Manchester City: Vereinschef genießt diplomatische Immunität

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Manchester City: Vereinschef genießt diplomatische Immunität
Manchester City, Khaldoon Al-Mubarak, Diplomatische Immunität

Der Vorsitzende von Manchester City, Khaldoon al-Mubarak, ist dank seiner diplomatischen Immunität als Gesandter der VAE vor rechtlichen Schritten in Großbritannien geschützt. Trotz des schuldigsprechenden Urteils der Premier League wegen finanzieller Verfehlungen über neun Jahre, drohen al-Mubarak selbst keine juristischen Konsequenzen. Die Liga sprach dem Club in allen 115 Anklagepunkten Schuld zu, doch die Immunität könnte weitere Verfahren gegen den Club oder seinen Chef erschweren. Der Verein kündigte Berufung gegen das Urteil an.

Der Vorsitzende des Fußballclubs Manchester City, Khaldoon al-Mubarak, muss im Rahmen des aktuellen Finanzskandal s des Vereins wohl keine juristischen Konsequenzen fürchten - zumindest nicht in Großbritannien.

Der 50-Jährige genießt diplomatische Immunität, da er offiziell als Gesandter der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) in Großbritannien tätig ist. Dies schützt den Vereinschef vor juristischen Schritten im Vereinigten Königreich. Die Premier League hatte Manchester City am Dienstag schuldig gesprochen, über einen Zeitraum von neun Jahren seine Einnahmen künstlich um mehr als 900 britische Pfund aufgebläht zu haben. Die Liga sprach den Top-Club in allen 115 erhobenen Anklagepunkten schuldig.

Diplomatische Immunität erschwert rechtliche Schritte

Al-Mubaraks diplomatische Immunität könnte laut Juristen weitere rechtliche Schritte gegen den Club erschweren. Er sei dadurch weitgehend davor geschützt, in dem Land, in dem er als Gesandter tätig ist, verklagt oder im Rahmen einer strafrechtlichen Untersuchung angeklagt zu werden. Sollte das "Serious Fraud Office" (SFO), eine Strafverfolgungsbehörde für schwere Betrugsdelikte im Vereinigten Königreich, ein Strafverfahren einleiten, müsste es dies nach den zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Fehlverhaltens geltenden Betrugsgesetzen tun.

Diese verlangen von der Staatsanwaltschaft den Nachweis, dass die "leitende Kraft" des Unternehmens - in dem Falle al-Mubarak - an der Tat beteiligt war. Manchester City könnte auch von anderen Vereinen aus der Premier League verklagt werden, wenn diese glauben, durch das Verhalten des Top-Vereins benachteiligt worden zu sein.

"Laut Rechtsanwälten, die nicht an dem Fall beteiligt sind, besteht zudem die Möglichkeit strafrechtlicher Ermittlungen durch das SFO, die Polizei oder andere Behörden", so die "Financial Times". Al-Mubarak, der gebürtig aus den Vereinigten Arabischen Emiraten stammt, ist seit 2008 Vorsitzender des Vereins. Nach Angaben der "Financial Times" wurde der Vereinschef 2020 auf die Liste der diplomatischen Vertretungen von Großbritannien gesetzt.

Keine Hinweise auf persönliches Fehlverhalten von al-Mubarak

"Dies gewährt automatisch Immunität vor strafrechtlichen Ermittlungen und schützt die betreffende Person in den meisten Fällen auch vor zivilrechtlichen Verfahren auf britischem Boden. " Es gebe keinerlei Hinweise auf ein persönliches Fehlverhalten von al-Mubarak, heißt es in der britischen Tageszeitung. Er gehöre zu den vertrauenswürdigsten Beratern des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate und sei zudem der Geschäftsführer des Staatsfonds von Abu Dhabi.

Ein hochrangiger Vertreter der britischen Regierung erklärte gegenüber der Zeitung, dass es sehr seltsam wäre, wenn jemand in al-Mubaraks Position keinen diplomatischen Schutz hätte, denn er sei seit 2006 der Vorsitzende der "Executive Affairs Authority (EAA)". Die Regierungsbehörde berät den Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate und die Regierung. Der britische Fußballverein bezeugte in einer Erklärung nach dem Urteil der Premier League seine Unschuld.

"Wir sind sowohl überrascht, als auch enttäuscht. " Die Entscheidung enthalte "eindeutige wesentliche Fehler in rechtlicher Hinsicht sowie bei Grundsätzen und Tatsachen" und sei daher nicht tragfähig. Manchester City kündigt an, Berufung einlegen zu wollen - das ist noch bis Freitag, den 2. Oktober, möglich.

Sollte die Berufung als unzulässig verworfen werden, wird über die Strafe für Manchester City gesondert entschieden.

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