Lok Leipzig scheitert in der Relegation - Fluch der Nordost-Meister hält an

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Seit 2020 blieb zum fünften Mal der Meister der Regionalliga Nordost in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga hängen. Lok Leipzig ereilte dieses Drama nach 2020 und 2025 erneut, worauf nun Trainer Jochen Seitz zurücktrat.

Seit 2020 blieb zum fünften Mal der Meister der Regionalliga Nordost in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga hängen. Lok Leipzig ereilte dieses Drama nach 2020 und 2025 erneut, worauf nun Trainer Jochen Seitz zurücktrat.konnten die Gefühlswelten am Montagabend vor 10.717 Besuchern in der Würzburger Akon Arena unterschiedlicher nicht sein.

Die Gastgeber bejubelten frenetisch einen 2:1-Erfolg. Dieser ließ für die Kickers im zweiten Aufstiegsspiel nach dem 1:0-Sieg vom Hinkampf keine Zweifel am Erreichen der 3. Liga entstehen. Die Würzburger Spieler, die nach vier Jahren in die 3.

Liga zurückkehrten, stürmten wie im Rausch auf den Platz. Schnell wurden weiße Hemden mit dem Slogan „Würzburg ist zurück – Aufstieg 25/26“ übergestreift. Während sich bei den Hausherren wilde Umarmungen und Bierduschen abwechselten, flossen bei den Leipzigern viele Tränen – auf dem Platz und im mit 2000 mitgereisten Anhängern prall gefüllten Gästeblock. Besonders feucht wurde es bei Kapitän Djamal Ziane.

Der populäre Stürmer hat alle drei Nicht-Aufstiege in den letzten sechs Jahren von Lok miterleben müssen. Zuvor war der FCL als Meister 2020 vom SC Verl gestoppt worden, im Vorjahr vom TSV Havelsee. Als sich die trauernde Lok-Mannschaft vor den mitgereisten Anhängern aufstellte, weinte der 34 Jahre alte Ziane minutenlang. Das setzte sich fort, als er am Zaun im Pulk der gelben Wand der Lok-Fans mit Angehörigen und Freunden sprach.

Ziane macht sich sicher nun noch mehr Gedanken über ein mögliches Karriereende. Aber in diesem Moment machte sich Leere bei ihm breit.

„Ich stehe das dritte Mal so da. Es ist schwer die richtigen Worte zu finden. Man wird auch nicht junger“, sagte er in der kleinen Mixed-Zone des größtenteils aus Rohrgerüsttribünen bestehenden „Dalle“, wie das einstige Dallenbergstadion im Volksmund weiterhin genannt wird. Während der Leipziger Trauer zollte selbst die in der Schlussphase vor dem Gästeblock in voller Kampfnatur aufgezogene Polizei Respekt.

Die Beamten lösten die zuvor über die gesamte Grundlinie gehende Kette auf und wichen nach außen aus, um den Fans einen freien Blick auf ihre Spieler zu ermöglichen. Einen Platzsturm gab es weder von den Würzburger noch von den Leipziger Anhängern. Davor hatte der Stadionsprecher mit Durchsagen auch eindringlich gewarnt. , die bisher nur vier von fünf Regionalliga-Meistern den Aufstieg in die die 3.

Liga ermöglicht.

„Euer System ist krank“, stand auf dem riesigen Banner, dass nach Spielschluss im Gästebereich minutenlang hochgehalten wurde. Adressiert war es an jene Fußball-Funktionäre, die seit Jahren eine Änderung verschleppen.

„Es ist keine Sache des Fußballostens und es ist auch kein Ding von Leipzig, sondern eine Ungerechtigkeit, die abgeschafft werden muss“, erklärte Leipzigs Sportdirektor Toni Wachsmuth. „Und da erwarte ich jetzt von Leuten, die in Ämter berufen wurden, auch so viel Schneid, das endlich zu tun. “seit 2020 in jedem der fünf Aufstiegsduelle mit Vertretern anderer Staffeln den Kürzeren gezogen hat.

Neben dem Wiederholungstäter Lok gingen 2022 auch der BFC Dynamo gegen den VfB Oldenburg und 2023 Energie Cottbus gegen die Spielvereinigung Unterhaching leer aus. Zuspruch für die Leipziger gab es von Würzburger Seite.

„Es tut mir extrem leid für die Spieler. Nach dem Abpfiff habe ich sie gesehen. Ich weiß, wie es ist, wenn man in der Relegation verliert“, sagte Kickers-Kapitän Peter Kurzweg. Lok konnte nur ganz kurz nach dem 1:1-Ausgleich von Ziane in der 71.

Minute auf eine Wende hoffen. Doch Würzburg behielt nach Toren von Jermain Nischalke und Cherif Cisse auch im zweiten Vergleich verdientermaßen die Oberhand.

„Wir haben gerackert und bis zum Schluss probiert, das Spiel nochmal auf unsere Seite zu ziehen. Deswegen bin ich unglaublich stolz auf jeden Einzelspieler“, meinte Jochen Seitz. Der Lok-Coach trat dennoch am Dienstag zurück.

Er will vorerst kein neues Traineramt antreten. Durch den verpassten Aufstieg von Leipzig muss der ZFC Meuselwitz in die NOFV-Oberliga absteigen. Hochgeklettert in die Regionalliga sind die Oberliga-Meister SV Tasmania Berlin und RSV Eintracht Stahnsdorf. Letzteres Team wird seine Heimspiele im Stadion des zwölf Kilometer entfernten Liga-Konkurrenten BFC Preussen austragen, weil der Sportplatz in Stahnsdorf nicht viertligatauglich ist.

Und wie geht es bei Lok weiter? Sowohl Chefcoach Seitz als auch Sportdirektor Wachsmuth besaßen laufende Verträge. Seitz ließ aber direkt nach dem Spiel offen, ob er weitermacht. Einen Tag machte er seine Demission offiziell.

Eine dritte Leipziger Meisterschaft in Folge, die 2027 sogar mit dem direkten Aufstieg des Nordost-Vertreters verbunden wäre, ist keinesfalls ein Muss.

„Das Ziel ist es nicht. Aber ich gehe davon aus, dass wir wieder gute Spieler dazubekommen werden“, so Wachsmuth. Am Dienstag gab es das letzte große Treffen in dieser Saison. Die Mannschaft versammelte sich mit den Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern des Vereins, um den Dank für eine an sich großartige Saison auszudrücken.

„Danach gehen das Trainerteam und die Spieler in den wohlverdienten Urlaub, auch um mal ein bisschen abschalten und das Ganze sacken lassen zu können“, sagte Wachsmuth.

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