Geburtenrate weltweit sinkt: Baby-Krise erreicht Schwellenländer

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Geburtenrate weltweit sinkt: Baby-Krise erreicht Schwellenländer
Geburtenrate, Deutschland, Thailand

Die Geburtenrate sinkt weltweit und liegt in über zwei Dritteln der Länder unter 2,1 Kindern pro Frau. Auch Schwellenländer wie Thailand und Mexiko sind betroffen.

Die Geburtenrate sinkt weltweit und hat nach Einschätzung von Fachleuten eine neue Dimension erreicht. In Deutschland lag sie im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 1,3 Kindern pro Frau und damit so niedrig wie seit 1946 nicht mehr. Laut einer Analyse der Financial Times liegt die Geburtenrate mittlerweile in mehr als zwei Dritteln der 195 Länder der Welt unter dem Wert, der für den Erhalt einer Bevölkerung nötig wäre.

Weltweiter Rückgang der Geburtenraten

Für eine stabile Bevölkerung wären etwa 2,1 Kinder pro Frau erforderlich. Dieser Wert wird inzwischen in der Mehrheit der Staaten unterschritten. Besonders drastisch ist die Entwicklung in Thailand: Das Land kam zuletzt nur noch auf 0,78 Kinder pro Frau. Bei dieser Rate wäre das Land binnen 100 Jahren nahezu ausgestorben.

Auch in Mexiko hat sich die Geburtenrate in 25 Jahren halbiert. Im Jahr 2024 lag sie nur noch bei 1,2 Kindern je Frau. In afrikanischen Metropolen sind die Geburtenraten zuletzt ebenfalls stark gesunken.

Folgen für Deutschland und die Sozialsysteme

Deutschland verliert bereits jetzt jedes Jahr Hunderttausende Menschen im erwerbsfähigen Alter. Die niedrige Geburtenrate setzt die Renten- und Sozialsysteme zunehmend unter Druck, weil immer weniger Junge für immer mehr Ältere aufkommen müssen.

Eine niedrige Geburtenrate bedeutet langfristig eine schrumpfende und alternde Bevölkerung. In Deutschland verschärft sich die Lage, weil die geburtenstarken Jahrgänge nach und nach aus dem Erwerbsleben ausscheiden.

Ökonom warnt vor Bevölkerungsrückgang

Der Ökonom Jesús Fernández-Villaverde (54) warnt in der FAZ vor den Folgen. Der Bevölkerungsrückgang sei keine vorübergehende Korrektur, sondern könnte sich über Generationen fortsetzen. Sein Fazit lautet, es sei nicht der Weg von acht Milliarden auf sechs Milliarden, sondern der Weg von acht Milliarden auf null. Er rechnet mit einem Bevölkerungs-Höhepunkt in den 2050er-Jahren.

Viele Länder altern dabei, bevor sie reich geworden sind. Staaten wie Mexiko oder Thailand müssen die Kosten einer alternden Gesellschaft stemmen, ohne den Wohlstand aufgebaut zu haben, der etwa in Westeuropa über Jahrzehnte entstanden ist.

Wirtschaftskrisen und Wohnungsnot als Bremsen

Auch Wirtschaftskrisen und Wohnungsnot könnten die Geburtenraten drücken. In vielen Metropolen sind die Mieten und Immobilienpreise stark gestiegen, während Einkommen und soziale Sicherung kaum mitgehalten haben.

Bemerkenswert ist, dass Israel mit 2,88 Kindern pro Frau weit vor allen anderen westlichen Industrienationen liegt. Die Gründe dafür sind vielfältig und werden in der Forschung auf kulturelle, religiöse und soziale Faktoren zurückgeführt.

Die weltweite Entwicklung stellt Regierungen vor die Aufgabe, soziale Sicherungssysteme anzupassen und wirtschaftliche Perspektiven für jüngere Generationen zu schaffen. Ohne eine Trendwende bei den Geburtenraten dürften die Herausforderungen für den Arbeitsmarkt und die öffentlichen Haushalte weiter wachsen.

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