Experte zu Katar-Vorurteilen: Die WM, die die FIFA verdient hat
sprechen. Also über etwa zwei Millionen Menschen aus Nepal oder Bangladesch, Sri Lanka oder den Philippinen, Uganda oder Nigeria. Menschen, die aus Ländern kommen, wo Arbeit ein rares Gut und monatliches Einkommen über 100 US-Dollar so besonders wie Pistazieneis ist.
Würden Sie denn bitte zu acht oder zehnt auf maximal 20 Quadratmetern in Stockbetten mit einem kleinen Schränkchen für all Ihre Sachen des Lebens zwölf Monate lang ohne Urlaub leben wollen und dann auch können? „Jeder, der […] sich diese Spiele anguckt, dem wird man jetzt keine moralischen Vorwürfe machen können, mir auch nicht“, sagt Philipp Köster, Chefredakteur der Zeitschrift '11 Freunde'.Wenn Sie einmal eine Nacht lang mit Gastarbeitern zusammengesessen und sich deren Geschichten angehört haben, von nicht-gezahlten Löhnen und abgenommenen Pässen, von Arbeit bei 50 Grad ohne die versprochene Pause in der Mittagshitze oder von Drohungen, sie würden nach Hause geschickt, wenn sie sich bei katarischen Behörden beschweren, dann verstehen Sie, was Arbeitsschutz in Deutschland wert ist. Zur Wahrheit gehört dann aber auch, dass die Arbeitsrechtsreformen der letzten Jahre in Katar die weitreichendsten aller Staaten am Arabischen Golf sind. Aber sie greifen natürlich immer noch zu kurz und werden immer noch viel zu weitläufig von westlichen und von katarischen Unternehmen umgangen.... die WM 2022 und Katar seit der Vergabe intensiv begleitet. Als Experte für Sportpolitik war er sechs Mal für viele Wochen im Land, hat mit den WM-Organisatoren und Menschenrechtsorganisationen gesprochen, mit Kataris und Wissenschaftlern. Er war einer der ersten weltweit, die über die Situation der Gastarbeiter aus den Camps in Katar berichtet hat. Als Experte zu Katar und der WM 2022 wurde er in den Menschenrechtsausschuss des Europaparlaments und den Sportausschuss des Deutschen Bundestages eingeladen. Er war einer der ersten weltweit, der über die Situation der Gastarbeiter aus den Camps in Katar berichtet hat. Seine Festnahme bei einem seiner Besuche ging um die Welt. Als Experte zu Katar und der WM 2022 wurde er in den Menschenrechtsausschuss des Europaparlaments und den Sportausschuss des Deutschen Bundestages eingeladen.Bildquelle: Annika Fußwinkel, WDRUnd eine der Wahrheiten ist auch, dass die 6.500 Toten, über die nach einem Artikel der britischen Tageszeitung "The Guardian" letztes Jahr die ganze Welt schreibt, sich auf tote Menschen aus gerade mal fünf südasiatischen Ländern in Katar bezieht, in den Jahren 2011 bis 2020, nicht nur Gastarbeiter und nicht nur auf Baustellen der WM-Stadien, sondern generell in Katar. Die Zahl ist also deutlich zu hoch, wenn es um tote Arbeiter auf Baustellen der WM-Stadien geht , und sie ist deutlich zu niedrig, wenn es darum geht, wie viele Gastarbeiter durch ihre Arbeit in Katar in den Jahren seit WM-Vergabe 2010 in Katar, auch wegen der durch die WM viel intensiveren Bautätigkeit gestorben sind.
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