Erst Rangnick, jetzt Baumgart: Immer mehr Fußball-Prominente kritisieren, dass im Kinderspielbetrieb Ergebnisse und Tabellen abgeschafft werden. Zeit für einen genauen Blick auf die laufende Reform.
Was dagegen reduziert werden solle, sei der Druck von außen, sagt auch U16-Nationaltrainer Christian Wück. "Bei den Kindern geht es immer um das Ergebnis, die wollen immer gewinnen, die wollen immer gut spielen.
Wichtig ist, dass es bei den Trainern, Eltern und Verwandten nicht um das Ergebnis geht."Motivation durch Reize von außen wie Druck oder Belohnung nennt sich extrinsisch. Wichtiger sei aber intrinsische Motivation, die von innen komme, sagt Joti Chatzialexiou, der sportliche Leiter der DFB-Nationalmannschaften. "Auch mit Blick auf die Nationalmannschaften und den Profibereich wollen wir Fußballer haben, die intrinsisch motiviert gewinnen wollen und nicht, weil es eine Tabelle gibt." Während sich die öffentliche Diskussion um wegfallende Tabellen kreist, ist die laufende Reform deutlich vielschichtiger. Der DFB hat beim alten Spielbetrieb Schwächen erkannt: Starre Teamgrößen führten dazu, dass einige Kinder kaum oder nur wenig Einsatzzeiten bekamen. Und im Sieben gegen Sieben reißen die zwei Besten eines Teams das Spiel an sich, während die anderen nur wenige Aktionen haben."kein Kind der Welt hat beim Fußball keine Freude" , hat der DFB anderes festgestellt: Viele Kinder hätten im bisherigen Spielsystem Frust erlebt, zu viele kehrten dem Fußball noch in jungen Jahren den Rücken zu. Die neuen Spielformen mit kleineren Teams sollen deshalb den Spaßfaktor erhöhen, mehr Erfolgserlebnisse und Entwicklungschancen für alle Kinder bieten. Profitieren sollen der Profi- wie der Breitensport.Das führt mancherorts zu Unmut, denn die Organisation ist im Detail oft noch nicht ausgereift und ohnehin aufwändiger als bisher.Zudem müssen nun einige ältere Teams, die schon den klassischen Spielbetrieb erlebt haben, umsteigen auf Festivals. Das können Kinder, Trainer und Eltern als Rückschritt empfinden. Im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald hat sich sogar eine alternative E-Jugend-Liga außerhalb des DFB gebildet. Der Deutsche Fußball-Bund setzt darauf, dass sich die Aufregung legen wird, wenn die erste Generation Kinder mit dem System groß geworden ist. Chatzialexiou verweist auch darauf, dass andere Länder den Kinder-Spielbetrieb schon vor Jahren umgestellt haben: Belgien, die Niederlande, die Schweiz und auch England.Dort hat Deutschlands Nationalspieler Jamal Musiala das Fußballspielen erlernt, er spielte im Alter von 7 bis 16 erst bei"In Deutschland gibt es schon für unter Zehnjährige ein Ligensystem, wohingegen das in England bis zur U18 nicht üblich ist. Da hat man viel weniger Druck und mehr Zeit, sich zu entwickeln, man kann viel freier spielen."
Deutschland Neuesten Nachrichten, Deutschland Schlagzeilen
Similar News:Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
- Steffen Baumgart macht BVBs Moukoko überraschendes GeschenkEgal ob Rekordsiege, verlorene Finger, umgefallene Tore oder geplatzte Wechsel über Nacht. König Fußball hat einiges an Kuriositäten zu bieten.
Weiterlesen »
BVB: Moukoko bekommt Baumgart-Mütze - Dortmund-Talent treibt 'Schulden' einSteffen Baumgart macht BVB-Juwel Youssoufa Moukoko ein besonderes Geschenk. Der Köln-Coach löst damit ein Versprechen ein.
Weiterlesen »
Baumgart enttäuscht, aber stolz: 'Wir müssen lernen'Video: Zum Bundesliga-Auftakt zeigte Köln in Dortmund eine starke Leistung, stand am Ende aber trotzdem mit leeren Händen da. FC-Trainer Steffen Baumgart fiel es deswegen auf der Pressekonferenz nach dem Spiel schwer, das Spiel abschließend zu analysieren.
Weiterlesen »
Baumgart 'fällt es schwer, die richtigen Worte zu finden'Der 1. FC Köln hatte sicherlich mehr als ein spätes 0:1 in Dortmund verdient. Fand nicht nur Trainer Steffen Baumgart, der nach Spielschluss seine kultige Kappe an einen BVB-Spieler abgab.
Weiterlesen »
- 'Hatte Schulden bei ihm': Darum bekam Moukoko die berühmte Schiebermütze von Köln-Trainer BaumgartNach der Pleite in Dortmund nahm Köln-Trainer Steffen Baumgart seine berühmte Schiebermütze vom Kopf und überreichte sie BVB-Stürmer Youssoufa Moukoko.
Weiterlesen »
