In Malaysia erwartet die Formel 1 extreme Hitze - George Russell fährt trotzdem ohne Kühlweste, weil Mercedes die Ressourcen anderweitig einsetzt
In Malaysia erwartet die Formel 1 extreme Hitze - George Russell fährt trotzdem ohne Kühlweste, weil Mercedes die Ressourcen anderweitig einsetztMercedes hat sich bewusst gegen die weitere Entwicklung der Kühlung der Piloten entschieden, um die verfügbaren finanziellen Ressourcen besser nutzen zu können.
Die Entwicklung des Kühlsystems wird nämlich zur Budgetobergrenze dazugerechnet. Bei Mercedes wurde die Priorität auf die Performance des Autos gelegt. Russell hält die aktuelle Art der Finanzierung der Entwicklung der Kühlwesten für problematisch. Die Kühlweste sollte seiner Ansicht nach grundsätzlich allen Fahrern zur Verfügung stehen und nicht unter die Budgetobergrenze fallen.
"Wir werden die Kühlweste nicht einsetzen, weil wir nicht die Ressourcen dafür aufgebracht haben, sie robust genug zu machen", erklärt der Mercedes-Pilot. Der Brite sieht deshalb die FIA gefordert, eine Lösung außerhalb der normalen Entwicklungsausgaben der Teams zu ermöglichen.
"Ich denke, die FIA muss einfach eingreifen und sagen: 'Hier ist zusätzliches Geld innerhalb der Budgetobergrenze', oder es gibt ein externes Unternehmen, das sie für alle entwickelt, und man stellt einfach das Geld dafür bereit. Denn eigentlich sollten wir sie alle tragen", so Russell. Die Problematik ergibt sich daraus, dass nicht nur die Weste selbst benötigt wird. Sondern die Teams auch ein eigenes System entwickeln müssen, das die darin zirkulierende Flüssigkeit auch ausreichend kühl hält.
Genau diese Entwicklung muss aus dem jeweiligen Budget finanziert werden. Wie groß die Belastung am Sonntag werden könnte, zeigte sich bereits am Freitag. Die Lufttemperatur lag in Sepang bei mehr als 33 Grad Celsius, während die Streckentemperatur rund 60 Grad erreichte. Gleichzeitig herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit.
Die FIA hat den Grand Prix in Sepang deshalb als Hitzebelastungs-Rennen eingestuft. Für die Fahrer bedeutet das, dass sie grundsätzlich auf das standardisierte Kühlsystem zurückgreifen können. Wer darauf verzichtet, muss als Ausgleich fünf Kilogramm zusätzliches Gewicht im Auto mitführen, damit ausgeglichene Wettbewerbsvoraussetzungen gegeben sind. Der Einsatz der Kühlweste bringt allerdings nicht nur Vorteile.
Funktioniert das Kühlsystem nicht ausreichend, erwärmt sich die Flüssigkeit in den Leitungen und hat somit den gegenteiligen Effekt auf den Piloten. Deshalb gilt es für Sonntag genau abzuwägen, welches Risiko man damit eingehen möchte. Russell weiß, welche körperlichen Auswirkungen hohe Temperaturen während eines Rennens haben können. Beim Grand Prix von Singapur 2024 verlor der Mercedes-Pilot vier Kilogramm Körpergewicht.
Nach dem Rennen hyperventilierte er in einem Eisbad, seine Körpertemperatur hatte während des Rennens gefährliche 42 Grad Celsius erreicht. In Singapur wird der Grand Prix deshalb bei Nacht ausgetragen, was die wetterbedingte Belastung zumindest reduzieren soll. In Malaysia fällt diese Möglichkeit weg: Der Start erfolgt am Sonntag bereits um 15 Uhr Ortszeit. Russell hätte unter diesen Voraussetzungen gerne auf die Kühlweste zurückgegriffen:"Wenn sie funktioniert, funktioniert sie großartig.
Deshalb würde ich diese Woche gerne eine tragen und nächste Woche auch. Aber das Team hat mich gefragt ... wir können sie entwickeln und Geld dafür investieren, aber dann geht es auf Kosten der Performance.
"Beiden Mercedes-Piloten werden beim Grand Prix am Sonntag ohne dem Kühlsystem auskommen müssen. Mercedes hat stattdessen versucht, die Temperaturen im Cockpit auf anderem Weg zu reduzieren. Nach Angaben von Russell wurden Öffnungen, die zu den Kühlern des Autos führen, isoliert. Ferrari und McLaren haben sich für einen anderen Weg entschieden.
Russell zufolge werden die beide Teams die Kühlwesten beim Bahrain-Grand-Prix einsetzen. Wie sich Red Bull entschieden hat, ist momentan noch unklar. Bekannt ist allerdings, dass
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