Drei Tote, sechs bestätigte Infektionen: Das vom Hantavirus-Ausbruch betroffene Schiff hat die Kanareninsel erreicht. Vor der Evakuierung gab es politischen Streit.
Drei Tote, sechs bestätigte Infektionen: Das vom Hantavirus-Ausbruch betroffene Schiff hat die Kanareninsel erreicht. Vor der Evakuierung gab es politischen Streit. Das von einem Hantavirus-Ausbruch betroffene Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ ist am Sonntagmorgen in den Hafen von Teneriffa eingelaufen.
Das zeigt der . Eskortiert von einem Schiff der Guardia Civil näherte sich das Schiff zunächst dem Hafen Granadilla de Abona im Süden der spanischen Kanareninsel, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Auf Drängen der örtlichen Behörden sollte die „Hondius“ eigentich vor der Insel ankern, statt in den Industriehafen einzulaufen. Die spanische Handelsmarine erteilte in der Nacht dann aber doch die Genehmigung zur Einfahrt in den Hafen.
Nach Angaben des niederländischen Schiffseigners Oceanwide Expeditions sollten ab etwa 8 Uhr Ortszeit die Passagiere und ein Teil der Besatzung an Land gehen. Die spanischen Behörden teilten mit, dass die Reisenden zunächst getestet würden, um sicherzustellen, dass sie symptomfrei seien. Nach Angaben der spanischen Gesundheitsministerin müssen sie FFP2-Schutzmasken tragen und dürfen nur leichtes Handgepäck mitnehmen. Anschließend sollten abgeschirmte Busse sie zum etwa zehn Minuten entfernten Flughafen der Insel bringen, von wo aus sie in ihre Heimatländer ausgeflogen werden.
Unter den Passagieren sind nach AFP-Angaben auch mehrere Deutsche. Spanische Staatsangehörige sollen das Schiff zuerst verlassen, danach folgen Reisende anderer Nationalitäten in Gruppen. 30 Besatzungsmitglieder bleiben laut Reuters an Bord und fahren mit dem Schiff weiter in die Niederlande, wo die „Hondius“ desinfiziert werden soll. Auch die Leiche einer an dem Virus gestorbenen Deutschen verbleibt nach AFP-Angaben an Bord.
Nach der Ankunft dürften alle Ausgeflogenen nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa in Quarantäne müssen, da eine Entwarnung wegen der langen Inkubationszeit erst nach Wochen möglich ist. Beamte der spanischen Guardia Civil stehen Wache in dem Bereich, in dem die Passagiere des Kreuzfahrtschiffs MV Hondius im Hafen von Granadilla auf Teneriffa erwartet werden.berichtete, verweigerte der Präsident der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, kurzfristig die Genehmigung zum Ankern.
Er begründete dies damit, dass nicht garantiert sei, dass alle Passagiere noch am Sonntag abreisen könnten – unter anderem wegen Verspätungen beiDer Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation , Tedros Adhanom Ghebreyesus, war eigens nach Teneriffa gereist, um die Evakuierung zu begleiten. Alle Passagiere gelten nach Angaben der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC vorsorglich als Hochrisikokontakte – auch weil das Hantavirus eine lange Inkubationszeit hat. Infektion mit dem von Mensch zu Mensch übertragbaren Andes-Virusstamm bestätigt. Drei Menschen starben: ein niederländisches Ehepaar und eine deutsche Staatsangehörige.
Das Hantavirus wird üblicherweise durch Nagetiere übertragen, eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nach WHO-Angaben selten. Das Risiko für die Weltbevölkerung stuft die Organisation als gering ein, das für Passagiere und Besatzung als mäßig.
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