Der Chemiestandort Leuna erleidet einen weiteren Rückschlag: Das Amtsgericht Halle hat das Insolvenzverfahren der Leuna-Polyamid GmbH eröffnet. Ein Investor konnte nicht gefunden werden, und die Nylon-Produktion wird nun vollständig eingestellt. Die 140 Mitarbeiter werden bis Januar beim Stilllegen der Anlagen helfen.
Der nächste bittere Schlag für den Chemiestandort Leuna. Das Amtsgericht Halle/Saale hat das Insolvenz verfahren über die Leuna-Polyamid GmbH eröffnet. Die Rettung ist gescheitert, ein Investor wurde nicht gefunden.
Mitarbeiter und Stilllegung der Anlagen
Jetzt werden die Anlagen heruntergefahren und stillgelegt. Die 140 Mitarbeiter wurden darüber informiert, dass das Unternehmen nicht mehr weitergeführt wird. Ihr Arbeitsverhältnis endet Ende Januar. In dieser Zeit helfen die Mitarbeiter noch beim Stilllegen der Anlagen und werden aus der Insolvenzmasse bezahlt.
Die Verhandlungen mit möglichen Interessenten scheiterten endgültig. Am Freitag wurde die Produktion eingestellt. Die letzten Produkte verlassen in den ersten Oktobertagen die Anlage. Danach werden die riesigen Industrieanlagen gesichert, entleert und gereinigt.
"In der Insolvenzmasse ist nicht genügend Geld vorhanden, um die erforderliche Stilllegung und den Rückbau des riesigen Chemie-Areals vollständig zu finanzieren", sagt der Insolvenzverwalter. Deshalb wurden große Teile der Anlage verkauft, darunter die wertvollen Polymer-Reaktoren. Das Land muss nun sicherstellen, dass von den stillgelegten Anlagen keine Gefahren für Sicherheit und Umwelt ausgehen. Die Überwachung des Stilllegungsbetriebs übernimmt die Bergbau- und Chemie-Gewerkschaft (I.G.
Hintergründe zur Insolvenz und Kostenentwicklung
BCE). Die Leuna-Polyamid GmbH, zuvor unter dem Namen LPT bekannt, hatte vor 11 Jahren versucht, das Geschäft mit Polyamid-Granulat in Leuna neu zu beleben. Doch der Neustart misslang. Nach Angaben des Unternehmens verschärften stark gestiegene Energie- und Rohstoffkosten infolge des Iran-Krieges die wirtschaftliche Lage massiv.
Am 17. Juni zog die Geschäftsführung die Reißleine und beantragte das Insolvenzverfahren. Jetzt ist klar: Für den Nylon-Hersteller gibt es keine Zukunft mehr. Während die Anlagen nach und nach abgeschaltet werden, bangen Hunderte Mitarbeiter um ihre berufliche Zukunft.
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