörtern.
Weitere Maßnahmen und Appelle der G7
In ihrer Erklärung bekräftigten die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten ihre Verpflichtung, auf Exportbeschränkungen für Energie und Energieträger untereinander zu verzichten. Sie riefen zudem alle Produzenten auf, zur Stabilität der Märkte beizutragen. Dies gilt als Signal an die USA, die zuvor entsprechende Maßnahmen ergriffen hatten.
Die G7 forderten die IEA auf, die sofortige und vollständige Umsetzung der im März vereinbarten Verpflichtungen zu überwachen. Zudem wollen die G7-Staaten die Wartungspläne ihrer Raffinerien untereinander abstimmen. Die Staats- und Regierungschefs verurteilten in der Erklärung erneut die Angriffe des Iran auf seine Nachbarstaaten und bekräftigten ihr Festhalten an den Sanktionen gegen Russland.
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