Der Krieg der M23-Rebellen in der Demokratischen Republik Kongo führt zu Unruhen. In Goma versuchen Demonstranten, die Grenze zu Ruanda zu stürmen. Ein Text von schlindweinsim
Am Schlagbaum zwischen Goma und Gisenyi hält Kongos Polizei Demonstranten auf Foto: Moses Sawasawa/Ap
Bei einer Kundgebung in der Provinzhauptstadt Goma in Nord-Kivu, direkt an der Grenze zu Ruanda, wetzt ein Mann vor laufender Handy-Kamera zwei Macheten: „Genug ist genug!“, schreit er. Am Montag gelang es den M23-Kämpfern von Tutsi-General Sultani Makenga zum wiederholten Mal, die strategisch und wirtschaftlich wichtige Grenzstadt Bunagana an der Grenze zu Uganda rund hundert Kilometer nördlich von Goma einzunehmen. Die Armeesoldaten dort flohen ins Nachbarland Uganda. Am Donnerstag begann die Armee nach eigenen Angaben mit einer Offensive, um Bunagana zurückzuerobern, es wurden schwere Kämpfe gemeldet.
Daraufhin bewegte sich die aufgebrachte Menschenmenge auf die beiden Grenzstationen zu Ruanda zu. Am Schlagbaum wurden die Protestler von kongolesischen Polizisten gestoppt. Steine flogen in Richtung Ruanda, Hassrufe waren zu hören. Kongos Polizei setzte Tränengas ein. Ruandische Polizisten in Schutzkleidung beobachteten die Lage von jenseits des Schlagbaums.
Die M23 erklärt wiederum gegenüber der taz, man habe Bunagana nur „aus Versehen“ besetzt, als die Armee überraschend geflohen sei. Unterstützung von außen gebe es „auf keinen Fall“. Die M23-Kämpfer hätten sich lediglich neue Uniformen besorgt, die denen der Nachbarländer ähnlich sähen. M23-Präsident Bertrand Bisimwa gibt im Telefonat mit der taz zu: „Wir haben sehr viele Verletzte, und unsere Truppen sind sehr erschöpft“.
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