Ori-Macher Thomas Mahler hält komplette KI-Spiele für fern. Selbst Spitzenmodelle scheiterten für ihn bereits an einer Seite guter Prosa.
Thomas Mahler hält wenig von der Vorstellung, dass künstliche Intelligenz schon in den kommenden Jahren komplette und ausgereifte Videospiele produzieren könnte. Der Chef von Moon Studios, bekannt für Ori and the Blind Forest, Ori and the Will of the Wisps und No Rest for the Wicked, hat nach eigenen Angaben ausführlich mit aktuellen Spitzenmodellen experimentiert.
Sein Ergebnis fällt deutlich nüchterner aus als manche Prognose zur Zukunft der Spieleentwicklung. Mahler reagierte auf der Plattform X auf die Erwartung, KI könne schon bald ganze Spiele weitgehend selbstständig erstellen. Für wahrscheinlich hält er dieses Szenario zumindest auf absehbare Zeit nicht. Die Systeme seien davon weiterhin deutlich entfernt.
Als Beispiel nennt Mahler ausgerechnet einen Bereich, der für generative Modelle vergleichsweise naheliegend erscheint: das Schreiben.. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf"Alle externen Inhalte laden" bestätigen:Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unsererNach Mahlers Einschätzung schaffen selbst aktuelle Spitzenmodelle noch keine einzelne Seite Prosa auf dem Niveau eines guten Schriftstellers.
Ihm fehle dabei vor allem die gezielte kreative Absicht, die sich in den Texten erfahrener Autoren erkennen lasse. Als Beispiele nennt er unter anderem Ernest Hemingway und William Shakespeare. Ein komplettes Spiel verlangt schließlich deutlich mehr als zusammenhängenden Text. Grafik, Animationen, Programmcode, Spieldesign, Musik, Balancing und die Abstimmung dieser Bereiche müssen am Ende zu einem funktionierenden Produkt zusammengeführt werden.
Auch viele der derzeit gezeigten KI-Demos überzeugen Mahler deshalb noch nicht. Insbesondere der Schritt von einem technisch interessanten Experiment zu einem Produkt, für das Spieler tatsächlich Geld ausgeben, sei eine eigene kreative Aufgabe.. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf"Alle externen Inhalte laden" bestätigen:Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt.
Mehr dazu in unserer Das bedeutet allerdings nicht, dass der Moon-Studios-Chef generative KI grundsätzlich ablehnt. Bereits im Juli erklärte Mahler in einem Interview mit Wccftech, dass das Studio solche Werkzeuge durchaus für bestimmte Aufgaben einsetzt. Als Beispiel nannte er einen Gameplay-Designer, der Informationen für Animatoren ursprünglich in einer umfangreichen Excel-Tabelle zusammentragen wollte. Mahler ließ stattdessen mit KI einen kleinen Exporter erstellen, der die benötigten Daten automatisiert bereitstellt.
Damit zieht Mahler eine recht konkrete Grenze. Zeitaufwendige und repetitive Aufgaben dürfen aus seiner Sicht automatisiert werden. Bei Artworks, Geschichten oder Dialogen seien die Resultate bisher dagegen zu generisch beziehungsweise qualitativ deutlich schwächer als die Arbeit erfahrener Entwickler. Moon Studios wolle bei diesen Bereichen zudem möglichst direkt die Kontrolle über das Ergebnis behalten.
Interessant ist die Aussage auch mit Blick auf deutlich optimistischere Prognosen aus der KI-Branche. Elon Musk kündigte im Oktober 2025 an, das xAI Game Studio werde noch vor Ende 2026 ein „großartiges KI-generiertes Spiel“ veröffentlichen. Ob sich die Einschätzungen langfristig bestätigen, bleibt offen. Mahler bezieht sich ausdrücklich auf seine Erfahrungen mit den derzeit verfügbaren Modellen.
Dass sich deren Fähigkeiten weiterentwickeln, stellt er nicht grundsätzlich infrage. Von der Vorstellung, dass ein Prompt kurzfristig ein vollständiges, marktreifes Spiel ersetzt, hält der Entwickler derzeit jedoch wenig. Thomas Mahler hält vollständig KI-generierte, ausgereifte Spiele in den nächsten Jahren für unwahrscheinlich. Selbst aktuelle Spitzenmodelle würden seiner Einschätzung nach noch keine einzelne Seite überzeugender Prosa mit gezielter kreativer Absicht erzeugen.
Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Sollten Sie noch keinen Extreme-Account haben, laden wir Sie zu einerMoon-Studios-Chef Thomas Mahler hält vollständig KI-generierte Spiele in den nächsten Jahren für unrealistisch. Schon beim Schreiben sieht er selbst aktuelle Spitzenmodelle klar hinter guten Autoren.
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