Ein neues Paper reduziert die angenommene Sicherheit von 1024-Bit-RSA, indem es Signaturen fälscht. Doch die Methode ist in der Praxis kaum relevant.
Einem Forscherteam um Laura Shea und Nadia Heninger von der University of California San Diego gelang es, Signaturen für einen 1024-Bit- RSA -Schlüssel zu fälschen, ohne dessen Modul zu faktorisieren.
Das ist etwas Besonderes, weil man eigentlich dachte, das Erstellen gültiger Signaturen sei nur mit dem geheimen RSA-Schlüssel möglich, den man nur durch das enorm aufwendige Faktorisieren errechnen kann. Wirklich geknackt ist RSA-1024 deshalb jedoch noch lange nicht. Die Schwierigkeit, RSA zu knacken, liegt darin, das sogenannte RSA-Modul zu faktorisieren, welches Teil des öffentlichen Schlüssels ist. Das Modul besteht aus dem Produkt zweier gigantischer Primzahlen: Der Hinweg in Form der Multiplikation ist leicht zu berechnen, der Rückweg unfassbar schwierig.
Der Aufwand, aus dem RSA-Modul wieder zurück auf die Faktoren und damit auf den privaten Schlüssel schließen zu können, gilt allgemein als Maßstab dafür, wie sicher die unterschiedlich großen RSA-Module sind.
“ drehen den Spieß um: Mit einem bisher theoretischen Angriff von 2007, den die Autoren ohne KI implementiert und ausgeführt haben, umgehen sie die Schwierigkeit, RSA-Module zu faktorisieren, und fälschen stattdessen Signaturen für einen 1024-Bit-RSA-Schlüssel. Der Angriff erforderte insgesamt circa 1380 CPU-Jahre über eine Dauer von fünf Monaten, was deutlich weniger ist als die geschätzten 500.000 bis eine Million CPU-Jahre für die Faktorisierung eines vergleichbaren 1024-Bit-RSA-Moduls.
Die Autoren veröffentlichten den gesamten, dass ihr Angriff in den meisten heutigen RSA-Anwendungen nicht funktioniert: Es müssen besondere Bedingungen zutreffen, weswegen die allermeisten heute verwendeten RSA-Signaturen mit PKCS- oder PSS-Padding nicht davon betroffen sind . Für die meisten RSA-Anwendungen besteht durch diesen Angriff also keine unmittelbare Gefahr. Langfristig steht RSA ohnehin vor der Ablösung: Ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer könnte mithilfe des Shor-Algorithmus RSA-Module effizient faktorisieren. Für den Fall, dass solche Quantencomputer irgendwann Realität werden, steht mit der Post-Quanten-Kryptografie bereits
Rubbel die nächste Story frei
IT Kryptoanalyse RSA Security Verschlüsselung Wissenschaft
Deutschland Neuesten Nachrichten, Deutschland Schlagzeilen
Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
1 Jahr, 6 Meter Eis weg: Forscher zeigt „traurigen“ Gletscher-Verlust in der SchweizNeue Fotos des größten Alpen-Gletschers zeigen, wie viel Eis-Masse der Große Aletsch in nur einem Jahr verloren hat. Aktuelle Messdaten bestätigen gewaltige Eis-Rückgänge in der Schweiz – und die Aussichten sind düster.
Weiterlesen »
Forscher will kinderlosen Männern helfen und kastriert Affen: „Man wünscht mir nichts Gutes“Als Wissenschaftler führt Stefan Schlatt Tierversuche durch. Diese sind hoch umstritten. Die Ablehnung bekommt Schlatt auch von Kollegen zu spüren.
Weiterlesen »
Therapien bei Querschnittslähmung: Wie Forscher um jede kleine Bewegung kämpfenQuerschnittslähmungen galten lange als nicht therapierbar. Aber derzeit ist viel Bewegung in der Forschung. Ein Blick auf die verschiedenen Ansätze und die Fortschritte für Betroffene. Sommer 2025, ein
Weiterlesen »
„Man wünscht mir nichts Gutes“: Forscher will kinderlosen Männern helfen und kastriert AffenAls Wissenschaftler führt Stefan Schlatt Tierversuche durch. Diese sind hoch umstritten. Die Ablehnung bekommt Schlatt auch von Kollegen zu spüren.
Weiterlesen »
