AfD bildet Mitglieder für Regierungsämter aus: Ist das verantwortungsvoll oder riskant? Die FOCUS-online-Debatte analysiert die Kommentare.
Die AfD hat damit begonnen, eigene Akademien zur Vorbereitung auf mögliche Regierungsverantwortung aufzubauen. Viele Leser sehen darin einen normalen Schritt einer Partei, die sich personell und organisatorisch auf politische Verantwortung vorbereitet.
Andere verbinden die Pläne mit grundsätzlichen Sorgen über den politischen Kurs der Partei oder zweifeln an ihrer fachlichen Eignung für Regierungsämter. Wieder andere reagieren vor allem mit Spott und Ironie auf die angekündigten Schulungsprogramme. Im Mittelpunkt der Debatte steht damit die Frage, ob die AfD ihren politischen Aufstieg organisatorisch absichern kann und welche Folgen das für die Parteienlandschaft hätte.
Die größte Gruppe der Leser bewertet die geplanten AfD-Akademien als legitimen und professionellen Schritt einer Partei, die sich auf mögliche Regierungsverantwortung vorbereitet. Viele verweisen darauf, dass parteinahe Bildungsangebote oder Nachwuchsprogramme auch bei anderen Parteien seit Jahren existieren. Die Akademien werden deshalb als Zeichen dafür gewertet, dass die AfD langfristig Strukturen aufbauen und fachliches Personal entwickeln wolle. Zahlreiche Kommentatoren verbinden damit zugleich die Hoffnung auf politische Veränderungen, insbesondere in Ostdeutschland.
Tatsächlich verfügt die AfD bislang auf Landes- und Bundesebene kaum über Regierungserfahrung. Gleichzeitig liegt sie in mehreren ostdeutschen Ländern seit Monaten in Umfragen vorn.
"Viele Leute der Altparteien werden ihre gut bezahlten Posten verlieren. Kein Wunder, warum die so eine Panik machen. Viele werden in die freie Wirtschaft müssen oder stempeln gehen. Mit fünfstelligen Gehältern wird aber Schluss sein.
""Richtig schlimm für LiGrü wird es aber, wenn die Bürger im Westen erkennen, dass trotz AfD-Landesregierung weiterhin jeden Morgen die Sonne aufgeht und der vorhergesagte Weltuntergang ausbleibt …""Das ist doch löblich – die bereiten sich wenigstens auf ihre Aufgabe vor und lassen es nicht nur einfach auf sich zukommen, wie so mancher Politiker in der derzeitigen und letzten Regierung. " Ein Teil der Leser sieht im Aufbau der Akademien ein Warnsignal für die Demokratie.
Kommentatoren verweisen auf einzelne Personen aus dem rechten Parteispektrum, frühere Aussagen führender AfD-Politiker oder Kontakte ins rechtsextreme Milieu. Daraus leiten sie die Sorge ab, die Partei könne staatliche Strukturen langfristig politisch verändern. Tatsächlich beobachten mehrere Landesämter für Verfassungsschutz Teile der AfD. Juristisch und politisch bleibt jedoch umstritten, inwieweit sich diese Einschätzungen auf die Gesamtpartei übertragen lassen.
Die AfD weist entsprechende Vorwürfe zurück. Die Kommentare machen deutlich, dass viele Leser die Akademien nicht nur als organisatorisches Projekt sehen, sondern als Ausdruck eines grundsätzlichen politischen Machtanspruchs der Partei.
"Ich kann es nicht fassen, dass die blauen Wähler sich nicht daran stören, dass die AfD eine große Nähe zu einem anerkannten Kriegsverbrecher pflegt. Der moralische Aspekt ist niederschmetternd. Der politische Aspekt erbärmlich.
""Ich halte nichts von der AfD. Diese Partei will deutschnational sein und macht gemeinsame Sache mit Putin, China und Trump und fällt der Ukraine in den Rücken.
"Andere Leser interpretieren die Akademie-Offensive vor allem als Hinweis auf fehlende Erfahrung innerhalb der Partei. Sie argumentieren, politische Führung lasse sich nicht in Seminaren vermitteln, sondern entstehe durch langjährige Arbeit in Parlamenten, Behörden und Ministerien. Einige erwarten deshalb, dass die AfD bei erster Regierungsverantwortung schnell an praktischen Problemen scheitern könnte. Tatsächlich war die Partei bislang an keiner Landes- oder Bundesregierung beteiligt.
Gleichzeitig hat sie in mehreren Kommunen bereits einzelne Landrats- und Bürgermeisterämter übernommen. Tatsächlich müssen Oppositionsparteien bei wachsendem Einfluss häufig kurzfristig geeignetes Personal für Regierungsämter aufbauen.
"Die AfD. Diese Laientruppe, die scheinbar erst noch Regierungshandwerk lernen muss, will also im Osten regieren. Da ist Versagen vorprogrammiert. Die Enttäuschung der Wähler wird die Partei zerreißen.
Das wird enden wie mit Trump.
""Ich hoffe, dass die AfD im Osten irgendwo regieren muss. Dann wird sie sich innerhalb von Wochen entzaubern. Alles, was sie verspricht, ist nicht umsetzbar. Und schon gar nicht in einem Bundesland.
Die AfD wird versagen und dann schrumpft sie wieder auf 5- bis 10-Prozent-Niveau.
""Neun Jahre hatte die AfD in der Opposition Zeit, politisches Handeln zu üben. Hat sie leider versäumt, weil sie ständig im Angriffsmodus war.
" Ein Teil der Kommentare reagiert vor allem mit Ironie und überspitzten Bemerkungen auf die Akademiepläne der AfD. Leser machen sich über mögliche Unterrichtsinhalte, Personalfragen oder fehlende Fachkompetenz lustig. Häufig greifen die Beiträge frühere Kontroversen um einzelne Politiker oder ideologische Vorwürfe gegen die Partei auf. Andere nutzen die Debatte für allgemeine Seitenhiebe auf den Zustand der Politik insgesamt.
"Seminare in der AfD-Akademie: TikTok-Seminar I, II und III, Russisch für Anfänger und Fortgeschrittene, Demokratie und Fakten: Eine Reise ins Unbekannte …"Wie bewerten Sie die parteinahen Akademien der AfD? Teilen Sie Ihre Position und bringen Sie sich in die Debatte ein! Die zitierten Kommentare geben ausschließlich die Meinungen unserer Leser wieder und wurden inhaltlich nicht verändert. Analyse und Strukturierung erfolgen mithilfe Künstlicher Intelligenz. Die zusammenfassenden Texte und Einordnungen werden redaktionell kuratiert und bearbeitet.
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