Hat mehr Mutationen als Omikron: Das ist die neue Corona-Variante aus Frankreich

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Experte zu Frankreich-Mutation: 'Schwer vorstellbar, dass die neue Variante Omikron überrennt'

schreiben – das bedeutet, die Untersuchung ist noch nicht von unabhängigen Experten geprüft – weise B.1.640.2 insgesamt 46 Mutationen am Spike-Protein auf. Das ist der Teil des Virus, mit dem es an die menschlichen Zellen andockt und sie infiziert.

Damit zeigt die neue Mutation neun Veränderungen mehr als die sich derzeit bereits massiv ausbreitende Omikron-Version des Virus – die Wissenschaftler sprechen zudem von einer "atypischen Mutationen-Kombination". Zu den mutierten Stellen im Erbgut der neuen Variante zählen der ersten Untersuchung nach die bereits von anderen Virus-Typen bekannten Mutationen N501Y und E484K. N501Y steht im Verdacht, noch besser als das Ursprungsvirus an Zellen anzudocken und eine schnellere Ausbreitung im Organismus zu befördern. Bei E484K gehen Wissenschaftler davon aus, dass sie die Wirkung der durch eine Infektion und Impfung erzeugten Antikörper abschwächt. Varianten mit dieser Mutation können vom Körper in der Regel schlechter neutralisiert und unschädlich gemacht werden.Neue Mutation bisher bei zwölf Personen nachgewiesen Angesteckt haben sollen sich bislang zwölf Menschen; bei ihnen hat ein Test dem Preprint-Papier nach die Infektion mit B.1.640.2 bestätigt. Ausgegangen sein sollen die Infektionsketten von einem Patienten aus Forcalquier in der Region Alpes-de-Haute-Provence bei Marseille. Er soll zuvor aus Kamerun in ZentralafrikaMehr ist über die Mutation bislang nicht bekannt. Ob sie sich durchsetzen wird oder überhaupt eine relevante Rolle in der Pandemie spielen wird, ist vollkommen unklar und reine Spekulation. Gesundheitsminister Karl Lauterbach sagte "Merkur.de" am Dienstagvormittag: "Wir wissen noch zu wenig, um etwas Brauchbares sagen zu können. Aber ich bin bereits mit Spezialisten im Austausch."Man könne zum jetzigen Zeitpunkt noch überhaupt nichts zur neuen Variante sagen, erklärt auch Mediziner Christoph Specht im Gespräch mit "RTL". "Mutationen stehen an der Tagesordnung. Es ist mehr oder weniger jetzt dem Zufall geschuldet, dass von dieser Mutation berichtet wurde, denn es entstehen andauernd viele weitere Mutationen, von denen man gar nichts mitbekommt." Zwar seien die nachgewiesenen Mutationen in Teilen dafür bekannt, die Immunantwort negativ zu beeinflussen. Doch der Allgemeinmediziner betont bei "RTL": "Wie sich B.1.640.2 in Bezug auf das Infektionsgeschehen, die Verbreitung und die Impfungen verhält, das ist alles noch völlig unklar." Spechts erste vorsichtige Prognose macht allerdings Hoffnung: Er vermute, dass die neue Variante so gut wie gar keine Bedeutung haben werde und "schnell wieder verschwinden" könnte. Finale Eischätzungen sind derzeit allerdings naturgemäß nicht möglich. Weitere Untersuchungen sind dafür abzuwarten."Schwer vorstellbar, dass die neue Variante Omikron überrennt" Genaue Beobachtung sei aktuell wichtig, betont auch Epidemiologe Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen im Gespräch mit FOCUS Online. "Tatsächlich sind erst wenige Fälle davon bekannt und wir hatten jetzt immer Varianten. Auch parallel zu Omikron gab es natürlich, zumindest global betrachtet, weitere Varianten, die mal mehr, mal weniger Aufsehen erregten", beurteilt Zeeb die neue Corona-Mutante.Virus-Mutation, die sich bei uns nicht festgesetzt habe. Insofern müsse man anfangs immer eine gewisse Distanz wahren, um zu sehen, wie bedeutsam eine Variante werde. "Ich kann mir im Moment tatsächlich schwer vorstellen, dass wir jetzt eine Variante bekommen, welche die sich sehr schnell ausbreitende Variante Omikron zusätzlich überrennt. Das halte ich für eher unwahrscheinlich." Dass aber gerade dort, wo Omikron noch nicht besonders dominant sei, sondern auch Delta vorherrsche, weitere mögliche Varianten auftreten können, das entspreche der Biologie der Mutationen, erklärt Zeeb.Warum Viren mutieren, das erklärte Virologe Friedemann Weber bereits beim Auftauchen der Alpha-Variante im Gespräch mit FOCUS Online. "Das kommt durch Fehler beim Kopieren des Genoms zustande, wenn sie sich vermehren. Dadurch wird in den neuen Viren quasi ein falscher Baustein eingebaut." Coronaviren hätten dafür zwar einen Reparaturmechanismus, der diese falschen Bausteine mit einer hohen Wahrscheinlichkeit bemerke und rauskicke – "deswegen die vergleichsweise geringe Zahl an Mutationen." Aber auch dieser Mechanismus sei nicht perfekt. Je nachdem, wo in der kopierten Gensequenz der Fehler passiere, habe das entweder keine Auswirkungen auf die Verbreitung des Virus oder positive oder negative Folgen. "Die Mutationen, die dafür sorgen, dass sich das Virus besser verbreiten kann, sind die, die sich gemäß des Survival-of-the-fittest-Prinzips dann durchsetzen und andere Varianten verdrängen. Ob das Virus seinen Wirt – in diesem Fall den Menschen – dadurch kränker macht, ist für das Virus dabei unerheblich."

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