G7-Staaten wollen 100 Millionen Barrel Öl aus Reserven freigeben

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Emmanuel Macron reagiert auf Drohungen aus den USA und macht den EU-Kollegen sowie der G7 einen Vorschlag, zusätzliche Dieselreserven freizugeben. Die Bundesregierung steht dem Vorstoß allerdings zurückhaltend gegenüber.

G7-Staaten wollen 100 Millionen Barrel Öl aus Reserven freigeben Die G7-Staaten haben auf Druck der US-Regierung ab sofort und über vier Monate 100 Mill. Barrel Rohöl freigegeben.

Das teilte die Gruppe schriftlich mit: Beschlossen wurde das Volumen bereits im März. Außerdem wird in der EU diskutiert, angesichts der hohen Spritpreise die Dieselreserven anzuzapfen. Macrons Initiative sieht laut einem Insider vor, dass die europäischen Staaten 50 Mill. Barrel Diesel freigeben.

Zudem sollen die Mitglieder der Internationalen Energieagentur 50 Mill. Barrel Rohöl auf den Markt bringen. Die Bundesregierung steht dem Vorstoß allerdings zurückhaltend gegenüber. Schon im März habe die Freigabe eines Teils der Reserve die Marktpreise nur kurzfristig senken können, hieß es in Regierungskreisen.

Man wolle die Märkte nicht unnötig verunsichern. Eine Vereinbarung über die Freigabe der Diesel-Bestände soll dem Insider zufolge jedoch an eine Bedingung geknüpft werden: Die USA müssten sich verpflichten, auf ein einseitiges Exportverbot für Diesel zu verzichten.

„Wir sehen die Vereinigten Staaten weiterhin als einen verlässlichen Partner, auch in Bezug auf Kraftstofflieferungen“, sagte ein Regierungssprecher in Berlin mit Blick auf die US-Drohungen. Reuters hatte am Donnerstag berichtet, dass die US-Regierung von Präsident Donald Trump Frankreich und Deutschland mit Diesel-Exportbeschränkungen gedroht habe, sollten die beiden Länder keine Kraftstoffe aus ihren strategischen Reserven freigeben. Dem Insider zufolge fordern die USA von großen europäischen Staaten die Freigabe von 100 Mill. Barrel Diesel innerhalb von 20 Tagen.

Die EU dringt angesichts der knappen Bestände und kräftigen Preissprünge auf ein gemeinsames Vorgehen mit Washington. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic sagte am Rande des G20-Handelsministertreffens am Donnerstag, er habe sich mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer über die Lage ausgetauscht. Europa wünsche sich ein koordiniertes Handeln, um die Preise zu senken und die Versorgung auf beiden Seiten des Atlantiks zu sichern. In Berlin wurde vor zu hohen Erwartungen gewarnt.

„Der Grund für die hohen Kraftstoffpreise liegt zuvorderst an der Lage im Nahen Osten und der damit zusammenhängenden Verknappung des Angebots. Es gilt jetzt, die Märkte nicht weiter zu verunsichern“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille. Wichtig sei vor allem, dass man geeint vorgehe. US-Energieminister Chris Wright äußerte sich optimistisch.

Er glaube, dass es bald positive Nachrichten geben werde. Europa könne durch die Freigabe von Diesel aus seinen Reserven helfen, und er sei sehr zuversichtlich, dass dies geschehen werde. Trump und seine Regierung prüfen derzeit Optionen, um die Kraftstoffkosten vor den US-Zwischenwahlen im November zu senken. Die stark gestiegenen Dieselpreise sind für Trumps Republikaner zu einem politischen Problem geworden, insbesondere in den landwirtschaftlich geprägten Bundesstaaten, in denen der Kraftstoff für die Bauern, den Lkw-Verkehr und das verarbeitende Gewerbe unverzichtbar ist.

Die EU zögert hingegen mit Verweis auf ihre begrenzten Notvorräte – und weil einige Regierungen darauf verweisen, dass Trump selbst mit seinem Angriff auf den Iran die Verwerfungen an den Energiemärkten ausgelöst habe. Die Notvorräte in der EU könnten bei einer weiteren Verschärfung geopolitischer Konflikte wie dem Iran-Krieg dringend benötigt werden.

Der Iran hat im Zuge der Angriffe der USA und Israels die für die globale Ölversorgung wichtige Straße von Hormus weitgehend blockiert und lässt seit Monaten nur wenige Schiffe die Meerenge am Persischen Golf passieren. Dies hat weltweit die Öl- und Gaspreise nach oben getrieben und damit auch die Spritpreise massiv verteuert. Russland hat zudem sein Exportverbot für Diesel wegen der Folgen der ukrainischen Drohnenangriffe auf Raffinerien bis Ende Oktober verlängert.

Chinesische Raffinerien setzten Insidern zufolge ihre Kraftstoffexporte für Oktober aus, um die heimischen Bestände zu sichern. Deutsche Raffinerien arbeiten nach Angaben des Wirtschaftsministeriums an ihren Kapazitätsgrenzen. Die aus 32 Mitgliedstaaten bestehende IEA hatte im März als Reaktion auf die kriegsbedingten Lieferausfälle eine koordinierte Freigabe von 400 Mill. Barrel aus den strategischen Ölreserven beschlossen – die bislang umfangreichste Maßnahme dieser Art in der Geschichte der Organisation.

Die Hoffnung auf neue KI-Anwendungen treibt Nvidia an der Wall Street weiter nach oben. Rückkäufe und Analystenvertrauen stützen den Kurs – der bald zu einer Marktkapitalisierung von 6 Bill. Dollar führen könnte. In Reaktion auf die Details einer Kapitalerhöhung ist die Lenzing-Aktie weiter eingebrochen.

Der Dax ist wieder klar über die Marke von 25.000 Punkten geklettert. Eine aus dem Ruder laufende Inflation und die ungebremste Schuldenaufnahmen der Regierungen dürften die Renditen von Staatsanleihen weiter in die Höhe treiben. Am europäischen Aktienmarkt sind die Perspektiven ebenfalls nicht rosig. Vor den US-Arbeitsmarktdaten greifen Anleger wieder bei Aktien zu: Der Dax steigt zurück über 25.000 Punkte, während KI-Werte besonders gefragt sind.

Sinkende Ölpreise und die Schwäche von Nike prägen zudem das Marktgeschehen. Ein Manipulationsskandal erschüttert die Börse Istanbul: Festnahmen, eingefrorene Vermögen, 131 liquidierte Fonds, hunderttausende betroffene Kleinanleger. Drei Experten ordnen ein, wie tief die Krise wirklich reicht – und wie wahrscheinlich eine Rückstufung der Türkei zum Frontier Market noch in diesem Jahr ist. Der Dax startet trotz Zinssorgen am Ende der Woche im Plus.

Die US-Aktienmärkte haben sich erholt. Doch die Anleger warten gespannt auf den US-Arbeitsmarktbericht.

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