In Nordhausen könnte der AfD-Politiker Jörg Prophet zum Oberbürgermeister gewählt werden. Nur fünf Kilometer vom Rathaus steht die Gedenkstätte KZ Mittelbau-Dora. Wie denkt man dort über den Kandidaten?
Prophet fordert „nach 75 Jahren den Wandel vom Schuldkult zum Demokratiekult.“ Wie ordnen Sie das ein?
Im ersten Wahlgang erhielt der AfD-Kandidat mit Abstand am meisten Stimmen. Es ist zumindest wahrscheinlich, dass er am Sonntag gewählt wird. Selbst, wenn Sie ihm verbieten, zu Ihren Veranstaltungen zu kommen, werden Sie ihm wohl doch in ihrer Arbeit begegnen. Sie haben bisher auch in der Erinnerungsarbeit eng mit der Stadt Nordhausen kooperiert. Was steht da auf dem Spiel?
Wie kann es überhaupt sein, dass die Nordhäuser mit einem solchen Kandidaten liebäugeln? Sie empfangen in der Gedenkstätte Bürger der Stadt, haben Schulklassen zu Besuch. Beobachten Sie dort auch eine solche Verharmlosung der NS-Zeit?aber das ist ganz bestimmt kein Phänomen dieser Stadt. Wir erleben zurzeit einen erinnerungskulturellen Klimawandel. Dinge, die vor Jahren nicht sagbar waren, sind sagbar geworden.
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