Premierminister Fumio Kishida blickt auf ein erfolgreiches Wahlwochenende zurück. Seine Macht in Japan erscheint gefestigter denn je. Dabei profitiert er von einem Geist, den er seiner Partei eigentlich austreiben müsste, schreibt Thomas Hahn
Die Hoffnung war, dass die Niederlage diesmal wenigstens nicht sofort feststeht. Aber daraus ist nichts geworden, das muss Yoshifu Arita von Japans zentristischer Oppositionspartei CDP einräumen. Es ist halb neun am Sonntagabend, die Wahllokale bei der Nachwahl zum Unterhaus im Wahlkreis Yamaguchi vier sind erst seit einer halben Stunde zu. Und schon ist klar, dass nicht er, Arita, 71, Journalist und Rassismus-Bekämpfer, gewonnen hat.
Kishida hat dieses Ergebnis gebraucht. Denn in der LDP ist er nicht ganz unumstritten. Abes Vermächtnis ist noch sehr gegenwärtig, obwohl es mittlerweile über neun Monate her ist, dass ein Ex-Marinesoldat den Ex-Premier bei einem Wahlkampftermin in Nara erschoss. Den Anhängern von Shinzo Abe missfällt, dass Kishida manche Prinzipien ihres Idols infrage stellt. Kishida glaubt nicht bedingungslos an das wenig nachhaltige Wirtschaftshilfe-Programm Abenomics.
"Ich persönlich bin kein Abe-Fan, aber viele hier finden ihn toll", sagt der Imbissverkäufer Mitsuhiko Hayashi, 57."Man spürt einfach, dass er immer noch sehr beliebt ist", ergänzt Tomomi, 55, seine Frau. Sie kommen gerade vom Wählen aus dem Rathaus von Shimonoseki. Das Wetter ist schön, das Leben nicht schlecht. Verteidigung und Wirtschaft seien für sie die wichtigsten aktuellen Themen, sagen die Eheleute. Aber laute Klagen haben sie nicht.
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