Die Pressekonferenz vor dem Nations-League-Spiel Irland gegen Israel wurde abgebrochen, nachdem ein israelischer Reporter behauptete, irische Spieler hätten israelische Nationalspieler als Affen bezeichnet.
Die Pressekonferenz vor dem Nations-League-Spiel zwischen Irland und Israel ist am Samstag abgebrochen worden. Auslöser war die Frage eines israelischen Reporters, der behauptete, irische Spieler hätten israelische Nationalspieler beim Hinspiel am Sonntag als Affen bezeichnet. Der irische Kommunikationschef Kieran Crowley unterbrach den Journalisten und erklärte die Veranstaltung für beendet.
Eskalation bei der Pressekonferenz
Der israelische Journalist hatte die Behauptung aufgestellt, irische Spieler hätten israelische Nationalspieler als Affen bezeichnet. Daraufhin wurde er unterbrochen. Crowley sagte, dies sei völlig unwahr, und beendete die Pressekonferenz. Zuvor war dem Journalisten das Mikrofon wieder abgenommen worden. Er rief dabei, man solle ihn nicht anfassen. Irlands Trainer Heimir Hallgrimsson, an den die Aussage gerichtet war, wollte sich zu den Vorgängen nicht näher äußern.
Nach Informationen der dpa wurde nach dem abrupten Ende ein separates Briefing ausschließlich für irische Medien angesetzt. Wie irische Medien berichteten, wurde auch diese Veranstaltung in einen anderen Bereich des Stadions verlegt, als ein Vertreter des israelischen Rundfunks daran teilnehmen wollte.
Hintergrund: Boykottdebatte vor dem Hinspiel
Bereits vor dem ersten Spiel hatte die irische Nationalmannschaft einen Boykott wegen des Gaza-Krieges erwogen. Ein Tag vor dem 3:0-Sieg seines Teams am vergangenen Montag sagte ein irischer Vertreter, man spiele nicht mit Völkermord, sondern gegen Völkermord. Man spiele gegen Israel, nicht mit Israel. Im Hinspiel waren die Iren mit schwarzen Armbinden aufgelaufen, um all derer zu gedenken, die in diesem Konflikt ihr Leben verloren haben, wie es vor dem Anpfiff mit Blick auf den Gaza-Krieg hieß.
Bei der israelischen Hymne hielten die Iren ihre Köpfe gesenkt. Zudem gab es keinerlei Abklatschen vor oder nach dem Spiel. Irlands Ersatztorwart Gavin Bazunu hatte das Spiel boykottiert und fehlt auch am Sonntag.
Politische Spannungen im Sport
Der Vorfall ist die nächste Kontroverse im sportlich-politischen Streit zwischen Irland und Israel. Der Gaza-Krieg hat die Begegnungen überschattet und zu Spannungen geführt. Die irische Mannschaft hatte bereits vor dem ersten Spiel mit einem Boykott gedroht und ihre Ablehnung des israelischen Vorgehens deutlich gemacht.
Die israelische Seite reagiert auf die Vorfälle mit Unverständnis. Der abgebrochene Pressekonferenz und das separate Briefing für irische Medien zeigen die angespannte Atmosphäre vor dem Nations-League-Spiel am Sonntag.
Die UEFA und der irische Verband haben sich bislang nicht offiziell zu dem Vorfall geäußert. Es bleibt abzuwarten, ob der Abbruch der Pressekonferenz weitere Konsequenzen nach sich zieht.
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