Der schwedische Hersteller Markslöjd ruft die Pendelleuchten des Modells Heaven zurück, da ein technischer Fehler zu lebensgefährlichen Stromschlägen führen kann. Eine Rückerstattung des Kaufpreises wird jedoch nicht angeboten.
Eine eigentlich elegante Ergänzung für das moderne Wohnambiente kann sich plötzlich in eine tödliche Falle verwandeln. Der schwedische Beleuchtungshersteller Markslöjd sieht sich derzeit mit einem schwerwiegenden Sicherheitsproblem konfrontiert, das seine Kunden betrifft.
Im Zentrum der Kritik steht das Designer-Modell namens 'Heaven'. Was auf den ersten Blick wie ein stilvolles Accessoire wirkt, birgt in Wahrheit ein enormes Risiko: Das gesamte Metallgehäuse der Leuchte kann unter elektrischer Spannung stehen. Für jeden, der die Lampe berührt, bedeutet dies im schlimmsten Fall eine lebensgefährliche Situation, da ein Stromschlag unmittelbar zum Tod führen kann. Die technische Ursache für diesen gefährlichen Zustand liegt laut Herstellerangaben in einer falsch positionierten Anschlussklemme im Inneren des Produkts.
Unter bestimmten Bedingungen kann es dazu kommen, dass diese Klemme mit einem längeren Deckenhaken in Kontakt gerät. Wenn die Leuchte zudem nicht ordnungsgemäß an einen Schutzleiter angeschlossen ist, gibt es keine Sicherheitsvorrichtung, die den Strom ableitet, wodurch die gesamte Metallstruktur der Lampe unter Spannung gerät. Die betroffenen Produkte sind spezifische Pendelleuchten, die unter den Artikelnummern 107559 und 107560 vertrieben wurden.
Kunden, die diese Modelle in ihrem Zuhause installiert haben, werden dringend gebeten, die Chargennummern auf dem Etikett an der Innenseite des Baldachins zu prüfen. Die Gefahr ist dabei nicht nur theoretischer Natur, sondern eine reale Bedrohung für die Sicherheit im privaten Wohnraum. Markslöjd hat daraufhin eine freiwillige Rückrufaktion eingeleitet, um die potenziellen Gefahrenquellen zu eliminieren.
Dass eine so hochwertige Marke wie Markslöjd, die in Nordeuropa zu den führenden Anbietern von Beleuchtungslösungen zählt, einen solchen Fehler in ihrer Produktion hatte, sorgt für Erstaunen. Die Produkte werden nicht nur über den eigenen Online-Shop vertrieben, sondern sind auch in großen Möbelhäusern wie XXXLutz oder bei spezialisierten Händlern wie Lampenmeister erhältlich, was die Reichweite der betroffenen Produkte erheblich erhöht. Besonders kontrovers wird jedoch die Art und Weise diskutiert, wie das Unternehmen mit den betroffenen Kunden umgeht.
Trotz der Schwere des Fehlers und der potenziell tödlichen Gefahr sieht die Rückrufaktion keine Erstattung des ursprünglichen Kaufpreises vor. Dies löst bei vielen Konsumenten Unverständnis aus, da ein Produkt, das eine direkte Lebensgefahr darstellt, normalerweise ein Recht auf vollständige Rückabwicklung begründen sollte. Statt einer finanziellen Entschädigung bietet Markslöjd lediglich verschiedene Alternativen an, um die Sicherheit wiederherzustellen. Kunden haben die Möglichkeit, ihre Lampen zur Reparatur an den Hersteller einzusenden.
In ganz besonderen, individuell zu prüfenden Fällen wird laut Unternehmen auch ein Ersatzprodukt zur Verfügung gestellt. Auf Nachfragen zur Rückerstattung verweist die Firma jedoch beharrlich auf den Umtausch oder die Instandsetzung der vorhandenen Leuchten. Eine weitere, fast schon ungewöhnliche Option, die der Hersteller seinen Kunden anbietet, ist die sogenannte 'freiwillige Eigenreparatur'. Markslöjd geht davon aus, dass einige seiner Kunden über die notwendigen fachlichen Kenntnisse im Bereich der Elektrotechnik verfügen, um den Fehler selbst zu beheben.
Für diese Zielgruppe stellt das Unternehmen entsprechende Ersatzteile sowie eine detaillierte Anleitung zur Verfügung. Es ist jedoch bemerkenswert, dass für diese Eigenleistung, die eigentlich eine Aufgabe des Herstellers oder eines zertifizierten Fachbetriebs sein sollte, keinerlei Entschädigung in Form von Gutscheinen oder Rabatten gewährt wird. Die Kunden sollen das Risiko und den Aufwand der Reparatur im Grunde selbst tragen, sofern sie die Kompetenz dazu besitzen.
Anders Karlsson, ein Manager bei Markslöjd, betonte in einer Stellungnahme, dass die Abweichung im Rahmen der internen Qualitätskontrollprozesse entdeckt wurde. Er verwies darauf, dass bislang glücklicherweise keine Unfälle oder Verletzungen gemeldet wurden, weshalb der Rückruf präventiv und im Sinne der Produktsicherheit eingeleitet worden sei. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack, da die Verantwortung für die Sicherheit eines Elektrogeräts primär beim Hersteller liegt und die vorgeschlagenen Lösungen aus Sicht vieler Verbraucherschützer unzureichend sind.
Die Situation unterstreicht die Bedeutung einer korrekten Installation durch Fachpersonal, insbesondere wenn es um den Anschluss an den Schutzleiter geht, welcher in diesem Fall die letzte Barriere gegen einen Stromschlag dargestellt hätte
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