Ein Waldweg an der Ostsee führt nicht nur durch die Natur, sondern auch vorbei an lebensgroßen Skulpturen umstrittener Politiker.
Ein Waldweg an der Ostsee führt nicht nur durch die Natur, sondern auch vorbei an lebensgroßen Skulpturen umstrittener Politiker. Der ungewöhnliche Spaziergang ist kostenlos und gerade einmal 1,3 Kilometer lang.
Wer beim Wandern vor allem Ruhe, Natur und schöne Ausblicke sucht, dürfte bei diesem Ausflugsziel zunächst überrascht sein. Denn im Wald von Klein Strömkendorf in Mecklenburg-Vorpommern stehen einige ziemlich bekannte Gesichter.führt an lebensgroßen Skulpturen von Politikern vorbei, die in der Geschichte für reichlich Kontroversen gesorgt haben. Im Volksmund hat der Weg deshalb einen deutlich weniger förmlichen Namen bekommen. Die Idee hinter dem Skulpturenweg stammt von Marita Gronau, der Besitzerin des historischen Gutshauses Klein Strömkendorf.
Die Figuren stehen teilweise auf dem Grundstück des Gutshauses und teilweise im angrenzenden Wald. Die erste Statue war Lenin. Danach kamen weitere politische Persönlichkeiten hinzu. Die Figuren sind dabei nicht einfach klassische Denkmäler: Sie stellen die jeweiligen Personen in teilweise bewusst ironischen oder zugespitzten Situationen dar.
So wird beispielsweise Donald Trump mit ausgestrecktem Mittelfinger dargestellt. Der Weg ist damit weniger eine klassische Wanderroute als ein Spaziergang zwischen Natur und politischer Satire. Ursprünglich waren weitere Figuren geplant. Auch Wladimir Putin sollte einmal Teil des Skulpturenwegs werden.
Eine polnische Gießerei, bei der die Figuren angefertigt werden, wollte eine solche Statue angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine allerdings nicht herstellen. Inzwischen hat Gronau die Idee wieder verworfen. Auch Adolf Hitler und Josef Stalin sollen dort nach Angaben der Besitzerin nicht aufgestellt werden, bei gewissen Personen ziehe sie die Grenze. Wer nach dem Weg sucht, sollte wissen: Der offizielle Name lautet"Lehrpfad der unholdigen Personen".
Bekannt ist die Anlage allerdings auch unter dem Spitznamen"Arschlochpfad", der sich im Laufe der Zeit eingebürgert hat. Wer den Weg besuchen möchte, muss sich davon allerdings nicht abschrecken lassen. Es handelt sich um einen kurzen und unkomplizierten Spaziergang durch den Wald – nicht um eine anspruchsvolle Wanderung. Der Lehrpfad ist etwa 1,3 Kilometer lang und kann kostenlos besucht werden.
Bestimmte Öffnungszeiten gibt es ebenfalls nicht. Damit lässt sich der Spaziergang problemlos mit einem Ausflug an die Ostsee verbinden. Wer mit Hund unterwegs ist, sollte allerdings darauf achten, dass dieser angeleint bleibt. Im Wald leben zahlreiche Tiere, die durch frei laufende Hunde gestört oder gejagt werden könnten.
Als beste Zeit für einen Besuch gelten laut der Besitzerin die Monate April bis Oktober. Allerdings kommen auch im Winter immer wieder Menschen vorbei. Nach dem Spaziergang lädt Gronau Besucher außerdem zu Kaffee und Kuchen im Gutshaus ein.nahe der Ostseeküste. Von Rostock und Schwerin aus ist der Ort mit dem Auto in etwa 40 Minuten erreichbar.
Von Lübeck dauert die Fahrt etwas mehr als eine Stunde. Malerische Altstadt und Burg über dem Main: Dieser Ort ist ein echter Geheimtipp für deinen Trip im HerbstBis zu 30 Euro Eintritt: Venedig immer teurer – diese malerische Lagunenstadt ist die viel günstigere Alternative Das Gutshaus selbst blickt auf eine lange Geschichte zurück und wurde in seiner heutigen Form im 19. Jahrhundert errichtet. Auf dem Gelände gibt es neben Unterkünften auch ein Motorradmuseum.
Damit bietet sich der Skulpturenweg vor allem für diejenigen an, die bei einem Ostsee-Ausflug einmal etwas anderes sehen möchten als Strand, Seebrücke und Promenade.
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