Investitionen in Künstliche Intellligenz (KI) haben der US-Wirtschaft Auftrieb gegeben. Der Kostendruck bleibt aber problematisch.
Rechenzentren wie hier in Denver, Colorado zählen mittlerweile zu denwichtigsten Stützen der US-Industrie. Der Aufschwung in der US-Industrie hat sich im September beschleunigt. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global für das verarbeitende Gewerbe stieg von 53,9 auf 55,9 Punkte.
Der PMI erreichte damit den höchsten Stand seit Mai 2022. Ein kräftiger Auftragsschub führt zu mehr Neueinstellungen und einem deutlichen Produktionsanstieg.
„Auffallend ist der Anstieg bei Maschinen, die für die KI-Industrie benötigt werden“, stellte Chris Williamson, Chief Business Economist bei S&P Global Market Intelligence, fest. Negativ schlugen lediglich die Schwäche bei Auslandsaufträgen und der andauernde Kostendruck zu Buche. Die hohen Inputpreise begründet der Bericht mit den Folgen der US-Zölle, Lieferkettenengpässen und dem Krieg im Iran. Ein ähnliches Bild zeichnete der PMI des Institute for Supply Management .
Der PMI lag mit 54,5% um 0,1 Prozentpunkte unter dem Stand vom August. Dennoch spiegelt der Index damit im 23. Monat eine leichte bis moderate Expansion wider. Jeder Wert oberhalb der Marke von 47,5% bedeutet dem Institut zufolge, dass die Branche im Aufschwung ist.
Zuvor hatte die US-Notenbank gemeldet, dass die Industrieproduktion im August gegenüber dem Vormonat unverändert war. Im verarbeitenden Gewerbe gab die Fertigung um 0,3% nach. Gestützt wurde die Industrie wegen des Booms bei stromfressenden Datenzentren von den Versorgungsunternehmen. Während die hartnäckige Inflation der Wirtschaft weiter zu schaffen macht, tobt auch die Debatte um eine akkurate Erfassung der Teuerung weiter.
Am Donnerstagabend nahm Fed-Vorstandsmitglied Christopher Waller an einer Konferenz über die von der Notenbank verwendeten Konjunkturdaten teil. Waller, den US-Präsident Donald Trump nominiert hatte, ist ein Anhänger umstrittener Reformen bei der Notenbank. Er beschrieb den Boom in KI-Investitionen als „technologisches Erdbeben“. Die Technologie würde künftig helfen, Suchen nach Konjunkturdaten der Notenbank an die „Federal Reserve Economic Data“ Site des Fed-Ablegers in St. Louis umzuleiten.
FRED enthält unter anderem hochaktuelle Daten zur Teuerung, der Arbeitslosigkeit, dem Wirtschaftswachstum und der Staatsverschuldung. Zu den von Waller geforderten Reformen zählt die Einführung neuer Kriterien zur Inflationsmessung. Auch plädiert er für eine Zentralisierung diverser Kompetenzen. Kritiker werfen ihm vor, damit die regionalen Zentralbanken entmachten zu wollen.
Auch würde Waller auf diesem Wege die Macht der Federal Reserve in Washington ausbauen und Trump Möglichkeiten zur politischen Einflussnahme auf die Geldpolitik geben. Von demokratischer Seite sieht sich der Notenbanker seit längerer Zeit dem Vorwurf ausgesetzt, Trump zuliebe für niedrigere Zinsen zu plädieren. Zwar hatte sich Waller Mitte September dem einstimmigen Mehrheitsbeschluss für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte angeschlossen. Prinzipiell gilt er aber als eine der überzeugtesten Inflationstauben in den Reihen der Fed.
Kurz vor dem Zinsbeschluss hatte Waller betont, dass er dazu neigt, am bestehenden Leitzins festzuhalten. Sein Votum würde letzten Endes davon abhängen, ob neue Daten auf eine Abkühlung der Inflation hindeuten. Am Mittwoch hatte das Handelsministerium gemeldet, dass die Jahresrate des PCE-Preisindex im August von 3,3% auf 3,0% zurückgegangen war. Unterdessen kann der ehemalige US-Notenbankchef Jerome Powell aufatmen.
Am Mittwochabend hatte nämlich ein unabhängiger Aufseher einen Schlussstrich gezogen unter die Debatte um Renovierungsarbeiten bei der Fed. Das Office of the Inspector General veröffentlichte einen Bericht, der Vorwürfe strafbaren Verhaltens zurückwies. Diese hatte US-Präsident Trump in seinem Streit mit Powell erhoben. Trump hatte gemeint, dass deutliche Kostenüberschreitungen bei der Renovierung der Zentrale in Washington kriminell seien.
Das ursprüngliche Budget für das Projekt hatte bei 1,3 Mrd. Dollar gelegen. Die Kosten beliefen sich schließlich auf 2,4 Mrd. Dollar.
„Das ist Jerome Powells Schuld, und er sollte gezwungen werden, sofort zurückzutreten! “, hatte Trump gepostet. Ansonsten solle die Regierung ihn „wegen Korruption oder Inkompetenz verklagen, die beide inakzeptabel sind“. Im Kern ging es dem Präsidenten darum, mit juristischen Druckmitteln Powell und die Notenbank zu Zinssenkungen zu zwingen.
Obwohl sich der Vorstand der Federal Reserve nicht strafbar machte, erhebt der 120 Seiten lange Bericht dennoch substanzielle Vorwürfe bezüglich des Managements. Das Direktorium habe weder den Vertrag noch die Kostensteuerung „effektiv ausgeführt“, hieß es. Frankreichs Sparkurs soll die Nervosität am Anleihemarkt dämpfen. Doch steigende Renditen und hohe Zinslasten nähren Zweifel, ob Paris sein Defizit in den Griff bekommt.
Die Sorgen um die fiskalische Stabilität Europas wachsen. Ökonomische Sorgen haben in Deutschland zugenommen: Inflation, Steuern, Sozialleistungen, Konjunktur und Überforderung des Staates rangieren ganz vorne, der Klimawandel rutscht auf Platz 20. Die US-Konjunktur hängt weit stärker an der KI-Entwicklung, als neuere Erzählungen vorgaukeln, die von einer breiteren Abstützung der Wachstumskräfte berichten. Damit steigt auch die Krisengefahr durch Zweitrundeneffekte über Börsen, Kreditmärkte und Zuliefererketten.
Andrew Bailey fürchtet Schocks an den Finanzmärkten, die eine Neubewertung von KI nach sich ziehen könnte. Den britischen Finanzstabilitätshütern macht die Schuldenfinanzierung der KI-Investitionen Sorgen. Die US-Regierung fordert von Deutschland und Frankreich laut Insidern die Freigabe ihrer Dieselreserven und stellt andernfalls einen Exportstopp in Aussicht. Präsident Donald Trump wolle so vor den Zwischenwahlen die Kraftstoffpreise senken.
Berlin mahnt koordinierte Lösungen an. In Japan hellt sich die Stimmung in der Großindustrie zum sechsten Mal in Folge auf. Trotz des Arbeitskräftemangels verschärft die Regierung jedoch die Anforderungen an Ausländer für dauerhafte Aufenthaltsgenehmigungen.
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