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In Berlin und Frankfurt prügeln sich Jugendliche, die von Influencern aufgestachelt worden waren. Die Vorfälle hängen nicht zusammen, verdeutlichen aber ein Problem: Wie soll die Polizei mit solchen Aufrufen umgehen?

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen folgten offenbar einem Aufruf in sozialen Medien. Dann sollen 50 von ihnen aufeinander losgegangen sein. Die Hintergründe sind unklar.Dass sich dies nun zwei Mal geändert hat, liegt auch an der Vorgeschichte der beiden Vorfälle.

In Berlin sollen zwei verfeindete Musiker in sozialen Medien zur Gewalt aufgerufen haben. In Frankfurt waren es Internet-Comedians. Kaan Yavuzyasar, 21, hat auf Youtube mehr als 300 000 Abonnenten, auf Instagram 120 000. Vergangene Woche veröffentlichte er ein Video, in dem er den Frankfurter Comedian Mohamed Satiane zum Kampf"Eins gegen Eins" herausfordert. Ein Freund Satianes soll Yavuzyasar zuvor ein rohes Ei auf den Kopf gehauen haben. Am Samstag kündigte Yavuzyasar, eigentlich aus Nordrhein-Westfalen, ein"Fantreffen" in Frankfurt an. "Man hat bei solchen Massenveranstaltungen immer auch Menschen dabei, die über das Ziel hinaus schießen", sagt Polizeigewerkschafter Grün. Er sehe keine Patentlösung, um das künftig zu verhindern."Wir sind natürlich in den sozialen Medien vertreten, aber speziell beobachten, welcher Influencer seine Fans wo hinbestellt, können wir nicht." Grüns Berliner Kollege Jendro stimmt ihm zu:"Das scheitert am Personal, wir haben nicht genügend Cybercops." Zumal diese andere Delikte wie Kindesmissbrauch bearbeiten müssten. Am Alexanderplatz habe die Polizei Glück gehabt, dass sich die Jugendlichen an einem so zentralen Ort verabredet hatten."Hätten sie sich in einem Hinterhof prügeln wollen, hätten wir das kaum mitbekommen", sagt Jendro. Dass sie genau das nicht taten, stuft er aber auch als kalkuliertes Risiko ein:"Die Klickzahlen der Verantwortlichen werden sicher steigen." Versammlungsaufrufe, die potenziell eskalieren, aber nicht verboten werden können. Alles nur, um Aufmerksamkeit zu generieren. Mögliche Straftaten und Verletzungen für mehr Likes, für mehr Abonnenten. Ein Phänomen, das nicht nur für die Polizei neu ist. Diese sei darauf angewiesen, dass sie Hinweise aus der Bevölkerung bekommt, sagt Jendro. Wie in Berlin-Köpenick am Wochenende, wo die Beamten nach einem ähnlichen Internet-Aufruf einen anonymen Hinweis bekamen. Die Polizei war vorbereitet und konnte gegen die Eskalation vorgehen.Kaan Yavuzyasar übrigens nutzt den Vorfall in Frankfurt für seine Publicity, natürlich. Er hat am Tag danach gleich ein Video veröffentlicht, in dem er auf den eskalierten Fantreff reagiert. Mehr als 240 000 Mal wurde es innerhalb von 24 Stunden angeklickt. Kaum habe er die Zeil betreten, sei da auch schon eine Hundertschaft Polizisten gewesen, sagt er. Miteinander reden, chillen, Fotos machen, das habe er gewollt, nicht zu Gewalt aufrufen. Satiane sei ja nicht gekommen. Alles sichtlich amüsiert, mehrmals unterbricht er sich vor Lachen. Er selbst könne nichts dafür, dass passierte, was passierte. Dass ein 17-Jähriger einen Polizisten geschlagen haben soll. Dass etwa 600 Jugendliche ohne Rücksicht auf Passanten in die Zeil drängten. Man schaut dem Comedian zu und fragt sich, wie ironisch oder ernst er all das meinen kann. Bis er nach neun Minuten etwas Erstaunliches sagt:"Likes im Internet sagen nichts aus." Und:"So viele Menschen kommen nur wegen mir und machen so einen Aufstand. Das ist richtig krass." Diesem letzten Satz lässt sich uneingeschränkt zustimmen.

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