Nach Lennart Karls WM-Aus wird Assan Ouédraogo nachnominiert. Wir erklären die Idee von Julian Nagelsmann – und die schlechte Kunde für Leroy Sané.
. Es entstand zuletzt der Eindruck, dass der 18-Jährige auf der rechten Offensivseite im 4-2-3-1 von Bundestrainer Julian Nagelsmann gesetzt gewesen wäre.verpasst, fällt nun die zweite Option für den rechten Flügel weg.
Leroy Sané steht als möglicher Ersatz bereit, aber womöglich entscheidet sich Nagelsmann anders. Denn: Interessanterweise nominierte der Bundestrainer für Karl keinen Flügelspieler nach, sondern Leipzigs Mittelfeldmann Assan Ouédraogo. Und das ist eine schlechte Nachricht für Sané. Ouédraogo hatte in der abgelaufenen Saison vornehmlich auf der Acht, sprich auf der offensiven Halbposition im Dreiermittelfeld von Leipzig gespielt.
Einmal kam er aushilfsweise als Linksaußen in der vordersten Linie zum Einsatz. Es hätten andere Optionen für Nagelsmann bestanden. Kevin Schade und Chris Führich, zwei klassische Flügelstürmer, wären gewiss gerne in die USA gekommen. Said El Mala kann auch außen spielen, wenngleich auf der linken Seite.
Am Ende fiel die Wahl auf Ouédraogo. Was auch bedeutet, dass im Kader für die Weltmeisterschaft recht wenige Flügelstürmer stehen. An sich finden wir dort – Stand jetzt – lediglich zwei: Jamie Leweling und eben Sané. Maximilian Beier hat sich bei Borussia Dortmund auch als Linksaußen etabliert, kommt aber ursprünglich aus dem Sturmzentrum, wo er einst bei Hoffenheim auflief.
Doch klar ist, dass Nagelsmann nicht unbedingt auf die Tempomaschinen setzt. , aber ist aufgrund seiner Prägung als Zehner auch jemand, der den Halbraum und die Möglichkeit für Diagonalpässe immer im Auge behält. Der Bundestrainer glaubt nicht daran, dass sich für Sprinter wie Schade wirklich Räume für lange Läufe ergeben. Besondersmuss die deutsche Mannschaft vornehmlich tiefstehende Teams oder Teams mit kompaktem Mittelfeldpressing schlagen.
Technische Fähigkeiten und schnelle Pass-Entscheidungen sind deshalb umso wichtiger. Ob Ouédraogo auf Einsatzminuten kommt, werden wir sehen. Ähnlich wie Nadiem Amiri bietet er eine Alternative für die offensive Sechs, sollte Felix Nmecha oder Leon Goretzka etwas passieren. Aber wer wird nun die Position rechts neben Florian Wirtz und Jamal Musiala besetzen?
Spontan könnte man meinen, dass nun wieder die Stunde von Sané schlägt. Der 30-Jährige gehört zu den bei Fans eher unbeliebten DFB-Persönlichkeiten und ist nach seinem Wechsel von Bayern zu Galatasaray vor einem Jahr auch etwas aus der deutschen Öffentlichkeit verschwunden. Galatasaray ist ein Top-Verein, und Sané hat in der abgelaufenen Saison auch für den türkischen Meister performt. Aber ob er wirklich noch im DFB-Team funktioniert, bleibt fraglich.
Zuletzt war im Kontext der Nationalmannschaft eher die Rede davon, dass sich Sané in der Verfolgerrolle befinden würde. Während seiner ereignisreichen Karriere hatte sich der frühere Schalker immer mal in Richtung eines verkappten Zehners entwickelt und teils Einsätze im zentraloffensiven Mittelfeld erhalten. Er ist kein sturer Liniensprinter, der unbedingt zur Grundlinie ziehen möchte. Das würde wiederum – angesichts der Nagelsmann'schen Personalentscheidungen – für Sané sprechen.
Denkbar wäre aber eben auch, dass es eine andere Lösung gibt. Kai Havertz etwa wurde Ende März im Testspiel gegen Ghana auf der rechten Seite eingesetzt. Dafür spielte Nick Woltemade in der Mitte und Gnabry nominell auf der Zehn, wobei Havertz und Gnabry regelmäßig rotierten. Gnabrys Vorteil ist, dass er auch die vorderste Linie kompetent besetzen kann, was er etwa in Bayern-Diensten und im Zusammenspiel mit Harry Kane, der sich gerne ins Mittelfeld zurückzieht, des Öfteren praktiziert.
Sollte Havertz in der Tat auf die rechte Seite gehen und zusammen mit Musiala sowie Wirtz rotieren, würde sich Nagelsmann für das konstant spielstärkste Mittelfeld entscheiden. Sané ist auch spielstark, aber eben beständig wie das Wetter in North Carolina: gar nicht.. Das schien vor drei Monaten noch undenkbar, aber der Bundestrainer hat zuletzt so manches Mal seine Meinung geändert.
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