Katharina Marioth, Hundetrainerin, erklärt, wie die Schilddrüse bei Hunden einen Einfluss auf ihr Verhalten hat und wie eine Erkrankung der Schilddrüse die Ursache für verändertes Hundeverhalten sein kann.
Plötzlich knurrt der Hund, zieht sich zurück oder reagiert ängstlich auf Situationen, die ihn früher nicht gestört haben. Viele Halter fragen sich dann besorgt: "Warum ist mein Hund auf einmal so anders?
" Hinter solchen Veränderungen steckt nicht immer ein Erziehungsproblem. Auch eine ernsthafte Erkrankung kann die Ursache hinter dem veränderten Verhalten sein. Hundetrainerin Katharina Marioth erklärt, was die Schilddrüse damit zu tun hat. Die Schilddrüse sitzt unterhalb des Kehlkopfes und produziert die Hormone T3 und T4.
Diese beeinflussen unter anderem Herzfrequenz, Körpertemperatur, Energiehaushalt, Gewicht, Fellqualität und die Gehirnfunktion. Typische Symptome sind Gewichtszunahme, stumpfes Fell, Müdigkeit und Kälteempfindlichkeit. Oft treten jedoch zunächst Verhaltensänderungen auf. Mögliche Folgen sind Aggressionen, Ängstlichkeit, Nervosität, Zwangsverhalten oder Trennungsangst.
Zusätzlich wird das Stresshormon Cortisol langsamer abgebaut, sodass der Hund dauerhaft unter körperlich bedingtem Stress stehen kann. Weitere Studien zeigen, dass sich Müdigkeit, Antriebslosigkeit, verminderte Aufmerksamkeit sowie Reizbarkeit und aggressive Reaktionen oft schon innerhalb weniger Wochen nach Therapiebeginn bessern. Mit schilddrüsenbedingten Verhaltensauffälligkeiten erhalten zunächst unauffällige Laborbefunde. Dennoch zeigen 20 bis 40 Prozent der Hunde mit nachgewiesener Schilddrüsenunterfunktion einen normalen TSH-Wert.
Da Verhaltensänderungen bereits vor auffälligen Blutwerten auftreten können, empfehlen Experten bei Verdacht ein vollständiges Schilddrüsenprofil. Spezielle Bluttests auf sogenannte Thyreoglobulin-Autoantikörper erkennen eine beginnende Autoimmunerkrankung oft früher. Verändert sich ein Hund plötzlich, sollten neben Erziehungs- und Umweltfaktoren auch medizinische Ursachen geprüft werden. Aggressionen, Konzentrationsprobleme oder neu auftretende Ängste können Hinweise auf eine Schilddrüsenunterfunktion sein.
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