Im Praxistest: Der Dacia tankt billiger als E-Autos und kommt dreimal so weit

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Dacia Duster Hybrid im Praxistest: Mit Autogas und Benzin maximal flexibel und günstig

Ein familientaugliches Allrad-SUV für unter 30.000 Euro, das trotz Benzinpreis-Hammer günstiger fährt als ein E-Auto? Das gibt's, aber nur bei Dacia. FOCUS online testet den neuen Duster mit Autogas-Hybrid.

Diesel-Preise bei 2,50 Euro, Benzin bei 2,25: Tanken ist derzeit der absolute Horror. Davon profitiert natürlich die Elektromobilität. Geht man nach den reinen Fahrtkosten, schlägt das E-Auto derzeit den Verbrenner um Längen. Alle Verbrenner?

Nein, ein kleines gallisches Dorf stellt sich dem Trend entgegen. Genauer gesagt ist es ein franko-rumänisches Dorf: Renaults Schwestermarke. FOCUS online hat den Duster getestet, bei dem es LPG sogar in Verbindung mit Hybridantrieb und Allrad gibt.

„Tribrid“ nennt Dacia das. Der Duster bietet für ein SUV gute Platzverhältnisse, für Familien mit maximal zwei Kindern reicht es aus . Der Kofferraum schluckt 348 Liter. Hier zeigt sich ein Manko des Autogas-Antriebs: Abgesehen von ein paar Mini-Fächern gibt es keinen Stauraum im Kofferraum-Unterboden, weil da der kreisrunde Gastank in der Reserveradmulde platziert ist.

Das Cockpit ist trotz des großzügigen Einsatzes von Hartplastik ansprechend gestaltet. Die Sitze sind bequem und auch auf Langstrecken keine Rücken-Killer, wie man das noch von den ersten Dacias gewohnt war. Es gibt je nach Ausstattung jetzt sogar eine Ladeschale fürs Handy zum drahtlosen Aufladen. , der Bildschirm des Duster ist aber im Vergleich zu vielen Konkurrenten deutlich kleiner.

Die Navigation läuft entweder per Smartphone-Integration oder über die App Microsoft Here. Die funktioniert zwar sehr gut, allerdings muss sie bei jedem Neustart erst geladen werden, das frisst Zeit. Je nach Ausführung gibt es das System „Media Nav Live“ mit einem 10-Zoll-Bildschirm, inklusive vernetzter Navigation, Connected Services, einen App-Store und kabelloser Smartphone-Integration per Apple CarPlay und Android Auto. Optional ist ein Arkamys-3D-Soundsystem erhältlich.

Der Duster hat die üblichen Assistenzsysteme und in der Top-Version einen Abstandsregeltempomaten. Sehr angenehm ist bei Dacia und Renault die Taste für die Assistenzsysteme,. Es genügt ein Knopfdruck, um in einen vorher konfigurierten Modus zu gelangen, in dem dann die meisten nervigen Nanny-Systeme ihr Trällern und Bimmeln einstellen. Kein Wunder, dass Dacia-Chefin Katrin Adt das neulich in einem Interview „die meistgenutzte Taste in unseren Autos“ nannte.

Andere Hersteller sollten das schleunigst übernehmen. Dacia nennt das Top-Modell des Duster tatsächlich einen „Tribrid“. Denn der Tribrid 150 4x4 kombiniert ein kleines Hybridmodul samt E-Motor nicht nur mit einem Dreizylinder-Turbobenziner, sondern eben auch mit einer Autogas-Einspritzung. 113 kW / 154 PS stehen zur Verfügung und 230 Newtonmeter maximales Drehmoment. Damit ist das rund 1,6 Tonnen schwere SUV ordentlich motorisiert, braucht 10,2 Sekunden für den Spurt auf 100 km/h und erreicht maximal Tempo 180.

Kombiniert wird das mit einem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und in der Top-Version auch noch mit Allradantrieb. Der entsteht durch den E-Motor an der Hinterachse, es braucht keine Antriebswelle vom Motor. Das automatisierte Getriebe schaltet meistens weich, bei langsamen Tempo kann es aber auch schon mal ruckeln beim Gangwechsel. In der Stadt fährt der Duster bis zu 60 Prozent der Zeit rein elektrisch.

Die Energie dafür liefert eine Batterie mit einer Kapazität von 0,84 Kilowattstunden, die entweder durch Rekuperation oder den Verbrennungsmotor geladen wird. Zwischen LPG und Benzin schaltet man mit einer Taste hin und her. Angesichts der aktuellen Spritpreise belässt man den Wagen natürlich lieber im Gas-Modus, bis der Tank leer ist. In welchem Modus man gerade fährt, merkt man vor allem an der Cockpitanzeige.

Ein Ruckeln beim Umschalten oder spürbare Veränderungen bei der Antriebspower gibt es nicht. Der Durchschnittsverbrauch lag im Test bei 8,1 Litern pro 100 Kilometer. Fährt man etwas schneller auf der Autobahn, können es auch 9 bis 10 Liter werden. Durch die geringere Energiedichte von Flüssiggas ist der Verbrauch im LPG-Betrieb höher als mit Benzin.

Zusätzlich zum 50 Liter-Gastank hat der Dacia noch einen 50 Liter großen Benzintank. Der ist bei einem Durchschnittsverbrauch von 5,8 Litern für weitere 850 Kilometer gut. Die Gesamtreichweite liegt in der Praxis bei rund 1400 Kilometern, doppelt bis dreimal soviel wie bei einem Elektroauto. Interessant wird dann auch der Kostenvergleich.

Mal abgesehen davon, dass der Dacia Tribrid 4x4 schon ab 28.990 Euro zu haben ist und damit erheblich weniger kostet als ein E-SUV dieser Größe, fährt man auf der Langstrecke selbst bei den aktuellen Höchstpreisen für Benzin und Diesel im Dacia günstiger als mit dem Elektroauto, wenn man den Gasbetrieb nutzt:: 8,42 Euro Erst wenn man sein E-Auto nur zuhause lädt bei Strompreisen von aktuell 37 Cent / KWh im Schnitt, ist das E-Auto wieder im Vorteil.

Und auch wenn man im Benzin-Modus fährt, wird es natürlich deutlich teurer, wobei der Praxisverbrauch des Duster immer noch niedrig ausfällt. Der Dacia fährt sich auch auf langen Strecken angenehm und mit moderater Geräuschkulisse, das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt und die Lenkung für ein SUV präzise genug. Der Allradantrieb schaltet die Hinterachse bei Bedarf zu und hat verschiedene Fahrmodi.

Die E-Hinterachse ist mit einem Zweiganggetriebe gekoppelt, damit sie mit der Vorderachse bis 140 km/h mithalten kann und im Schnee-Fahrprogramm in der zweiten Fahrstufe anfahren kann. Ansonsten schaltet das System bei 70 km/h hoch. Was nachts auffällt beim Dacia Duster: Die Scheinwerfer liefern im Vergleich zu vielen anderen SUV trotz LED eine eher dürftige Ausleuchtung. Den Dacia Duster gibt es als Basismodell „Essential“ Eco-G 120 mit 120 PS starkem Benziner plus LPG-Option bereits ab 18.990 Euro.

Kein anderes Verbrenner-SUV und erst recht kein Elektro-SUV dieser Größe kann da mithalten. Die 154 PS starke Hybridversion mit Allrad und Ausstattungsstufe „Extreme“ startet bei 28.990 Euro. Zur Serienausstattung gehören unter anderem Klimaautomatik, schlüsselloser Zugang, LED-Schweinwerfer, Nebelschweinwerfer, Multimedia-System und Einparkhilfe. Ergänzen sollte man noch das Technik-Paket für 700 Euro sowie das Winter-Paket für 540 Euro .

Der Markt für Autogas-PKW ist in Deutschland im Vergleich zur rasant wachsenden Emobilität eine Nische. Allerdings hat sich diese Nische seit der Benzinpreis-Krise in etwa verdoppelt auf rund 2000 verkaufte Autos pro Monat. Der Duster mit Hybrid und Allrad ist sowohl als Allround-Familien-SUV interessant als auch für Kilometerfresser, die keine Lust haben, stundenlang an Ladesäulen zu verbringen, und trotzdem nicht mehr Geld pro Kilometer zahlen wollen als beim Stromer.

Die Abdeckung mit Autogas ist gerade an den Autobahnen relativ gut, allerdings muss man immer mal damit rechnen, dass eine Säule gerade nicht funktioniert oder leer ist. Das kam während unseres Testzeitraums bei etwa einer von vier Stationen vor und erinnerte ein wenig an den Ladefrust mit öffentlichen Säulen beim E-Auto.

Allerdings kann man beim Dacia dann eben einfach mit Benzin weiterfahren. Preislich ist der Duster Tribrid konkurrenzlos, was auch für die anderen Varianten des SUV gilt. Dass es sich um ein Low-Budget-Auto handelt, sieht man zwar an manchen Ecken, aber längst nicht mehr an so vielen wie zum Start der Marke Dacia. LPG ist erheblich günstiger als Benzin, kostet aktuell rund 1,02 bis 1,10 Euro pro Liter.

LPG-Autos haben in den meisten Fällen zwei Tanks : Einen für Benzin und einen für LPG, der meistens unterhalb des Kofferraumbodens sitzt und so groß wie ein Reservereifen ist. Das Umschalten zwischen Gas- und Benzinbetrieb geschieht per Knopfdruck oder bei leerem Gastank automatisch. Während man den Gastank ganz leerfahren kann, darf der Benzintank nie ganz leer sein. Während das Erdgasnetz schrumpft, gibt es laut ADAC rund 5500 bis 6000 LPG-Tankstellen.

Die Abdeckung ist also sehr gut. Durch den vorhandenen Benzintank ist gleichzeitig volle Flexibilität gewährleistet. Der Tankvorgang läuft etwas anders als bei Benzin : 1. Adapter aufschrauben, 2.

Zapfpistole einhaken und verriegeln , 3. per Knopfdruck an der Zapfsäule Tankvorgang starten, 4. nach Ende des Tankvorgangs Zapfpistole wieder entriegeln und im Uhrzeigersinn abschrauben, 5. Adapter wieder abschrauben.

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