Dass die Krankheit im Kreis Höxter vorkommt, ist bekannt. Doch ausgerechnet kräftige Buchen erhöhen die Verbreitungsgefahr.
Kreis Höxter . Der Ausbruch des Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ mit drei Toten hat gezeigt, wie gefährlich das Virus, das auch im Kreis Höxter vorkommt, sein kann.
Das Umweltbundesamt geht auf einer Karte zur Risikoeinschätzung davon aus, dass es in diesem Jahr im Kreis zu einem Virusausbruch kommen wird. Die Neue Westfälische hat sich beim Kreis Höxter erkundigt, was das bedeutet – und wie sich Menschen darauf vorbereiten sollten.
„Ausbruch erwartet“. Das ist auf der Karte des Umweltbundesamtes zu lesen, wenn Nutzer auf den Kreis Höxter klicken. Was dramatisch klingt, ist für die Fachleute keinesfalls überraschend. Denn immer wieder kommt es zu neuen Infektionen mit dem Virus.
„Dem Gesundheitsamt des Kreises Höxter wurden im Zeitraum 2016 bis 2026 insgesamt zwölf klinisch und labordiagnostisch bestätigte Hantavirusinfektionen gemeldet“, sagt Ronald Woltering, Fachbereichsleiter Gesundheits- und Veterinärwesen des Kreises Höxter, auf Nachfrage von nw.de Ein Ausbruch im epidemiologischen Sinne sei dabei nicht festgestellt worden. Das mag auch daran liegen, dass der in Europa zirkulierende Typ der Erkrankung, das sogenannte Puumala-Virus, nicht von Mensch auf Mensch übertragbar ist.
Im Gegensatz zum auf dem Kreuzfahrtschiff aufgetretenen Andes-Virus, das in seltenen Fällen von Mensch auf Mensch überspringen und auch zu einem schweren Erkrankungsbild führen kann. Faktencheck: Was das Hantavirus von der Corona-Pandemie unterscheidet Ansteckungsgefahr im Kreis Höxter vergleichsweise gering Dennoch liege die mittlere Inzidenz im Kreis Höxter bei etwa 0,8 Fällen pro 100.000 Einwohner und Jahr. Bleibt damit aber „unterhalb der vom Umweltbundesamt für 2026 prognostizierten Schwelle von 2,23 Fällen pro 100.000 Einwohner“, betont der Fachmann aus dem Gesundheitsamt.
Der Kreis Höxter sei dennoch als endemisches Gebiet für das Puumala-Virus eingestuft. Das mag, unter anderem, am Vorkommen einer bestimmten Tierart liegen.
„Wissenschaftlich ist belegt, dass die Rötelmaus als Hauptreservoir des Puumala-Viruses nach Buchenmastjahren Massenvermehrungen zeigt, die im Folgejahr regelhaft mit erhöhten Fallzahlen korrelieren“, erläutert Woltering. Dass der Kreis Höxter im buchenwaldreichen Weserbergland liege, begünstige diese Dynamik grundsätzlich. Für wen es ein Risiko gibt Für Wanderer und Spaziergänger in Wald und Flur schätzt der Fachmann das Risiko dennoch als „sehr gering“ ein.
„Im Freien entsteht unter normalen Bedingungen keine infektiöse Aerosolkonzentration“, sagt er. Ein Restrisiko bestehe allenfalls bei direktem Kontakt mit Nagerkot oder -nestern.
„Besondere Schutzmaßnahmen sind für Wanderer und Spaziergänger nicht indiziert“, so Woltering. Deutlich höher ist das Risiko in den Augen des Fachmannes für Gartenbesitzer, die klar Schiff machen: „Das Einatmen von aufgewirbeltem, erregerhaltigem Staub beim Reinigen von Schuppen, Kellern oder Holzlagern ist das häufigste Infektionsszenario.
“ Wer also mit dem Besen oder Wischmopp für Ordnung im Chaos sorgen möchte, sollte Räume, in denen Nager unterwegs gewesen sein könnten, dringend „mindestens 30 Minuten querlüften“, mindestens eine FFP2-Maske, „FFP3 bevorzugt“, und Einweghandschuhe tragen. Hantavirus: Nager und Staub sind das Problem Tipps für den Umgang bei bestimmten Arbeiten Flächen und Ausscheidungen sollten vor der Reinigung angefeuchtet werden, „kein trockenes Kehren, kein Staubsauger ohne HEPA-Filter“. Auch die Arbeitskleidung sollte anschließend gewechselt werden, rät der Fachmann.
Und mahnt: „Im endemischen Gebiet Kreis Höxter sollten die genannten Schutzmaßnahmen konsequent eingehalten werden – auch in Jahren mit niedriger Prognose.
“ Hantavirus-Patienten wird in der Regel Bettruhe verordnet, sie sollten zudem darauf achten, dass sie genug trinken. Auch die Nieren sollten überwacht werden.
„Schwere Verläufe mit akutem Nierenversagen erfordern stationäre Behandlung, kommen aber nur selten vor“, weiß der Fachmann. In weniger als zehn Prozent der Fälle komme es zu diesem Fall, der eine vorübergehende Dialyse nötig mache. Die Sterblichkeitsrate bei einer PUUV-Infektion liegt bei unter 0,1 Prozent. Ein wirksames Medikament gegen das Virus ist nicht zugelassen.
Eine Infektion mit dem Hantavirus ist meldepflichtig. Heißt: Das Gesundheitsamt meldet die Erkrankung an das Robert-Koch-Institut und das Landeszentrum Gesundheit NRW. 📲 News direkt aufs Smartphone? Hier gehts zum kostenlosen Whatsapp-Kanal der NW Höxter
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