Galeria steht vor der vierten Insolvenz seit 2020. Sechs Berliner Filialen könnten schließen. Kunden in Berlin zeigen sich besorgt über den Verlust der Kaufhäuser.
Die Zukunft von Galeria in Berlin ist ungewiss. Nach den Insolvenz anträgen in den Jahren 2020, 2022 und 2024 droht nun der vierte Insolvenz antrag, der auch die sechs Berlin er Filialen von Spandau bis zum Alexanderplatz betreffen könnte. Für viele Berlin erinnen und Berlin er wäre eine Schließung ein großer Einschnitt in ihre Shopping-Gewohnheiten.
Kunden schätzen die soziale Funktion
Für Susann aus Friedrichshain wäre eine Schließung der Kaufhäuser furchtbar. Sie kommt regelmäßig zum Shoppen und nimmt dafür auch weitere Wege in Kauf. Sie sagt, dass sie die Unbequemlichkeiten gerne auf sich nehme, weil sie im Kaufhaus vieles bekomme, was Online-Shopping nicht bieten könne, zum Beispiel eine ausführliche Beratung und den Kontakt zu Mitmenschen. Es sei auch ein sozialer Ort, weil viele Leute reinkommen und es nicht so exklusiv sei.
Auch Thomas Paubel aus Mitte treibt eine Sache alle drei bis vier Wochen ins Kaufhaus. Zwischen den Kofferbergen und den Schaufensterpuppen mit der neuesten Herbst-Kollektion kann er sich ein bisschen entspannen. Er hört die Musik, läuft durch die Gänge und lernt nette Leute kennen. Wenn all das durch eine Schließung wegfallen würde, würde er das vermissen.
Kaufhaus-Erlebnis als sozialer Treffpunkt
Für viele, die herkommen, scheint das Einkaufen nur ein Teilaspekt des Erlebnisses Kaufhaus zu sein. Sowohl an den Kleiderstangen als auch an den Haushaltsregalen stehen zumeist Familien, Paare und Freundinnen und Freunde, die sich über T-Shirts oder Töpfe austauschen oder einfach nur quatschen. Auch Amin aus Mitte ist mit Freunden hier. Er schätzt den sozialen Aspekt: Es tue gut, die Leute zu sehen, erklärt er. Zwar kauft er viele Dinge auch online ein, aber dort gebe es keine Möglichkeit, die Sachen anzuprobieren. Vor allem bei seiner Sportkleidung vertraut der Hobby-Läufer auf die bewährte Methode Anfassen und Anprobieren.
Doch nicht alle, die heute bei Galeria shoppen sind, sind passionierte Kaufhaus-Gänger. Sebastian ist extra aus dem brandenburgischen Neu-Reichenwalde angereist, allerdings ist es sein erstes Mal seit acht Jahren. Er sagt, dass er eigentlich gar nicht gerne im Einkaufszentrum einkaufe, aber nicht wisse, welche Größe er habe, weil er viel abgenommen habe. Sobald das geklärt sei, bestelle er wieder im Internet.
Online-Shopping und Stadtbild im Fokus
Ähnlich ist auch Carlos de Vilas Handhabe. Ein Gang ins Kaufhaus ist für ihn nicht gleichbedeutend mit einem Kauf. Manchmal sucht er hier eine Marke oder etwas, das ihm gefällt, und dann kann er leider im Internet gucken, ob es ein bisschen billiger ist. Nur noch online einzukaufen, kann aber auch er sich nicht vorstellen, denn es sei auch ganz wichtig für das Stadtbild, dass solche Einkaufszentren weiter bestehen.
Ob das auch bei Galeria der Fall sein wird, wird sich zeigen. Die sechs Berliner Filialen von Spandau bis zum Alexanderplatz stehen auf dem Spiel. Die Insolvenz wäre nicht die erste, die die Hauptstadt trifft, und ein weiterer Verlust von Kaufhäusern würde das Einkaufsverhalten vieler Berlinerinnen und Berliner nachhaltig verändern.
Rubbel die nächste Story frei
Galeria Berlin Insolvenz Alexanderplatz Spandau Kaufhäuser Einzelhandel
Deutschland Neuesten Nachrichten, Deutschland Schlagzeilen
Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Warenhäuser: Galeria beantragt zum vierten Mal InsolvenzBei dem Händler sind in den vergangenen Monaten die Umsätze nach Handelsblatt-Informationen massiv eingebrochen. Ein 160 Millionen Euro schwerer Kredit soll weitgehend aufgebraucht sein.
Weiterlesen »
Galeria beantragt Insolvenz und will sich sanierenDie Warenhauskette Galeria hat zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen hofft, durch den Antrag den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und eine nachhaltige Zukunft zu schaffen. Die Zukunft von 83 Filialen und 12.000 Arbeitsplätzen ist jedoch ungewiss.
Weiterlesen »
Galeria Kaufhof meldet Insolvenz an: Vierter Pleite-Versuch in 6 JahrenDie deutsche Warenhauskette Galeria Kaufhof hat erneut Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen leidet unter massiven Umsatzeinbrüchen und einer leeren Kasse. In den letzten Monaten sank der Umsatz im Schnitt um 15 Prozent. Jetzt drohen wieder Filialschließungen und Stellenabbau. Die Zukunft des Konzerns ist ungewiss, da der Eigentümer nicht bereit ist, weiteres Geld zu investieren.
Weiterlesen »
Galeria: Warenhauskette beantragt zum vierten Mal InsolvenzBei Galeria sind in den vergangenen Monaten die Umsätze nach Handelsblatt-Informationen massiv eingebrochen. Ein 160 Millionen Euro schwerer Kredit soll weitgehend aufgebraucht sein.
Weiterlesen »
