Bert Rürup erläutert, wie Preise in einer Marktwirtschaft Angebot und Nachfrage verbinden und Knappheiten signalisieren. politische Eingriffe in den Preismechanismus können zu Fehlentwicklungen führen, während der Kraftstoffpreis angesichts seiner geringen Bedeutung für die gesamten Verbraucherausgaben disproportionately stark diskutiert wird.
Bert Rürup ist Chefökonom des Handelsblatts. In einer Marktwirtschaft sind Preise die Bindeglieder zwischen Angebot und Nachfrage, die beide Seiten zum Ausgleich bringen. Preise zeigen Knappheiten an und koordinieren die Vielzahl individueller Entscheidungen.
Gold ist nicht deshalb teurer als Wasser, weil es schöner oder lebenswichtiger ist, sondern weil es knapper ist. Greift die Politik in diesen Mechanismus ein, drohen Fehlentwicklungen – wie einst in der DDR oder heute in Kuba. Ist der staatlich gesetzte Preis zu niedrig, bleiben die Regale leer; liegt er zu hoch, ist die Ware unverkäuflich. Schwankende Preise in einer Marktwirtschaft sind dagegen kein Defekt, sondern Ausdruck eines funktionierenden Marktes.
Höhere Preise signalisieren zunehmende Knappheit – ein Umstand, der in der politischen Debatte oft ausgeblendet wird. Die öffentliche Aufmerksamkeit konzentriert sich derzeit auf einen Preis: den für Kraftstoff. Obwohl die Preise für Benzin und Diesel im Harmonisierten Verbraucherpreisindex nur etwa drei Prozent ausmachen, stehen sie im Fokus der Debatte – als ob Wohl und Wehe Deutschlands sich beim Tanken entscheiden würden.
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