Der Hamburger Boxer Krieger gewinnt den WBF-Weltmeistertitel im Superweltergewicht und feiert mit einem K.o. in der sechsten Runde. Auch andere Boxer holen Titel.
Der Hamburg er Boxer Krieger hat am Sonntag bei der Veranstaltung Boxen im Norden in der Großen Freiheit 36 auf der Reeperbahn den WBF-Weltmeistertitel im Superweltergewicht (69,7 Kilo) gewonnen. Er besiegte den Bosnier Dorde Krsmanovic (20) durch K.o. in der sechsten Runde. Damit ist Krieger neben Alexander Pavlov (38) der zweite aktuelle Box-Weltmeister aus Hamburg.
Krieger: Von der Obdachlosigkeit zum Weltmeister
Krieger, der eigentlich Denis Titomir Perdinschii heißt, hatte eine schwere Vergangenheit. Er schlief in einem Schrottauto im Oberhafen, weil er kein Geld hatte und nicht wusste, wohin. Es folgten Jahre mit Siegen, Niederlagen, Alkohol und Gefängnisaufenthalten. Aber er stand immer wieder auf. Nun feierte er seinen größten Erfolg.
Im Kampf gegen Krsmanovic war sein Gegner einen knappen Kopf größer und hatte extrem lange Arme. Doch Krieger bearbeitete ihn ununterbrochen. In der sechsten Runde prügelte er Krsmanovic durch die Ringseile. Der Bosnier kroch zurück und rappelte sich auf, aber Krieger holte sich mit einem harten Körpertreffer nach 2:55 Minuten die Krone.
Vor dem Kampf schrieb ihm seine Tochter aufs Handy: Papa, heute gewinnst Du die WBF-Weltmeisterschaft. Krieger sagte gerührt, er habe diesen Satz die ganze Zeit im Kopf gehabt. Er wolle nicht mehr über die Vergangenheit reden, sondern nur über Sport und Disziplin.
Weitere Weltmeistertitel bei Boxen im Norden
Die frühere Weltklasseschwimmerin und ehemalige WBC-Championesse hatte ihre Karriere eigentlich schon 2019 beendet. Aber vor zwei Jahren kehrte sie in den Ring zurück. Mit 50 holte sie sich gegen die Ersatzgegnerin Lena Venjacob (38/Gütersloh) den WBF-WM-Gürtel im Weltergewicht (66,7 Kilo). Die ursprünglich vorgesehene Karla Ramos Zamora (33/Mexiko) war wegen Einreise-Problemen nicht erschienen.
Die ängstliche Venjacob war früher Reiterin. Nach nur 43 Minuten flog aus ihrer Ecke das Handtuch. Die Schwedin Laurén strahlte: Es ist mein achter Titel, aber er bedeutet mir am meisten. Ich habe heute Geschichte geschrieben, bin jetzt mit 50 die älteste Weltmeisterin. Ich bin in der besten Form meines Lebens. Dann flog der Flitter durch den Saal.
Trost für Venjacob: Ihr Lebensgefährte David Kerkmann (42) darf sich auch WBF-Weltmeister nennen. Er bekam den Gürtel im Halbschwergewicht (79,4 Kilo) für einen K.o.-Sieg gegen den harmlosen Taylor Friedrich (19/Frankreich) und stand bis in die dritte Runde im Ring.
Weitere Kämpfe und kurze Auftritte
Einen schnellen WBF-Titel schnappte sich auch der aus Newcastle über den Kanal gereiste Steve Disney Drago Robinson (36). Sein Gegner Francisco Cordero (40/Kolumbien) machte auf Schneewittchen und war nach dem ersten Körpertreffer k.o. Robinson sagte: Ich bin wirklich enttäuscht und entschuldige mich. Ich habe 16 Kilo für diesen Kampf abgenommen! Das nächste Mal will ich einen richtigen Kampf.
Der WBF-Weltmeister im Weltergewicht (66,7 Kilo) stieg nach einer Lungenverletzung für einen 6-Runder in den Ring. Im sportlich attraktivsten Kampf des Nachmittags besiegte er einen Gegner aus Venezuela. Der Zahnarzt aus London ist ein Weltreisender in Sachen Faustkampf und sucht sich für seine Kämpfe stets interessante Locations. Nach seinem Punktsieg auf dem Hamburger Kiez scherzte er: Wenn ich einem Gegner die Zähne ausschlage, behandle ich ihn umsonst.
Ein weiterer Boxer besiegte einen Gegner aus Nicaragua in zwei Runden und spendierte 250 Franzbrötchen. Gönnt Euch, lachte Ofori nach seinem vierten Sieg im vierten Profi-Kampf. Der ehemalige Olympia-Boxer kehrte nach zwei Jahren Pause als Profi in den Ring zurück. Boxen lässt mich nicht los. Ich habe versucht, aufzuhören – aber es geht nicht. Das spürte sein Gegner.
Rubbel die nächste Story frei
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