Henkel startet stärker ins Jahr: Organischer Umsatz steigt im Q1 um 1,7% auf 4,95 Milliarden Euro, Jahresziele bestätigt, Aktie führt Dax an.
Henkel ist stärker ins Jahr gestartet als erwartet und bestätigt seine Jahresziele. Organisch legte der Umsatz im ersten Quartal um 1,7 Prozent zu, die Aktie führte den Dax an.
Eine Auswahl von Markenprodukten von Henkel: u.a. Persil, Perwoll, Sil, Pril, Schauma, Fa und Schwarzkopf. Der Konsumgüterkonzern Henkel ist zum Jahresstart operativ etwas stärker gewachsen als von Experten erwartet.
„In einem herausfordernden Umfeld haben wir im ersten Quartal ein gutes organisches Umsatzwachstum erzielt“, sagte Konzernchef Carsten Knobel am Donnerstag laut Mitteilung. Dazu hätten sowohl die Konsumentensparte rund um Shampoo und Waschmittel als auch das Klebstoffgeschäft mit steigenden Volumina und Preisen beigetragen. Knobel bestätigte daraufhin die Jahresziele. Der Umsatz legte bereinigt um die Folgen des starken Euro und den Verkauf von Sparten um 1,7% auf 4,95 Mrd.
Euro zu, wie der Konsumgüterkonzern in Düsseldorf mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem organischen Umsatzanstieg von 1,1% gerechnet. Inklusive der Umrechnungseffekte aus dem starken Euro und den Spartenverkäufen sei der Erlös um 5,5% gefallen. Bereits Mitte März hatte Henkel einen verhaltenen Jahresstart in Aussicht gestellt.
Das erste Quartal sei besser als befürchtet ausgefallen, schrieb Analyst Warren Ackerman von der britischen Investmentbank Barclays. Angesichts steigender Kosten sieht er zwar trotz bestätigter Jahresziele ein Risiko für die Marge. Fortschritte bei mehreren Übernahmen machen Ackerman aber Hoffnung fürs Gesamtjahr. RBC-Expertin Wassachon Udomsilpa sprach von einem guten Start ins Jahr 2026, bei dem beide Sparten mit ihrem Wachstum die Erwartungen übertroffen hätten.
Citigroup-Analyst Cedric Besnard erwartet nun zwar kaum steigende Marktschätzungen, sieht das Zahlenwerk aber als Beruhigung für die Anleger. Henkel ist unter anderem für Produkte wie Persil-Waschmittel, Pattex-Klebstoff, Fa-Duschgel und Syoss-Haarpflege bekannt. Im ersten Quartal sei die Nachfrage vor allem nach Haarpflegeprodukten hoch gewesen, hieß es weiter. Klebstoffe waren besonders in den Mobilitäts- und Elektronikbranchen gefragt.
Während die Geschäfte in den Regionen Asien/Pazifik und IMEA deutlich zulegten, lief es im wichtigsten Markt in Europa dagegen schlechter. Auch in Lateinamerika schwächelte Henkel bei Klebstoffen, in Nordamerika legten die Erlöse leicht zu. Für das laufende Jahr erwartet Henkel weiterhin ein Umsatzwachstum abseits von Währungs- und Portfolioeffekten um ein bis 3%. Analysten haben hier im Schnitt ein Plus von 1,9% auf dem Zettel.
Die bereinigte operative Marge soll laut Konzern 14,5 bis 16% erreichen. Hier erwarten Marktexperten durchschnittlich 14,8%. Angaben zum Abschneiden beim Ergebnis macht Henkel nur halbjährlich. Mehrere Zukäufe sollen dabei das Wachstum ankurbeln.
Zuletzt hatte Henkel fünf Übernahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 1,6 Mrd. Euro angekündigt. Davon seien bereits drei Transaktionen erfolgreich abgeschlossen: die US-Haarpflegemarke „Not Your Mother's“, der in der Schweiz ansässige Hersteller von Spezialtapes ATP Adhesive Systems und der britische Spezialist für Fassadensysteme Wetherby Laroc. Die Aktien von Henkel haben sich am Donnerstagmorgen mit einem Kurssprung um 5,5% über ihre 21-Tage-Linie erholt.
Nach insgesamt 9% Erholung vom Jahrestief der Vorwoche ebbte der Schwung dann etwas ab. JPMorgan und Goldman Sachs lobten in einer ersten Reaktion das dynamische Wachstum im ersten Quartal. Von beiden Häusern wurde aber gleichsam auf die unveränderten Jahresziele hingewiesen. Celine Pannuti von JPMorgan stellt dennoch ein dickes Fragezeichen hinter die Margenansprüche.
Die Foxconn-Tochter Ennoconn erwägt eine Milliardenofferte für Kontron. Die Taiwanesen sind bereits mit 28% an dem IT-Konzern beteiligt, der derzeit mit Restrukturierungsmaßnahmen zu kämpfen hat. Knorr-Bremse steigert trotz Umsatzrückgang den operativen Gewinn deutlich und erhöht den Überschuss. Effizienzprogramm und Rekord-Auftragsbestand von 7,8 Mrd.
Euro stützen die Jahresprognose. Rheinmetall mischt in jeder militärischen Sparte mit – und macht im Marine-Geschäft jetzt TKMS Konkurrenz. Um die German Naval Yards Kiel könnte es zum Bieterkampf kommen. Der eigene Umsatz blieb derweil hinter den Erwartungen zurück.
Siemens Healthineers senkt wegen schwacher Diagnostik in China die Prognose. Umsatz und Gewinn bleiben hinter Erwartungen, das operative Ergebnis sinkt deutlich. Die Sparte soll ausgegliedert werden. Der Iran-Krieg hat Deutschlands größtem Immobilienkonzern Vonovia höhere Finanzierungskosten beschert: Der Fokus liegt daher weiter auf dem Schuldenabbau, das Kerngeschäft liefert im ersten Quartal „starke Ergebnisse“.
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