Hypochonder-Kolumne: Furcht vor Chaos lässt sich überwinden. Manchmal reichen eine Zugfahrt, Stopps ohne Grund, eine Notbremsung und eine defekte Klimaanlage.
Das hätte etwas Kontemplatives haben können, wäre der Zug nicht plötzlich losgerollt, um erst in Minden wieder stehen zu bleiben. Planmäßig! Abgesehen von einer marginalen Verspätung, die nur deshalb auf eine halbe Stunde anwuchs, weil wir uns von einem ICE überholen lassen mussten. Behaupte noch jemand, die Zugflotte der Deutschen Bahn werde unzureichend überholt.
Minden lag keine 50 Kilometer hinter uns, da wurde ohne nennenswerte Verzögerung publik, dass ein vor wenigen Sekunden abrupt eingeleiteter Stopp auf einen Unbekannten zurückging. Die Suche nach dem Tatort schloss das Begleitpersonal bald erfolgreich ab. Nur eine Dreiviertelstunde später als avisiert war Hannover erreicht, wo die Bundespolizei den derweil ermittelten Notbremser zur Rechenschaft und aus dem Verkehr zog.Christian Schwager ist Redakteur für Gesundheit und schreibt alle zwei Wochen an dieser Stelle über seine eingebildeten Krankheiten.
Zeit für einen Kaffee. Leider hatte der Bistrowagen schließen müssen. Die Klimaanlage streikte. Die ebenfalls unterkühlte 1. Klasse verursachte durch vorübergehende Umzugstätigkeit eine gewisse Unruhe auf den Gängen. Die Zugbegleiter blieben allzeit nervenstark. Sie richteten sogar in einem anderen Wagen einen provisorischen Kaffeeausschank ein und luden dorthin ein.
Ich verzichtete, der inneren Unruhe wegen. Da sie sich nicht gut anfühlte, griff ich zum Smartphone, tippte in eine Suchmaschine „Angst vor Chaos“ und lernte dank psycholex.org oder so, dass sich eine solche Empfindung Ataxophobie nennt und auftreten kann, wenn sich Dinge an einem ungewohnten Platz befinden; zum Beispiel der Kaffeeausschank unweit der Toilette in Wagen 10. Oder wenn etwas falsch läuft, ein Zug nicht zügig unterwegs ist.
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