Hinrichtung in Tennessee: Pike überlebt zwei Giftspritzen-Versuche

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Hinrichtung in Tennessee: Pike überlebt zwei Giftspritzen-Versuche
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Nach zwei fehlgeschlagenen Hinrichtungsversuchen per Giftspritze in Tennessee liegt die 50-jährige Pike bewusstlos und intubiert im Krankenhaus. Ihr Zustand ist weiter kritisch.

Die 50-jährige Pike hat am Mittwoch (Ortszeit) in Tennessee zwei Hinrichtung sversuche per Giftspritze überlebt und liegt nun bewusstlos, intubiert und an ein Beatmungsgerät angeschlossen in einem Krankenhaus in Nashville. Ihr Gesundheitszustand ist weiterhin kritisch, wie ihre Anwälte am Donnerstagabend mitteilten. Das Krankenhauspersonal arbeitet daran, ihr Leben zu retten und das injizierte Pentobarbital aus ihrem Körper zu entfernen.

Hintergrund der Hinrichtung und Urteil

Pike war zum Tode verurteilt worden, weil sie 1995 im Alter von 18 Jahren an der Folterung und Tötung eines Opfers in einem abgelegenen Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville beteiligt war. Drei Teenager hatten die Tat begangen. Die heute 50-Jährige forderte eine Begnadigung, da sie zum Tatzeitpunkt erst 18 Jahre alt war. Ihr Fall löste eine Debatte über die Todesstrafe aus.

Der Oberste Gerichtshof der USA hatte am Mittwoch den Weg für die zuvor aufgeschobene Hinrichtung freigemacht. Die Anordnung des US-Berufungsgerichts vom 30. September wurde aufgehoben. Zuvor hatten die Anwälte von Pike einen kurzen Aufschub gefordert, bis alle Argumente für und gegen die Exekution geprüft seien.

Probleme während der Exekution

Während der versuchten Hinrichtung berichteten die Anwälte von zahlreichen Problemen. Allein an Pikes linkem Arm wurden sieben Einstiche gezählt. Eine der verwendeten Nadeln war beim Herausziehen offenbar verbogen. Während der Verabreichung der Medikamente verfärbte sich ihr rechter Arm zunehmend violett.

Die Verteidigung berichtete zudem, dass der Vorhang zum Zeugenraum über längere Zeit geschlossen war und Informationen nur verzögert weitergegeben wurden. Erst viel zu spät erfuhren die Beteiligten, dass ein Krankenwagen unterwegs war. Nach dem Hinrichtungsversuch war keine medizinische Notversorgung verfügbar. Der Journalist John North vom Sender WBIR, der als Zeuge anwesend war, sagte, dass Pike zu Beginn der versuchten Hinrichtung bei Bewusstsein war und die Vollzugsbeamten fragte, ob sie sich so fühlen solle. Die Reporterin Catherine Sweeney vom Fernsehsender WPLN berichtete, dass die anwesenden Medienvertreter aufgefordert wurden, den Bereich zu verlassen.

Reaktionen und Konsequenzen

US-Präsident Donald Trump äußerte sich vor Journalisten zu dem Vorfall und sagte, es sei eine interessante Situation gewesen und die Medikamente hätten nicht ganz gewirkt. Er verwies auf einen anwesenden Arzt, der die Vorgänge besser erklären könne. Die Non-Profit-Organisation Death Penalty Information Center kritisierte den Vorfall scharf und bezeichnete ihn als den schlimmsten, den sie je erlebt habe.

Die Verteidigung forderte Tennessees Gouverneur Bill Lee auf, die Todesstrafe von Pike aufzuheben und sie stattdessen lebenslang in Haft zu lassen. Lee reagierte zunächst, indem er alle weiteren Hinrichtungen für den Rest des Jahres aussetzen wollte. Zunächst solle sich Pike jedoch erholen und selbst mitentscheiden können, wie weiter vorgegangen werde. Der Anwalt Spivey sagte, was in der Nacht passiert sei, sei nicht nur ineffizient, sondern grausam und qualvoll gewesen.

Auch UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk forderte Gnade für die 50-Jährige. Er sei grundsätzlich besorgt über den Anstieg der Hinrichtungen in den USA. Deren Zahl ist seit dem erneuten Amtsantritt von Präsident Donald Trump Anfang 2025 sprunghaft gestiegen. Trump hatte dazu aufgerufen, die Kapitalstrafe häufiger zu verhängen.

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