Japan profitiert in der Tankan-Umfrage vom KI-Boom, während Investitionen steigen und der Arbeitskräftemangel spürbar anhält.
In Japan hellt sich die Stimmung in der Großindustrie zum sechsten Mal in Folge auf. Trotz des Arbeitskräftemangels verschärft die Regierung jedoch die Anforderungen an Ausländer für dauerhafte Aufenthaltsgenehmigungen.
Halbleiterspezialist Tokyo Electron, hier ein Werk in Kyushu, gehört zu den Nutznießern des KI-Booms. Die Geschäftsstimmung unter den großen japanischen Produzenten hat sich von Juli bis September dank der starken Nachfrage im Bereich Künstliche Intelligenz und Halbleiter zum sechsten Mal in Folge verbessert. Die erhöhten Kosten infolge des Iran-Kriegs konnten den Managern der Großindustrie die Laune nicht verderben. Bei der vierteljährlichen Tankan-Umfrage der Zentralbank stieg der entsprechende Index um zwei Punkte gegenüber dem Vorquartal auf 24.
Auch mittelgroße und kleine Unternehmen verzeichneten Zuwächse um 6 bzw. 5 Punkte. Ein positiver Wert bedeutet, dass die Optimisten in der Überzahl sind. Die Umfrage gilt als Gradmesser für Japans Wirtschaft und beeinflusst die geldpolitischen Entscheidungen der Bank of Japan. Bei den großen Unternehmen außerhalb des verarbeitenden Gewerbes verschlechterte sich der Indexwert zum ersten Mal seit fünf Quartalen und sank um zwei Punkte, steht aber immer noch ungewöhnlich hoch bei 35.
Hotels, Gastronomie und Einzelhandel reagierten vermutlich auf das schlechte Wetter im August und September und einen Rückgang der Zahl von ausgabefreudigen Touristen aus China. Bei den Investitionen zeigte sich ein gemischtes Bild: Die Gesamtinvestitionen stiegen um 9,3%, wobei eine leichte Verschiebung von Auslands- zu Inlandsinvestitionen zu beobachten war.
„Der Arbeitsmarkt bleibt angespannt, was Anreize für arbeitssparende Investitionen schafft“, sagte Naomi Fink, Chefökonomin der Vermögensverwaltung Amova AM. Japans Großunternehmen planen für das laufende Geschäftsjahr unverändert eine Steigerung der Anlageinvestitionen um 11,3%. Dies deutet darauf hin, dass die Unternehmen weitgehend an ihren Plänen festhalten. Die Markterwartungen haben sich in Richtung einer schnelleren geldpolitischen Straffung verschoben.
Umfragen zufolge rechnet man mit zwei weiteren Zinserhöhungen bis April 2027. Die Tankan-Zahlen stehen einem Zinsschritt nicht im Weg. Das Protokoll der zurückliegenden Sitzung der Bank of Japan ergab jedoch keine direkten Signale für eine Beschleunigung der Zinserhöhungen. Ein weiterer schneller Zinsschritt im Oktober erscheint daher weniger wahrscheinlich.
Der Yen gab deshalb gegenüber dem Dollar um fast 1% nach. Auch sorgte der Anstieg der Renditen bei US-Staatsanleihen für Abwärtsdruck. Aber der Markt stellt sich auf eine Erhöhung im Dezember ein. Laut Daten von Marktforscher Totan beträgt diese Wahrscheinlichkeit 82%.
Der Tankan-Bericht bestätigte die anhaltend großen Probleme der Unternehmen, Arbeitskräfte zu bekommen. Der entsprechende Index für das verarbeitende Gewerbe sank um zwei Punkte auf -29 und im Dienstleistungsgewerbe um einen Punkt auf -38. Dennoch verschärfte die Regierung von Sanae Takaichi die Bedingungen für Ausländer, einen dauerhaften Wohnsitz im Land zu erhalten. Die Gebühren für einige Aufenthaltsgenehmigungen wurden zum 1.
Oktober mehr als verzehnfacht, wobei die Kosten für eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung um das 20-Fache stiegen. Die Regierung führte neue Anforderungen in Bezug auf Einkommen, Rente und Japanisch-Kenntnisse für die Bewilligung einer unbefristeten Aufenthaltsgenehmigung ein. Takaichis strengerer Kurs zielt darauf, dass Ausländer dem Staat nicht auf der Tasche liegen. Die höheren Einnahmen sollen Integrationskosten finanzieren.
Andrew Bailey fürchtet Schocks an den Finanzmärkten, die eine Neubewertung von KI nach sich ziehen könnte. Den britischen Finanzstabilitätshütern macht die Schuldenfinanzierung der KI-Investitionen Sorgen. Die US-Regierung fordert von Deutschland und Frankreich laut Insidern die Freigabe ihrer Dieselreserven und stellt andernfalls einen Exportstopp in Aussicht. Präsident Donald Trump wolle so vor den Zwischenwahlen die Kraftstoffpreise senken.
Berlin mahnt koordinierte Lösungen an. Die SNB muss ihre Nullzinspolitik zunehmend rechtfertigen: Die steigende Teuerung und ein negativer Geldmarktsatz nähren Erwartungen an eine Wende im Dezember. Lula oder Bolsonaro: Wer am 25. Oktober die Stichwahl gewinnt, muss sich Mehrheiten in einem stark fragmentierten Parlament teuer erkaufen.
Das hemmt Reformen in einem Land, dessen Haushalt zu rund 90% aus Pflichtausgaben besteht und dessen Wachstum nachlässt. Nach langem Zögern konkretisiert Südkorea die vor knapp einem Jahr zugesagten „strategischen“ Investitionen in den USA. Seoul widerspricht jedoch Präsident Trump bei einem Erdgasprojekt in Alaska. Die Industrie im Euroraum ist besser gestimmt als gedacht, das Wachstum breit basiert. Die Einkaufsmanagerumfrage deutet zudem ein Ende der Jobverluste an.
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