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'Jannik ist hirntot': Wie eine Organspende das Leben von Menschen verändert

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'Jannik ist hirntot': Wie eine Organspende das Leben von Menschen verändert
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Mehr als 700 Menschen warten in Niedersachsen auf ein Spenderorgan. Waltraud Dahm und Kristin Feld berichten von ihrer Entscheidung zur Organspende und werben für Gespräche in den Familien.

Als drei Ärzte im Jahr 2020 in einem Krankenhaus in Meppen vor Waltraud Dahm stehen, verändert sich ihr Leben schlagartig.

"Jannik ist hirntot", sagt einer von ihnen. Ihr Sohn hatte zuvor bei einem schweren Autounfall schwerste Verletzungen erlitten. In dem Gespräch fällt erstmals das Wort Organspende. Die Eltern treffen die Entscheidung - und so rettet Jannik noch fünf Menschenleben.

Seit drei Jahren sprechen Waltraud Dahm und ihre Tochter Kristin Feld vielerorts in Niedersachsen über ihre Erfahrungen. Zweimal im Monat besuchen sie Schulen, Vereine, Landfrauen, private Gruppen und Kliniken. Ihr Ziel: Menschen dazu bringen, sich mit Organspende auseinanderzusetzen und in den Familien darüber zu sprechen.

"Dass das Thema auch wirklich in die Familien getragen wird", sagt Kristin Feld. Besonders bewegt hat die Familie die Reaktion einer Schulklasse. Viele Jugendliche berichteten anschließend, sie hätten mit Eltern oder Großeltern über Organspende gesprochen und wollten einen Organspende-Ausweis ausfüllen. Die gesetzlichen Bestimmungen zur Organspende in Deutschland sind streng.

So streng, dass es nur im Ausnahmefall tatsächlich zur Spende kommt. Für Angehörige ist die Situation oft schwer verständlich. Intensivkrankenschwester Sabine Stoll begleitete die Familie nach Janniks Unfall. Sie erklärt, warum der Hirntod für Außenstehende kaum erkennbar ist.

"Der Patient ist warm, der Brustkorb hebt und senkt sich", sagt sie. Häufig seien äußerlich nur wenige Verletzungen sichtbar. Deshalb sei es wichtig, Angehörigen Gewissheit zu geben, etwa durch Untersuchungen, die zeigen, dass das Gehirn nicht mehr durchblutet wird und der Tod eingetreten ist. Oft wird Organspende erst nach dem Tod eines nahestehenden Menschen zum Thema.

Dann tauchen nicht selten Ängste auf. Viele Menschen hätten Sorge, nicht wirklich tot zu sein oder dass der Körper nach einer Spende entstellt werde, sagt der Transplantationsbeauftragte Christian Prause vom Ludmillenstift in Meppen. Um Menschen diese Ängste zu nehmen, fehle es immer noch an Aufklärung. Zahl der Spender in Niedersachsen unter dem Durchschnitt Die Zahl der Spenderinnen und Spender ist gering.

In Niedersachsen warteten laut Deutscher Stiftung für Organtransplantation im vergangenen Jahr 729 Menschen auf ein Organ. Dem standen 80 Spenderinnen und Spender mit 274 gespendeten Organen gegenüber. Niedersachsen liegt damit unter dem bundesweiten Schnitt. In Deutschland gab es im vergangenen Jahr 985 Spender, während mehr als 8.000 Menschen auf ein Organ warteten.

Für Familie Dahm war die Entscheidung zur Organspende richtig. Über anonymen Briefkontakt erfuhren sie, wie es der Empfängerin von Janniks Herz geht. Schon im ersten Brief schrieb sie von ihrem Wunsch nach einem Kind. Später berichtete sie von der Geburt ihrer Tochter.

"Da sind wir auch wirklich stolz", sagt Waltraud Dahm. Waltraud Dehm und Kristin Feld stehen im"Park des Erinnerns" vor Janniks Baum. Auch der Austausch mit weiteren betroffenen Familien gibt Kraft. Einmal im Jahr organisiert die Deutsche Stiftung für Organtransplantation ein Zusammenkommen im sogenannten"Park des Erinnerns, Denkens und Hoffens".

Hier werden Bäume für die Organspender gepflanzt, um sie als Helden zu feiern. Für Jannik wird in diesem Jahr ein Amberbaum aufgestellt. Dieser blüht im Herbst, zu Janniks Todestag, feuerrot. Passend zu seiner Leidenschaft bei der freiwilligen Feuerwehr Freren.

Beim ersten Angehörigentreffen haben Waltraud und ihr Mann Ferdinand Dahm eine andere Familie mit dem gleichen Schicksal kennengelernt.

"Es ist eine wildfremde Familie, aber wir waren sofort ganz innig miteinander. "Auch Janniks Schwester Kristin Feld lernt bei diesem Treffen jemanden kennen, der mittlerweile ihr Partner ist. Beide verloren ihre Brüder bei Unfällen, beide Familien entschieden sich für Organspenden.

"Dadurch entsteht neues Leben", sagt Kristin. Für das Paar hat diese Aussage inzwischen eine ganz persönliche Bedeutung, sie haben ein Baby bekommen. Ursprünglich rechneten die Ärzte mit dem Geburtstermin zum Tag der Organspende. Das Mädchen ist am 28.

Mai gesund zur Welt gekommen. Wenn Sie unsere Inhalte schätzen und diese häufiger in den Schlagzeilen der Google-Suche angezeigt bekommen möchten, dann legen Sie NDR.de doch als bevorzugte Quelle fest. Voraussetzung ist ein Google-Konto. Warten auf ein Organ - und politische Entscheidungen Mehr als 8.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan.

Zwei fraktionsübergreifende Gruppen im Bundestag wollen die Zahl der Organspenden erhöhen - mit unterschiedlichen Konzepten. Von Isabell Karras. Seit Jahren wird debattiert, wie man die Zahl der Organspenden erhöhen kann. Nun fordern Bundestagsabgeordnete mehrerer Parteien erneut die Einführung einer Widerspruchslösung.

Welche Argumente dafür und dagegen gibt es? Das gilt für beide Richtungen zwischen Ladbergen und Lengerich in NRW. Auf der A31 im Emsland gibt es eine kurze Vollsperrung. Organspende: Wenn Ärzte eine unerträgliche Frage stellen müssen

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