Konjunkturhoffnungen versus Ölpreis, Inflation und Zinsängste

Deutschland Nachrichten Nachrichten

Ulrich Kirstein mit dem Marktbericht von gettex

Die deutschen Aktienmärkte haben eine durchwachsene Woche mit deutlich schwankenden Kursen hinter sich. Wie gehabt beeinflussten dabei vor allem die Entwicklung des Ölpreises sowie Inflationssorgen die Entwicklung an den Börsen.

Zudem wurden die Aktienkurse durch den anhaltenden Renditeanstieg am Rentenmarkt belastet. Dem standen teilweise besser als erwartet ausgefallene Konjunkturzahlen gegenüber.

Darüber hinaus setzten die Anleger wieder verstärkt auf High-Tech- und KI-Aktien. Unter dem Strich legte der Deutsche Aktienindex im Wochenvergleich 0,4 Prozent auf 25.408,64 Punkte zu. Der MDax verlor 0,2 Prozent und ging am Freitag mit 31.031,35 Zählern aus dem Markt. Der Tech-Dax zeigte erneut die beste Performance unter den wichtigsten deutschen Indizes und verbesserte sich um 0,7 Prozent auf 3.975,48 Punkte.

Der m:access All Share gab um 0,9 Prozent auf 933,07 Zähler nach. Unter den Dax-Aktien standen wie bereits in der Vorwoche vor allem Automobilwerte unter Druck. Dafür zeichneten etliche negative Nachrichten der Hersteller verantwortlich. Größter Verlierer waren dabeiunter die Räder.

Nachdem das Unternehmen seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das laufende Jahr deutlich gesenkt hatte, stürzte der Kurs in der vergangenen Woche um 15,7 Prozent auf ein neues Rekordtief ab. Insgesamt hat der Titel seit Jahresanfang nun über 63 Prozent verloren. Die deutschen Anleihemärkte haben in der vergangenen Woche ihre Abwärtstendenz fortgesetzt. Händler führten dies vor allem auf die weiterhin bestehenden Inflationssorgen zurück.

Darüber hinaus wurden die Notierungen auch dadurch belastet, dass inzwischen immer mehr Marktteilnehmer weitere Zinsschritte der führenden Notenbanken erwarten. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe erhöhte sich im Wochenvergleich um 9 Hundertstel auf 3,62 Prozent. Die Umlaufrendite kletterte um 6 Hundertstel auf 3,55 Prozent. Die US-Aktienmärkte haben in den letzten fünf Handelstagen nach einem sehr volatilen Geschäft insgesamt fester präsentiert.

Getrieben wurde die Entwicklung dabei vor allem durch Hoffnungen auf eine Einigung zwischen dem Iran und den USA auf eine Öffnung der Straße von Hormus und durch Gewinne bei High-Tech-Werten. So verbesserte sichbeispielsweise um 13,0 Prozent.

Dagegen belastete die Entwicklung am Anleihemarkt die Aktienkurse auch weiterhin. So lag die Rendite 10-jähriger US-Treasuries im späten Handel am Freitag bei 5,16 Prozent – und damit auf dem höchsten Stand seit 2007. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen erreichte mit 5,49 Prozent sogar das höchste Niveau seit 2004. Die starke Kursentwicklung von High-Tech-Werten spiegelt sich auch in den führenden US-Indizes wider.

So legte der tech-lastige Nasdaq-Composite-Index im Wochenvergleich um 2,0 Prozent auf 27.068,72 Punkte zu. Der marktbreite S&P-500-Index gewann 1,2 Prozent und ging mit 7.743,41 Punkten ins Wochenende. Der Dow-Jones-Index verbesserte sich dagegen nur um 0,3 Prozent auf 51.828,62 Zähler. Dass der Vierklang aus Ölpreisentwicklung, Zinsängsten, Inflationssorgen und Konjunkturhoffnungen auch in der neuen Woche maßgeblich das Geschehen an den deutschen Aktienmärkten bestimmen wird, gilt unter Analysten und Marktbeobachtern als ausgemacht.

Die Volatilität des Ölpreises ist dabei inzwischen hinlänglich bekannt. Gleich am heutigen Montag stellt sich dabei allerdings doch die Frage, wie der Preis für Brent & Co. darauf reagiert, dass US-PräsidentEbenfalls bereits am Montag erhoffen sich die Anleger von Christine Lagarde Hinweise darauf, wie wahrscheinlich eine weitere Leitzinserhöhung in der Eurozone ist. Denn am Nachmittag ist die EZB-Präsidentin im Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments zu Gast.

Dass sich Lagarde dabei Konkretes über die weitere Zinspolitik entlocken lässt, ist höchst unwahrscheinlich. Umso mehr kommt es also darauf an, wie die Auguren das, was sie zwischen den Zeilen sagt, interpretieren. Dabei werden die neuesten Inflationszahlen für Deutschland und die Eurozone dafür sorgen, dass Thema Leitzinsen während der gesamten Woche im Fokus bleiben wird. Gleiches gilt auch für die neuesten Arbeitslosenzahlen.

Am Mittwoch werden diese für Deutschland und am Freitag für die Eurozone veröffentlicht. Ein ähnliches Szenario gilt für die USA. Die US-Börsen gehen inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von 64 Prozent davon aus, dass die US-Notenbank Fed bereits im Oktober die Leitzinsen ein weiteres Mal erhöht. Ob das aber tatsächlich der Fall sein wird, hängt vor allem davon ab, wie stabil die Konjunkturentwicklung ist.

Einer der wesentlichen Indikatoren dafür ist die Entwicklung am. Nach einer Reihe vorgelagerter Arbeitsmarktdaten steht dabei am Freitag der neue Arbeitsmarktbericht für die USA auf der Agenda – und der ist üblicherweise für die weitere Geldpolitik der Fed sehr wichtig. Zentrale Frage ist dabei, wie viele neue Stellen in den USA zuletzt geschaffen wurden. Im Juli waren unter dem Strich 162.000 neue Stellen hinzugekommen.

Dieser Wert hatte weit über den Markterwartungen gelegen.für Dienstag und Mittwoch zu einer zweitägigen Kapitalmarktveranstaltung geladen. Damit steht fest, dass die Automobilbranche auch in der aktuellen Woche im Blickpunkt der Anleger stehen wird. Gleiches gilt unverändert für die KI- und High-Tech-Aktien – zumal der US-Halbleiterherstelleram Mittwoch seine neuesten Quartalszahlen veröffentlicht. Die Umsatzprognose liegt dabei bei rund 50 Milliarden US-Dollar und einem bereinigten Ergebnis von ca. 31 Dollar je Aktie.

Die von Micron selbst geschürten Erwartungen sind damit riesig. Denn im vergleichbaren Vorjahresquartal hatte das Unternehmen lediglich 11,3 Milliarden Dollar umgesetzt und einen Gewinn von etwas über 3 Dollar je Aktie ausgewiesen. Von solchen Werten können die Verantwortlichen beim kriselnden Sportartikel-Marktführernur träumen. Ob der Konzern aber zumindest auf dem Weg der Besserung ist, wird sich am Donnerstag nach Börsenschluss in den USA zeigen.

Denn dann legt Nike neue Quartalszahlen vor. Entwicklung der Einzelhandelsumsätze in Deutschland; Arbeitslosenzahlen Deutschland; Verbraucherpreisindex Deutschland; ADP Beschäftigungsänderung USA; Entwicklung der Konsumausgaben in den USA; Einkommensentwicklung USA; Bruttoinlandsprodukt USA. HCOB Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes für Deutschland und die Eurozone; Erstanträge zur Arbeitslosenunterstützung in den USA; ISM Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA; ISM Beschäftigungsindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA.ist Pressesprecher der Börse gettex.

Der Betriebswirt und Kunsthistoriker schreibt über Literatur und Börse, interviewt alle 14 Tage in Börse am Donnerstag den Leiter Marktsteuerung und hat u.a. mit Christine BortenlängerUm die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Volkswagen vz. nach folgenden Kriterien zu filtern. Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt.

Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen. Weniger Werbung, Zugang zu exklusiven Features, AI Aktien Analyse & uvm. Kostenlos anmelden, alles inklusive

Rubbel die nächste Story frei

0% freigerubbelt · 100 Pkt.
GooglePlease follow us on Google to support us
Wir haben diese Nachrichten zusammengefasst, damit Sie sie schnell lesen können. Wenn Sie sich für die Nachrichten interessieren, können Sie den vollständigen Text hier lesen. Weiterlesen:

FinanzenNet /  🏆 78. in DE

 

Deutschland Neuesten Nachrichten, Deutschland Schlagzeilen

Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.

ÖLPREIS (Brent): Konsolidierung setzt sich fort – Aufwärtstrend bleibt maßgeblichÖLPREIS (Brent): Konsolidierung setzt sich fort – Aufwärtstrend bleibt maßgeblichÖlpreis (Brent) Tagesausblick für Donnerstag, 01. Oktober: Brent bewegte sich am Mittwoch innerhalb der Handelsspanne der Vortage seitwärts weiter. Die Notierungen testeten erneut den Bereich um 101,98 USD und konnten sich davon ausgehend wieder moderat nach oben absetzen.
Weiterlesen »

(3⁺) ÖLPREIS (Brent): Ausbruch aus der Konsolidierung(3⁺) ÖLPREIS (Brent): Ausbruch aus der KonsolidierungÖlpreis (Brent) Tagesausblick für Freitag, 02. Oktober: Am Donnerstag zeigte sich Brent wieder deutlich fester. Die Notierungen starteten im Handelsverlauf dynamisch nach oben durch und brachen aus dem kurzfristigen Abwärtstrend der Vortage aus.
Weiterlesen »

Das sind die Gründe: Hormus öffnet langsam wieder - doch der Ölpreis bleibt hoch!Das sind die Gründe: Hormus öffnet langsam wieder - doch der Ölpreis bleibt hoch!© Foto: DHT HoldingsDurch Hormus fließt wieder mehr Öl, die Exporte aus Nahost erreichen fast zwei Drittel des Vorkrisenniveaus. Trotzdem bleibt Brent über 100 Dollar. HSBC sieht dafür triftige Gründe
Weiterlesen »

Aramco dreht den Ölhahn auf: Aramco meldet Pipeline-Comeback - das könnte den Ölpreis unter Druck setzenAramco dreht den Ölhahn auf: Aramco meldet Pipeline-Comeback - das könnte den Ölpreis unter Druck setzen© Foto: SOPA Images - Sipa USASaudi Aramco fährt die Ost-West-Pipeline stark hoch und bringt wieder mehr Öl an den Weltmarkt. Das entlastet Hormus-Risiken und könnte Brent bremsen Enthaltene Werte: XC0009677409
Weiterlesen »