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Israel: Ultraorthodoxe stürmen Grundstück von einem Richter des Obersten Gerichtshofs

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Israel: Ultraorthodoxe stürmen Grundstück von einem Richter des Obersten Gerichtshofs
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Ein Mob strenggläubiger Juden hat einen Topjuristen zu Hause belagert. Dessen Frau reagiert fassungslos: »Was ist das, die Kristallnacht?« Dahinter steckt ein radikaler Rabbiner.

Die Männer verwüsteten übereinstimmenden Medienberichten zufolge den Eingangsbereich des Hauses, zerschmetterten Fenster und beschädigten das Auto des Topjuristen. Der Grund für die Ausschreitung: Die Ultraorthodoxen wollten gegen die Festnahme anderer Gottesfürchtiger protestieren, die wegen Wehrdienstverweigerung von den Behörden mitgenommen worden waren.

Die Folge: Zahlreiche Randalierer wurden am Mittwochabend selbst festgenommen. Israels Premierminister Benjamin Netanyahu verurteilte den Angriff – es war nicht der erste in dieser Woche. Bereits vor zwei Tagen hatten Hunderte Demonstranten versucht, in das Privathaus eines hochrangigen Polizisten ineinzudringen, und in der Kleinstadt Beit Schemesch stürmten Ultraorthodoxe gar eine Polizeistation. Beide Protestaktionen waren von einer Hardlinergruppe um den einflussreichen Rabbiner Azriel Auerbach organisiert worden, berichtet die Tageszeitung »Haaretz«.

Die Protestaktionen markieren den turbulenten Start des Wahlkampfs. Am Dienstag hat das israelische Parlament in erster Lesung für seine Auflösung gestimmt und damit einen weiteren Schritt in Richtung einer vorgezogenen Neuwahl getätigt. 106 von 120 Abgeordneten der Knesset stimmten in Jerusalem für einen entsprechenden Vorschlag der Regierungskoalition. Vor einer endgültigen Billigung muss der Vorschlag allerdings noch zwei weitere Lesungen passieren.

Für vorgezogene Neuwahlen: Israelische Abgeordnete stimmen in erster Lesung für Auflösung des Parlaments Netanyahus strengreligiöse Koalitionspartner fordern die Auflösung des Parlaments, weil sie verstimmt darüber sind, dass die Regierung kein Gesetz zur Befreiung ultraorthodoxer Männer von der Wehrpflicht durchsetzen konnte. Angesichts eines starken Mangels an Kampfsoldaten und eines Stimmungswandels nach dem Hamas-Terrorangriff am 7. Oktober 2023 auf Israel ist das Vorhaben stark umstritten. Strengreligiöse Männer waren in Israel jahrzehntelang von der Wehrpflicht befreit.

Diese Ausnahmeregelung lief jedoch vor rund zwei Jahren aus. Haben Sie einen Fehler im Text gefunden, auf den Sie uns hinweisen wollen? Oder gibt es ein technisches Problem? Melden Sie sich gern mit Ihrem Anliegen.

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