Der deutsche Kanzler Friedrich Merz hat die ukrainische Hauptstadt Kiew besucht, um weitere Militärhilfe anzukündigen. Trotz zunehmender Drohnenangriffe und einer Warnung des russischen Außenministeriums, betonte Merz die Bedeutung der Unterstützung für die Ukraine im fünften Kriegswinter.
Kanzler-Besuch mitten im Krieg: Friedrich Merz ist Sonntagfrüh mit einem Sonderzug in der ukrainischen Hauptstadt Kiew eingetroffen. Jetzt macht Merz seine Unterstützung vor Ort deutlich: In Kiew will der Kanzler der Ukraine weitere umfangreiche Militärhilfe zusagen.
"Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns", sagte Merz bei seiner Ankunft. Begleitet wird Merz von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (53, CDU) und zehn Unternehmern aus der Rüstungs- und Energiebranche. Deutschland will vor allem die ukrainische Drohnenabwehr verstärken. Nach Angaben aus Regierungskreisen soll Merz laut "dpa" in Kiew die baldige Lieferung Tausender Abfangdrohnen zusichern.
Milliarden Euro für Drohnenabwehr und Waffenproduktion
Sie sollen unter anderem besonders schnelle russische Kampfdrohnen mit Düsenantrieb vom Himmel holen. Gleichzeitig soll die Produktion weitreichender Waffen vorangetrieben werden, mit denen die Ukraine russische Nachschublinien hinter der Front angreifen kann. Dafür sollen eine Milliarde Euro aus bereits bewilligten Haushaltsmitteln freigegeben werden. Weitere 350 Millionen Euro sind für die Reparatur und den Wiederaufbau zerstörter Kraftwerke vorgesehen.
Der Kanzler reist dabei in einer höchst angespannten Lage in die Ukraine. Drohnenangriffe haben zugenommen, auch Kiew und Personenzüge werden angegriffen. Nur wenige Stunden vor der Ankunft des Kanzler-Zuges warnte das russische Außenministerium ausländische Besucher und Diplomaten vor einem Aufenthalt in der Hauptstadt. Sie sollten Kiew verlassen und sich vor allem nicht in der Nähe militärischer Einrichtungen und Regierungsgebäude aufhalten.
Merz hielt trotzdem an seiner Reise fest. Er sei nach Kiew gekommen, "weil die Ukraine für die kommenden Wochen all unsere Unterstützung braucht". Der Kanzler weiter: "Bald beginnt für die Menschen der fünfte Kriegswinter. Russland bombardiert Städte, Wohnhäuser und Heizkraftwerke.
Merz verspricht Selenskyj anhaltende deutsche Unterstützung
" Seine Botschaft an Präsident Wolodymyr Selenskyj wolle er persönlich überbringen: "Ich werde Präsident Selenskyj heute sagen: 'Auf unsere Hilfe könnt ihr weiter zählen. '" Für Merz ist es bereits der zweite Besuch in Kiew als Bundeskanzler. Schon vier Tage nach seiner Vereidigung im vergangenen Jahr war er gemeinsam mit europäischen Partnern in die ukrainische Hauptstadt gereist. Damals forderten sie Russland zu einem bedingungslosen Waffenstillstand auf.
Ohne Erfolg. Merz setzt deshalb inzwischen verstärkt auf militärischen Druck. Russland verstehe nur die "Sprache der Stärke", sagte der Kanzler. Mit seinem erneuten Besuch in Kiew und den angekündigten Waffenhilfen will er nun deutlich machen: Deutschland hält an der Unterstützung der Ukraine fest.
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