Die Rhein-Neckar Löwen spielen 30:30 gegen Wetzlar und verlieren Jannik Kohlbacher verletzt. Bart Ravensbergen und David Späth glänzen im Tor.
Die Rhein-Neckar Löwen haben am Samstagabend in der Handball-Bundesliga gegen die HSG Wetzlar nur ein 30:30 (16:13) erreicht und dabei Nationalspieler Jannik Kohlbacher (31) verloren. Der Kreisläufer verletzte sich in der 17. Minute am linken Fuß und konnte nicht mehr weiterspielen. Für die Löwen war es ein rabenschwarzer Abend, an dem eine scheinbar sichere Führung Stück für Stück zusammenbrach.
Vor 10:5-Führung der Löwen sprang Kohlbacher zum Wurf ab und trat dabei Wetzlars Josip Simic (26) selbst auf den Turnschuh. Er knickte mit dem linken Fuß böse um, blieb minutenlang mit Schmerzen auf dem Feld liegen und humpelte anschließend, gestützt von Tim Nothdurft und Edwin Aspenbäck, vom Feld. Mit dick bandagiertem Fuß verfolgte er die restliche Partie auf der Bank.
Löwen verlieren Kohlbacher und Führung
Zunächst verkrafteten die Löwen den Ausfall gut und zogen auf sechs Tore davon (13:7). Doch die Rote Karte gegen Dominik Mappes (31) nach einem Foul gegen Marius Steinhauser (33) stachelte den Tabellenvorletzten Wetzlar, der bis dahin erst einen Punkt geholt hatte, erst richtig an. Wetzlar kam immer besser ins Spiel und glich nach 45 Minuten zum 22:22 aus.
Nach 48 Minuten gingen die Gäste erstmals mit zwei Toren in Führung (24:22), weil Bart Ravensbergen gleich vier Siebenmeter hielt. Der niederländische Torhüter beendete die Partie mit 17 Paraden und einer Quote von 38 Prozent. Auf der Gegenseite parierte Löwen-Star David Späth (24) 16 Bälle. Die beiden Keeper lieferten sich ein packendes Duell, das Dyn-Experte Stefan Kretzschmar (53) begeisterte: Er lobte die unglaublichen Torhüter-Leistungen beider Mannschaften als Wahnsinn und überragend.
Wetzlar kämpft sich zurück
Wetzlar zog zwischenzeitlich mit drei Toren davon (28:25/55.), doch die Löwen kämpften sich zurück und glichen 59 Sekunden vor Schluss zum 29:29 aus. Am Ende blieb es beim Unentschieden, dem zweiten Punktgewinn für Wetzlar nach zuletzt nur 1:11-Punkten. Ravensbergen sagte nach dem Spiel, er sei stolz auf den Kampf seiner Mannschaft, aber auch ein bisschen enttäuscht, dass es nicht zum Sieg gereicht habe.
Löwen-Trainer Maik Machulla (49) zeigte sich nach der Partie frustriert: Er erklärte, seine Mannschaft sei auf einem guten Weg gewesen, habe dann aber Kohlbacher mit der Verletzung verloren und dazu wieder vier Siebenmeter verworfen. Das sei einfach nervig. Für die Löwen, die zuvor gut im Spiel waren, bedeutet das Unentschieden einen Rückschlag im Kampf um die Tabellenspitze.
Torhüter-Duell prägt den Abend
Das Unentschieden ist für die Löwen ein herber Dämpfer, zumal die Verletzung von Kohlbacher schwerwiegend sein könnte. Der Nationalspieler ist ein wichtiger Bestandteil des Teams und sein Ausfall könnte die Mannschaft in den kommenden Wochen schwächen. Wetzlar hingegen feiert den zweiten Punktgewinn in dieser Saison und kann daraus Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben schöpfen.
Die Partie bot den Zuschauern ein Wechselbad der Gefühle: Von der frühen Löwen-Führung über die Verletzung von Kohlbacher, die Rote Karte gegen Mappes, die starke Leistung der Torhüter bis hin zum dramatischen Finish. Am Ende stand ein gerechtes Unentschieden, das beiden Teams nicht wirklich weiterhilft. Die Löwen müssen nun die Verletzung von Kohlbacher verkraften und im nächsten Spiel wieder in die Erfolgsspur finden.
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