GDL-Bahnstreik: Einigung mit der Deutschen Bahn nicht in Sicht – drohen Ausfälle bis kurz vor Weihnachten?

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Die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) ist unzufrieden mit den Tarifverhandlungen und setzt gleich auf einen langen Streik. Eine Einigung mit der Deutschen Bahn ist nicht in Sicht. Streik Bahnstreik GDL

Die Gewerkschaft der Lokomotivführer ist unzufrieden mit den Tarifverhandlungen und setzt gleich auf einen langen Streik. Eine Einigung mit der Deutschen Bahn ist nicht in Sicht.aufgerufen: Dieser läuft von Mittwochabend, 22 Uhr bis Donnerstagabend, 18 Uhr.

Und in Berlin geht die Verkehrsinformationszentrale bei der S-Bahn von massiven Beeinträchtigungen aus. Die gute Nachricht lautet: In Berlin ist die BVG von dem Streik nicht betroffen. Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen fahren. „Die GDL ruft Lokomotivführer, Zugbegleiter, Werkstattmitarbeiter und Disponenten in allen Unternehmen sowie zusätzlich Fahrdienstleister und weitere Berufsgruppen bei DB Netz zum Streik auf“, heißt es in einer Mitteilung. Nach Angaben der Bahn wird während des Streiks im Fernverkehr ein Notfahrplan angeboten. Für diese Fahrten setzt die DB längere Züge mit mehr Sitzplätzen ein, um möglichst viele Menschen an ihr Ziel zu bringen. „Dennoch kann eine Mitfahrt nicht garantiert werden“, heißt es. Auch im Regionalverkehr will die DB ein reduziertes Angebot an Fahrten bereitstellen. Fahrgäste, die vom Streik betroffen sind, können ihre Fahrkarten auch zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Die Bindung an bestimmte Züge ist aufgehoben, und Sitzplatzbuchungen können kostenlos storniert werden.Umstritten ist vor allem, dass ohne einen kurzen Warnstreik gleich ein Fast-24-Stunden-Ausstand angesetzt wird. „Das ist eine Zumutung für die Bahnreisenden. Dieser Streik ist völlig unnötig“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler. Am Donnerstag und Freitag sind weitere Verhandlungen vorgesehen, sagte Seiler, ob diese auch stattfinden werden, bleibt derzeit offen. Unklar ist auch, wie lange die Streiks anhalten werden; doch Weihnachten soll laut GDL-Chef Claus Weselsky ruhig verlaufen. „Die GDL hat noch nie über Weihnachten gestreikt und wird es auch dieses Jahr nicht tun. Die Weihnachtszeit ist eine friedliche – und das wird sie auch bleiben“, sagte Weselsky der Leipziger Volkszeitung.Seit Februar steckt die Bahn in Tarifverhandlungen. Mit der Konkurrenzgewerkschaft EVG hatte sich der Konzern Ende August nach sechs Monaten Verhandlungen und mehreren Streiks geeinigt. Nun läuft der Konflikt mit der GDL. Bei der ersten Verhandlungsrunde legte die Bahn ein Angebot vor: eine elfprozentige Lohnerhöhung bei einer Laufzeit von 32 Monaten und eine Inflationsausgleichsprämie von 2850 Euro. Das reicht der GDL nicht: „Der Arbeitgeber war nicht bereit, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen.“ Die GDL stellt diverse Forderungen, darunter eine generelle Lohnerhöhung von 555 Euro sowie eine 25-prozentige Steigerung der Zulagen, vor allem aber eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden mit vollem Lohnausgleich, des Weiteren eine Inflationsausgleichsprämie von 3000 Euro für Voll- und Teilzeitbeschäftigte sowie 1500 Euro für Auszubildende. Die Ausbildungsvergütung soll um mindestens 324 Euro erhöht werden und branchenweit angeglichen werden. Zusätzlich werden weitere Forderungen aufgestellt, darunter eine Anhebung des Arbeitgeberanteils der betrieblichen Altersvorsorge auf fünf Prozent. Der geplante Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.angedeutet, dass die Gewerkschaft eine schrittweise Arbeitszeitreduzierung akzeptiert hätte. Diese hält die Deutsche Bahn jedoch grundsätzlich für nicht realisierbar. Bei der Bahn heißt es: Die 35 Forderungen der Gewerkschaft würden die Personalkosten der Bahn um 50 Prozent steigern. Mit diesem Streik will die Gewerkschaft nun noch mehr Druck auf die nächsten Verhandlungsrunden aufbauen. Dafür erhält die Gewerkschaft politische Unterstützung zum Beispiel von der Linken. „Dass die GDL schon jetzt streikt, zeigt auch, wie empört die Mitarbeiter über das öffentliche Abwatschen wichtiger Kernforderungen sind“, sagte die Vize-Parteichefin Jana Seppelt der Berliner Zeitung. „Während sich der Bahnvorstand angesichts seiner hohen Bezüge entspannt zurücklehnen kann, predigt man den Beschäftigten, sie sollen sich trotz Inflation zurückhalten.“-Politikerin. „Ich fordere den Bahnvorstand deshalb auf, mit einem guten Angebot in die nächste Verhandlungsrunde zu gehen, damit nicht wieder alle Räder stillstehen.“ Es brauche zudem klare Perspektiven für die von der GDL geforderte Entlastung der Mitarbeiter. „Spätestens jetzt sollte der Bahnvorstand eine Ausbildungsoffensive für Lokführer starten.“ Wirtschaftsvertreter in Berlin-Brandenburg zeigen hingegen kein Verständnis für den Streik. „Völlig unnötigerweise eskalieren die Lokführer den Tarifkonflikt gleich von Anfang an“, sagt Andreas Schulz von den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg . Dies gehe zulasten der Beschäftigten, die besonders viel pendeln. Den Schaden hätten am Ende Unternehmen in nahezu allen Branchen. Schulz sagt: „Die GDL ist aufgerufen, in Zukunft deutlich mehr gesamtwirtschaftliche Verantwortung an den Tag zu legen.“

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