Hinrichtung von Cyntoia Brown Pike in Tennessee gescheitert

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Hinrichtung von Cyntoia Brown Pike in Tennessee gescheitert
Cyntoia Brown Pike, Tennessee, Giftspritze

Die Hinrichtung von Cyntoia Brown Pike in Tennessee ist gescheitert. Die 50-Jährige überlebte die Giftspritze und befindet sich in kritischem Zustand.

Die für Mittwochabend (Ortszeit) geplante Hinrichtung der 50-jährigen Cyntoia Brown Pike im US-Bundesstaat Tennessee ist gescheitert. Nach Angaben der Behörden wurden ihr die im Protokoll vorgesehenen zwei Dosen des Mittels Pentobarbital verabreicht, doch sie lebte danach weiter. Pike befindet sich seitdem in kritischem Zustand und wird in einem Krankenhaus in Nashville künstlich beatmet, wie ihre Anwälte in einem Gerichtsantrag vom Freitag mitteilten.

Gescheiterte Hinrichtung und kritischer Zustand

Pikes Anwalt Randy Spivey erklärte am Donnerstag, das Krankenhauspersonal arbeite daran, ihr Leben zu retten. Bei der versuchten Hinrichtung habe er allein in ihrem linken Arm mindestens sieben Nadeln gezählt. Laut Gerichtsantrag war eine davon beim Herausziehen um 90 Grad verbogen.

Während der Prozedur habe er Pike weinen gehört. Sie habe laut geatmet und gesagt, ihr Arm fühle sich an, als würde er gleich aufplatzen. Ein anderes Mal habe sie gefragt, ob das normal sei. Pike habe diejenigen, die die Infusion legten, darum gebeten, es weiter oben an ihrer Schulter zu versuchen.

Bei der Einlieferung ins Krankenhaus seien beide Arme der 50-Jährigen geschwollen, verbrannt und mit Blasen übersät gewesen. Sachverständige werden in dem Antrag zitiert, wonach das injizierte Pentobarbital stark alkalisch sei und bei Kontakt Verbrennungen an Haut, Gewebe und Venen verursache.

Reaktionen und Konsequenzen der Behörden

Mit der Hinrichtung betraute Personen bemerkten laut Angaben der Anwälte offenbar nicht, dass das Gift ganz oder teilweise in das umliegende Gewebe statt in Pikes Venen gelangte. So wurde entschieden, der verurteilten Mörderin eine weitere Dosis Pentobarbital zu verabreichen.

Das Team der Anwälte um Spivey und Ferrell habe den US-Bundesstaat Tennessee und das Gericht auf die gesundheitlichen Probleme Pikes hingewiesen und deutlich gemacht, dass diese zu einem qualvollen Tod führen würden. Demnach soll der Zugang zu ihren Venen schwierig sein.

Der Gouverneur von Tennessee, Bill Lee, setzte nach dem Vorfall alle weiteren Hinrichtungen für den Rest des Jahres aus. Es war der zweite gescheiterte Hinrichtungsversuch innerhalb weniger Monate. Im Mai hatte der Staat die Hinrichtung des Gefangenen Tony Carruthers abbrechen müssen, nachdem es nicht gelungen war, die erforderlichen intravenösen Zugänge zu legen. Anders als bei Pike wurde ihm das tödliche Medikament damals jedoch nicht verabreicht.

Hintergrund und internationale Reaktionen

Mehrere Kampagnen hatten versucht, den geplanten Vollzug vom 30. September aufzuhalten. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International betonte, dass Pike während ihrer Kindheit Vergewaltigung, sexuelle und körperliche Gewalt, Misshandlung und Vernachlässigung erlitten hatte. Auch Experten der Vereinten Nationen hatten einen Stopp der Hinrichtung gefordert.

Auch der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich zu den Entwicklungen in dem Fall. Er sagte, man vertrete den Standpunkt, dass es die Todesstrafe nicht geben sollte. Dazu hätten sich die Vereinten Nationen stets sehr offen geäußert, unabhängig davon, in welchem Land sie noch besteht.

Die Todesstrafe ist in mehr als zwei Dutzend der 50 US-Bundesstaaten zugelassen, allerdings wird sie vielerorts de facto nicht mehr vollstreckt. Laut Death Penalty Information Center wurden in den USA im laufenden Jahr bis zum 24. September 28 Straftäter hingerichtet. Neben Hinrichtungen mit der Giftspritze sind in den Vereinigten Staaten auch Vollstreckungen der Todesstrafe durch den elektrischen Stuhl oder seltener per Erschießungskommando üblich.

Der Fall Cyntoia Brown Pike

Sie selbst war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt. 1995 hatten drei Teenager das Opfer in einem abgelegenen Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet. Nach Angaben der gemeinnützigen Organisation Death Penalty Information Center ist Pike die Einzige der drei, die zum Tode verurteilt wurde. Ihr damaliger Freund war zum Zeitpunkt der Tat 17 Jahre alt und erhielt eine lebenslange Haftstrafe. Eine weitere 18-Jährige wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

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