Luftverkehr: Das doppelte Glück der Passagiere von Flydubai 1073

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Luftverkehr: Das doppelte Glück der Passagiere von Flydubai 1073
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Eine geöffnete Cockpittür und Ersatzpiloten an Bord – dass der vermeintliche Terroranschlag glimpflich endete, ist besonderen Umständen zu verdanken. Das wird eine Debatte über Flugsicherheit nicht verhindern.

Ankunft in Tel Aviv: Der israelische Passagier Yaniv Hayoun , der an Bord der Flydubai-Maschine war, wird am Ben Gurion International Airport empfangen. An seinem T-Shirt sind Blutspuren zu sehen.

– darunter 27 Kinder –, müssen es schreckliche Minuten gewesen sein. Plötzlich sackt das Flugzeug in nur rund 90 Sekunden von 34.000 Fuß auf nur noch 19.000 Fuß ab. Schreie dringen aus dem Cockpit. , hat auf der ganzen Welt für Entsetzen gesorgt.

Bekannt ist bisher: Der Co-Pilot – er stammt den Angaben zufolge aus dem Oman – soll den Kapitän während des Fluges angegriffen und verletzt haben. Die Rede ist von einem Messer. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat aber auch die Möglichkeit erwähnt, dass eine Axt benutzt wurde, die für Notfälle in jedem Flugzeug vorhanden ist. Für den Sturzflug des Jets gibt es zwei Erklärungen: Das Flugzeug war wegen der Auseinandersetzung im Cockpit vorübergehend außer Kontrolle.

Oder der Co-Pilot wollte den Jet zum Absturz bringen – entweder aus einem terroristischen Motiv oder weil er Suizid begehen wollte. Derzeit laufen die Ermittlungen.landen konnte, begründet sich gleich durch doppelt glückliche Umstände. Denn dem schwer verletzten Kapitän indischer Nationalität gelang es mit letzter Kraft, die Cockpittür zu öffnen. Nur deshalb konnten Passagiere in die Kanzel des Jets eindringen und den Angreifer handlungsunfähig machen.

So berichten es Passagiere, die an Bord gewesen waren. Als Held gefeiert: Dieses vom israelischen Außenministerium freigegebene Foto zeigt den aus Indien stammenden Piloten Smit Machchhar, der als Kapitän auf dem Flug FZ 1073 von Flydubai eingesetzt war. Ungewöhnlich daran ist, dass es seit den fürchterlichen Terrorangriffen vom 11. September 2001 Vorschriften gibt, den Zugang zur Flugzeugkanzel besonders zu sichern.

Die Tür besteht aus besonders festem, kugelsicherem Material. Drei Riegel sorgen für einen sicheren Verschluss, die die Tür nur nach Eingabe des richtigen Zahlencodes freigeben. Für Notfälle – etwa wenn die Piloten ohnmächtig würden – gibt es einen speziellen Code, den die Kabinenbesatzung kennt. Wird er eingegeben, ertönt im Cockpit ein Signal und die Piloten können die Tür freigeben.

Reagieren sie nicht, wird die Tür nach etwa 30 Sekunden automatisch entriegelt. Der Haken: Stellen die Piloten den Türhebel im Cockpit statt auf „Norm“ für einen normalen Flugbetrieb auf „Lock/Deny“, nützt auch der Notfallcode nichts. Die Tür bleibt verschlossen. Es ist also möglich, dass ohne den Einsatz des Kapitäns von Flug FZ 1073 das Cockpit verschlossen geblieben wäre.

So kommt als weiterer glücklicher Umstand hinzu, dass sich unter den Fluggästen auch Piloten befanden, die die Steuerung des Jets übernahmen. Zwar berichtete ein Passagier, er habe zunächst das Steuerhorn des Jets nach hinten gezogen und das Flugzeug wieder aus dem Sturzflug heraus stabilisiert. Wie das gehe, habe er in einer Fernsehdokumentation über Flugunfälle gesehen. Ob diese Schilderung allerdings stimmt, kann derzeit nicht überprüft werden.

Denn ein Flugzeug bei einem derart heftigen Sturzflug zu stabilisieren, erfordert viel Pilotenwissen. Fest steht: Ohne die Ersatzpiloten an Bord wäre es vermutlich nicht gelungen, mit dem Flugzeug sicher zu landen. Denn die Boeing 747 Max war schwer beschädigt. Große Teile des Seitenruders am Heck waren abgebrochen.

Dass das Flugzeug ohne diese wichtige Steuereinheit sicher landen konnte, ist daher eine Leistung der Ersatzcrew. Warum nur das Seitenruder beschädigt wurde, es sonst aber nach bisherigen Erkenntnissen keine Schäden an dem Mittelstreckenjet gibt, ist derzeit unklar.

Zudem fällt auf, dass sich ungeachtet des extremen Höhenverlustes keiner der Passagiere ernsthaft verletzte. Dabei war das Flugzeug während des abrupten Sturzfluges enormen Kräften ausgesetzt. Philip Kean, der die Flugschule in Neuseeland leitet, die den Kapitän von Flug FZ 1073 ausgebildet hat, bezeichnet es als Wunder, dass der Jet nicht auseinandergebrochen ist. Er sei für ein solches Manöver nicht ausgelegt.

Auch wenn am Ende alles mit viel Glück gut gegangen ist – der Flydubai-Flug dürfte eine Diskussion über zusätzliche Maßnahmen in puncto Flugsicherheit auslösen. Denn er zeigt, dass eine Terrorgefahr nicht nur vor der Cockpittür lauert, sondern auch dahinter. Emirate wollen 40 Milliarden Euro zusätzlich in Deutschland investieren – Neue Direktverbindung für Berlin Es ist vorgeschrieben, dass die Cockpit- und Kabinenbesatzungen vor einem Flug durch die Sicherheitskontrollen müssen.

Auch für sie ist es nicht leicht, Waffen mit an Bord zu nehmen. So ist es bislang rätselhaft, wie ein Messer an Bord gelangen konnte. Israels Regierung hat nun angekündigt, die Sicherheitsüberprüfung von Piloten zu verschärfen. Es werde einen Identitätscheck für jeden Piloten geben, der nach Israel fliegt, erklärte ein Sprecher von Regierungschef Benjamin Netanjahu gegenüber den Medien.

Ob dazu eine Überprüfung der politischen Gesinnung zählen wird und inwiefern das überhaupt möglich ist, blieb bislang offen. Schifffahrt

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