In den kommenden zehn Jahren soll die deutsche Bevölkerung um 1,2 Millionen Einwohner schrumpfen, doch manche Städte und Landkreise ziehen gegen den Trend zehntausende neue Bewohner an. Wir zeigen, wo es sich am meisten knubbelt.
In den kommenden zehn Jahren soll die deutsche Bevölkerung um 1,2 Millionen Einwohner schrumpfen, doch manche Städte und Landkreise ziehen gegen den Trend zehntausende neue Bewohner an.
Wir zeigen, wo es sich am meisten knubbelt. Rund 83,5 Millionen Menschen leben derzeit in Deutschland. Bis zum Jahr 2035 soll diese Zahl aller Voraussicht nach sinken. Die Analysten des Postbank Wohnatlas 2025 gehen davon aus, dass es in zehn Jahren rund 1,2 Millionen Einwohner weniger in unserem Land gibt.
Allerdings ist das nur die Gesamtzahl. Während manche Regionen einen wahren Aderlass befürchten müssen – besonders in den ländlichen Gebieten Ostdeutschlands – steigen die Einwohnerzahlen anderenorts sogar noch weiter. 139 der 400 deutschen Städte und Landkreise werden Mitte der kommenden Dekade mehr Bewohner behausen müssen als heute, in den anderen 261 schrumpfen die Einwohnerzahlen. Das hat auch Auswirkungen auf den jeweiligen Immobilienmarkt.
Viele der beliebten Regionen sind heute schon dicht besiedelte Großstädte, in denen jetzt noch für zehntausende Menschen zusätzlich Platz geschaffen werden muss. Das wird für alle Beteiligten eine Herausforderung: Städte müssen entsprechendes Bauland ausweisen oder stärker als bisher üblich in die Höhe bauen. Baufirmen und Immobilienkonzerne werden sich in diesen Regionen über viele Aufträge freuen können, die aber logistisch oft schwieriger und teurer auszuführen sein werden als Neubauten auf einer grünen Wiese.
Und Hauskäufer und Mieter müssen einen angespannten Markt mit weiter steigenden Mieten, Grundstücks- und Hauspreisen fürchten, denn für den Ansturm an neuen Einwohnern werden nicht rechtzeitig genügend Wohnungen gebaut werden. Dort, wo die Bevölkerung am stärksten schrumpft, sieht es genau umgekehrt aus. Schon heute haben ländliche Gebiete im Osten die geringsten Mieten, die niedrigsten Quadratmeter-Preise für Hauskäufer und die höchsten Leerstandsquoten. All diese Werte dürften sich in den kommenden zehn Jahren noch verbessern.
Wer also nach Immobilien-Schnäppchen sucht, ist in diesen Regionen am besten beraten. In absoluten Zahlen wird dabei der sächsische Erzgebirgskreis mit rund 47.000 Menschen die meisten Bewohner verlieren, gefolgt von den Landkreisen Zwickau und Mittelsachsen im selben Bundesland. Relativ gesehen gibt es das größte Einwohnerminus mit 16,9 Prozent in der Mittelstadt Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt gefolgt vom Landkreis Mansfeld-Südharz im gleichen Bundesland und dem Altenburger Land in Thüringen mit minus 14,6 Prozent.10.
Münster, Nordrhein-Westfalen – 8296 neue Einwohner Münster ist heute schon eine einsame Insel im nördlichen Nordrhein-Westfalen. Während um die Universitätsstadt herum die Mieten und Immobilienpreise erschwinglich sind, ragt die Großstadt preistechnisch heraus. Mit 4450 Euro pro Quadratmeter und einer durchschnittlichen Kaltmiete von 12,72 liegt Münster nicht weit vom Niveau von Köln und Stuttgart entfernt. Das liegt auch an der Beliebtheit.
Bis 2035 soll Münster um9. Städteregion Aachen, Nordrhein-Westfalen – 8456 neue Einwohner Zur Städteregion Aachen gehören neben der namensgebenden Großstadt neun weitere Städte wie Eschweiler und Würselen. Gemeinsam liegen sie im Grenzdreieck mit den Niederlanden und Belgien. Da hier schon deutlich mehr Menschen leben als in Münster, fällt der relative Anstieg der Einwohnerzahl bis 2035 mit 1,5 Prozent etwas geringer aus.
Trotzdem muss Platz fürDie Hauptstadt Brandenburgs profitiert im Guten wie im Schlechten von ihrer Nähe zur Bundeshauptstadt Berlin. Die Immobilienpreise haben hier längst deutsches Spitzenniveau erreicht. So kostet der Quadratmeter Hauskäufer im Schnitt 5000 Euro, während Mieter 13,17 Euro Kaltmiete zahlen. Auch das liegt nahe am Niveau von Top-Städten wie Köln und Stuttgart.
In den kommenden Jahren wird es nicht besser werden, denn Potsdam wächst bis 2035 umoder 5,0 Prozent an. Der Quadratmeter sollte sich dadurch inflationsbereinigt um 10 Prozent verteuern. Am beliebtesten bleiben die größten Städte des Landes. Hier gibt es die meisten Arbeitsplätze und schon jetzt zu wenig Wohnraum.
Hamburg trifft es da noch am harmlosesten mit nur, welche die Millionenstadt um gerade einmal 0,6 Prozent anwachsen lassen. Aber auch die müssen irgendwo leben. Zwar sollen deswegen auch in Hamburg die Immobilienpreise steigen, mit insgesamt 2,4 Prozent bis 2035 läge die Hansestadt aber weit unter dem deutschen Durchschnitt. Das Rheintal bietet mit die meisten Sonnenstunden Deutschlands, es liegt nahe an Frankreich und der Schweiz.
Kein Wunder also, dass es bei Zugezogenen beliebt ist. Um glatte 5,0 Prozent odersoll die Großstadt Freiburg bis 2035 anwachsen. Sie zählt heute schon zu den teuersten Flecken des Landes mit Quadratmeterpreisen von 5100 Euro und einer Kaltmiete von 15,48 Euro. Bis 2035 sollen diese um überdurchschnittliche 5,3 Prozent ohne Inflation anwachsen.
Zwar soll auch die Großstadt Augsburg wachsen, doch den umliegenden Landkreis trifft es stärker.bedeuten hier ein Plus von rund 4,6 Prozent. Entsprechend steht es um die Immobilienpreise. Die liegen heute mit rund 4000 Euro pro Quadratmeter nur leicht über dem Bundesdurchschnitt, sollen aber in zehn Jahren um inflationsbereinigte 10,2 Prozent ansteigen. Ähnliches ist auch für die Mieten zu befürchten, die aktuell noch bei 11,49 Euro liegen.
Bei den vier beliebtesten Regionen steigen die Einwohnerzahlen absolut deutlich rasanter an. Frankfurt macht mitdabei den Anfang. Für die Großstadt wäre das allerdings nur ein Anstieg um 2,2 Prozent. Denen, die hier wohnen wollen, kann das egal sein, denn die Preise in Frankfurt gehören schon jetzt zu den höchsten in Deutschland.
Der Quadratmeter Wohnfläche zum Kauf kostet durchschnittlich 6200 Euro und soll sich bis 2025 um inflationsbereinigt 3,3 Prozent verteuern. Die Mieten liegen jetzt schon bei 16,22 Euro kalt. Während der Osten viele Einwohner verliert, stellt sich Leipzig deutlich gegen den Trend.bis 2035 bedeuten ein Wachstum der Großstadt von 4,2 Prozent. Kurioserweise wird der umliegende Landkreis sogar in größerem Maße schrumpfen.
Wer nach Leipzig ziehen möchte, sollte sich deswegen beeilen. Noch sind die Quadratmeterpreise von 3200 Euro hier im Durchschnitt, ebenso die Kaltmieten von 9,43 Euro. In zehn Jahren dürften sie inflationsbereinigt um 23 Prozent höher liegen. Auf günstige Preise in München zu hoffen, ist jetzt schon vergebens.
Und trotzdem wächst die teuerste Stadt Deutschlands immer weiter. Bis 2035 rechnen Analysten mit, was ein Plus von 4,4 Prozent wäre. Dabei gibt es in der Millionenstadt jetzt schon so wenig bezahlbaren Wohnraum, dass die Quadratmeterpreise bei 8800 Euro und die Mieten bei 21,74 Euro kalt liegen – und bis 2035 inflationsbereinigt noch um 2,4 Prozent steigen sollen. Einzig die Bundeshauptstadt schlägt München noch in Attraktivität.bedeuten hier allerdings nur ein Plus von 2,1 Prozent.
Für die Immobilienpreise in der Hauptstadt sind das keine guten Nachrichten. Der Quadratmeterpreis von derzeit 5700 Euro soll inflationsbereinigt um 4,7 Prozent bis 2035 ansteigen. Die Mieten von 15,58 Euro kalt gehören jetzt schon zu den höchsten des Landes und dürften entsprechend weiter ansteigen.
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