Ski alpin: Linus Straßer gewinnt in Zagreb den ersten Weltcup-Slalom seiner Karriere - und verschafft den deutschen Alpinen einen unverhofft süßen Neujahrsauftakt.
Der aktuelle Winter hatte nicht gerade erbaulich begonnen für die Alpinen des Deutschen Skiverbandes : Viktoria Rebensburg war zurückgetreten, Thomas Dreßen hatte sich einer Hüftoperation unterzogen, zwei der besten Athleten der vergangenen Winter, ausgerechnet.
Die verbliebenen Vorfahrer spendeten dann gleich einige Mutmacher, auch Straßer, der im zweiten Slalom des Winters Sechster wurde, aber ein Podiumsbesuch gelang nur Alexander Schmid, im Parallelrennen in Lech/Zürs. Bis Straßer am Mittwoch in Zagreb antrat, dem ersten von sechs Slaloms in diesem Januar. Und gleich dieser erste gelang dem 28-Jährigen vom TSV 1860 München so makellos wie ein junger Tiefschneehang: Ein forscher, aber nicht zu forscher erster Lauf, Platz acht; dann ein zweiter wie im"Flow", wie Straßer später schwärmte:"Dass es ganz nach vorne reicht", gab er zu, hätte er freilich"nie gedacht", aber gut, bilanzierte er, nun schon wieder recht trocken im Abgang:"Umso schöner".Deutsche Siege bei den Alpinen haben meist einen gewissen Seltenheitswert, die Weltspitze rückt seit Jahren noch enger zusammen, in Zagreb war das erneut zu bestaunen. Nur wer sich mit der Entschlossenheit eines Präriepferdes in den Kurs stürzte, durfte sich überhaupt Hoffnungen auf den Sieg machen. Für den bislang letzten deutschen Erfolg in einem Weltcup-Slalom musste man freilich nicht ganz so tief im Archiv stöbern: Felix Neureuther hatte im November 2017 in Levi gewonnen. Straßer hatte sogar schon ein Dreivierteljahr zuvor in Stockholm erstmals in der höchsten Liga des Alpinsports gesiegt, allerdings nicht im Spezialslalom, sondern in einem Parallel-Event, das im Kollegium noch immer nicht ungeteilte Zuneigung erfährt. Straßer war damals auch dem Podium im Slalom schon sehr nahegekommen, als Fünfter in Schladming, allerdings bereits im Januar 2015. Und jetzt, der Satz nach ganz vorne? Auch Straßers Winter hatte zuletzt eher mäßig temperiert begonnen, in der Vorbereitung hatte er leichte Schmerzen im linken Knie nicht ganz ernst genommen, und was klein begann, war bald ein größeres Hindernis: Eine Sehne war entzündet, Straßer verpasste drei Monate Schneetraining. Die ersten Versuche im neuen Winter verliefen entsprechend holprig, Rang 29 im Parallelrennen in Lech/Zürs, Platz 18 zum Slalom-Auftakt in Alta Badia. In Madonna di Campiglio, kurz vor Weihnachten, preschte er schon wieder auf Rang sechs vor; der Straßer dort hatte bereits viel mit jenem Fahrer gemein, der im Vorwinter ein paar hochseriöse Ergebnisse unter den besten Zehn präsentiert hatte. Aber dass es im nächsten Rennen gleich für den Sieg reichen würde? "Es ist ein bisschen surreal", sagte Straßer nun. Ihm hätten die Zuschauer schon sehr gefehlt, denn"geteilte Emotionen sind die schöneren im Leben". Er habe sich vor dem Rennen auch"nicht gut gefühlt", allerdings sei es im Sport manchmal so:"Wenn man es unbedingt will, passiert es nicht, und wenn man es passieren lässt, dann passiert es auch."
Deutschland Neuesten Nachrichten, Deutschland Schlagzeilen
Similar News:Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Sensation im Schneegestöber: FC Bayern scheitert im DFB-Pokal an KielZweitligist Holstein Kiel bringt dem FC Bayern zum ersten Mal seit 20 Jahren eine Zweitrunden-Niederlage im DFB-Pokal bei.
Weiterlesen »
Die Nationalgarde im Einsatz im Kapitol in WashingtonNationalgarde sichert Kapitol in Washington USA Kapitol Sicherheitsvorkehrungen
Weiterlesen »
Corona-Lockdown: Merkel drückt aufs Tempo – Verschärfungen bei Homeoffice und im öffentlichen Nahverkehr im FokusWegen der anhaltend hohen Coronazahlen steuert Deutschland auf den zweiten kompletten Lockdown zu. Kanzlerin Merkel will sich schon kommende Woche mit den Länderchefs treffen.
Weiterlesen »
Corona – Vize-Kanzler Scholz: Im Sommer im Biergarten und Bundesliga im Stadion!Vizekanzler Olaf Scholz rechnet damit, „im Sommer im Biergarten sitzen zu können“. Besonders gewagt ist dieses Versprechen nicht.
Weiterlesen »
