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ICE schiebt Frau ohne eigenes Kind ab: Dreijähriger zu Tode misshandelt, Behörde gibt Mutter Mitschuld

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ICE schiebt Frau ohne eigenes Kind ab: Dreijähriger zu Tode misshandelt, Behörde gibt Mutter Mitschuld
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Eine Mutter wird von der US-Einwanderungsbehörde nach Honduras abgeschoben. Ihr dreijähriger Sohn bleibt in den USA bei einem Verwandten zurück. Jetzt ist das Kind tot – und Schulzuweisungen beginnen.

Auf Fotos, die die Washington Post veröffentlicht, ist ein fröhlicher, lachender und gesund aussehender kleiner Junge zu sehen. Er blättert in einem Buch mit großen Buchstaben, kecker Blick, schwarze, leicht zersauste Haare.

Er sitzt auf einem Sofa neben einem überdimensionierten Stofftier mit breitem Lachen. Auf zwei Videosequenzen sieht man ihn kichernd auf einer Schaukel und fröhlich plaudernd auf einem Spielplatz. Die Fotos und Aufnahmen sind wenige Monate alt. Sie geben einen kurzen Einblick in ein wohl glückliches Kinderleben des zweijährigen Orlin.

Orlin wäre heute drei Jahre alt. Er ist im März gestorben. Zu Tode misshandelt von seinem Onkel Samuel Maldonado Erazo. So sagen es die Behörden in den USA.

Gequält, getreten, geschlagen, mutmaßlich auch sexuell missbraucht. Der Fall erschüttert derzeit Teile der Öffentlichkeit und der Politik in den USA. Denn Orlin wurde von seiner Mutter Wendy Hernandes Reyes nicht freiwillig in die Obhut des Onkels und Ex-Partners ihrer Schwester gegeben, der in Florida lebte. Der gebürtige Honduraner war zuvor schon wegen häuslicher Gewalt auffällig geworden und soll viel Alkohol konsumiert haben.

Samuel Maldonado Erazo musste sich zeitgleich auch um die drei eigenen Kinder, das älteste sieben Jahre alt, kümmern, da beide Mütter von den Behörden festgesetzt worden waren. Orlins Mutter und ihre Schwester wurden bei einer Verkehrskontrolle Anfang Januar 2026 von einem Hilfssheriff bei ihrer Fahrt zur Arbeit frühmorgens wegen einer angeblichen Geschwindigkeitsübertretung kontrolliert. Da die beiden Schwestern bloß honduranische Ausweispapiere vorzeigen konnten, wurden die Frauen Beamten der gefürchteten US-Einwanderungsbehörde ICE überstellt.

Die Schwestern wurden, so schreibt die Zeitung, von dem Sheriff noch auf dem Highway in Handschellen gelegt und von ICE-Beamten in eine Abschiebehaftanstalt in Louisiana überstellt. Die ICE-Beamten sollen die beiden Mütter gefragt haben, was sie mit ihren Kindern tun sollten. Da Maldonado der einzige in den USA lebende Verwandte der beiden Frauen ist, sollte sich der Onkel, der bislang gegen die eigenen Kinder nie gewalttätig geworden sei, um die vier Kinder kümmern.

„Ich hatte keine andere Wahl“, wird Orlins Mutter Wendy Hernandez Reyes von der „Washington Post“ zitiert. Mehrmals habe die Mutter gebeten, sie wieder mit ihrem Sohn zu vereinen. Doch die Beamten sollen dem Bericht zufolge auf diese Bitte nicht eingegangen sein. Weniger als einen Monat nach der schicksalshaften Verkehrskontrolle von Anfang Januar wurden die beiden Frauen am 26.

Januar in einem Flugzeug nach Honduras ausgewiesen. Ohne ihre Kinder – und ihren Angaben zufolge auch ohne Reisepässe und Dokumente, um die Elternschaft nachzuweisen. In dem Flugzeug, so erzählt die Mutter, seien weitere alleinerziehende Mütter gewesen, die ohne ihre Kinder des Landes verwiesen worden seien. Gelegentlich sei sie von Honduras aus mit ihrem Sohn telefonisch in Kontakt gestanden, erzählt die Mutter.

Anfang März habe ihr Schwager ihr per Sprachnachricht davon berichtet, Orlin sei erkrankt. Kurz darauf die erschütternde Nachricht: Orlin ist tot. Die leitende Gerichtsmedizinerin hat den Tod Orlins als Mord eingestuft. Sie berichtete von einem geschwollenen Bauch und Hoden, ein Indiz, dass auf den Jungen „eingetreten“ worden sei.

Die Obduktion soll ergeben haben, dass der zum Zeitpunkt seines Todes drei Jahre alte Orlin mehrere Knochenbrüche hatte. Es gäbe auch Anzeichen für sexuellen Missbrauch. Orlin sei wiederholt auf den Kopf geschlagen worden, seine Haut sei mit einem Feuerzeug verbrannt worden. Blutergüsse an seinen Händen seien ein Zeichen, so die Gerichtsmedizin, dass Orlin versucht hatte, sich gegen die Schläge zu schützen.

Als Todesursache wird multiple Gewalteinwirkung festgehalten. Samuel Maldonado Erazo versuchte, den Tod als Unfall darzustellen: Es sei versehentlich eine Zwölfer-Packung Limonadenflaschen auf den Jungen gefallen. Die Behörden erachten diese Darstellung als unglaubwürdig. Orlins Onkel wurde wegen Mordes angeklagt.

Doch trotz dieser Option entschied sich Reyes, ihren Sohn hier bei einem gewalttätigen Mörder zurückzulassen, der ihm das Leben nahm.gab eine Woche nach dem Tod des kleinen Jungen in einer Pressemitteilung der Mutter eine Mitschuld am Tod von Orlin. Lyons übt konkret Kritik daran, dass Wendy Hernandez Reyes ihren Sohn „bei einem gewalttätigen Mörder“ zurückgelassen habe .

„Dieser kleine Junge hat schwer gelitten und ist gestorben, als seine Mutter ihn der ‚Obhut‘ von Maldonado-Erazo überließ – und Maldonado-Erazo selbst ist ein illegaler Einwanderer, der sich von vornherein niemals in diesem Land hätte aufhalten dürfen“, so der ICE-Direktor weiter. Und als Rat an Mütter, deren Abschiebung aus den USA noch bevorsteht, schob er nach: „Ich ermutige Eltern, sich mit ihren Kindern selbst auszuweisen.

“ ICE biete Möglichkeiten, dass Eltern „gemeinsam mit ihren Kindern abgeschoben“ würden. „Doch trotz dieser Option entschied sich Reyes, ihren Sohn hier bei einem gewalttätigen Mörder zurückzulassen, der ihm das Leben nahm. “Wendy Hernandes Reyes, die sich immer noch in Honduras aufhält und nicht in die USA einreisen kann, beteuert in einem Interview, dass sie mehrfach darum gebeten habe, mit ihrem Sohn des Landes verwiesen zu werden.

„Wie hätte ich meinen Sohn im Stich lassen können, wo er doch die Liebe meines Lebens war? “, fragt die 29-Jährige. Weder die ICE-Behörde noch das zuständige Familienministerium in Florida sind auf Fragen der „Washington Post“ zum konkreten Fall eingegangen. Die Zeitung moniert, dass es verbreitete Praxis sei, dass ein Elternteil abgeschoben würde, ohne das Kind mitnehmen zu dürfen.

Anträge auf Abschiebungen als Familien würden von den Behörden oft ignoriert,nicht dazu verpflichtet, sich nach der Abschiebung der Eltern bei den Betreuungspersonen des Kindes nach deren Wohlbefinden zu erkundigen.

„Das Fehlen von Schutzmaßnahmen für die zurückgelassenen Kinder gilt als eklatanter blinder Fleck in einem System, das mit Hochdruck daran arbeitet, eine Rekordzahl von Einwanderern abzuschieben“, räsoniert die Zeitung. Der Fall des toten Orlin hat inzwischen die Politik auf den Plan gerufen. Zwei demokratische Abgeordnete kritisieren, dass Eltern ohne Rücksicht auf ihre Kinder festgenommen und abgeschoben würden. Die Anwältin von Wendy Hernandes Reyes macht den Sheriff von Alabama und die ICE-Behörde für den Tod von Orlin verantwortlich.

Orlins Mutter versucht derweil weiterhin, in die USA zurückzukehren, um ihr totes Kind zu beerdigen. Derzeit liegt Orlins toter Körper in einer Leichenhalle. Sie wolle ihrem Sohn noch ein letztes Mal in die Augen sehen.

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