„Wir beide sind ja auch eitel, aber …“ Mit Gregor Gysi hat sich Markus Lanz einen Talkgast eingehandelt, der den Moderator in Seitenhiebe auf die politische Konkurrenz mit einbezieht.
„Wir beide sind ja auch eitel, aber …“ Mit Gregor Gysi hat sich Markus Lanz einen Talkgast eingehandelt, der den Moderator in Seitenhiebe auf die politische Konkurrenz mit einbezieht.zuletzt gesprochen habe.
„Da waren wir im Fahrstuhl, ich habe guten Tag gesagt und sie auch“, sagt Gysi ungerührt. Er betont, dass das Verlassen der Partei und die Neugründung einer anderen Partei Wagenknechts gutes Recht sei. „Das Einzige, was ich ihr tatsächlich übel nehme, ist, dass sie die Mandate mitgenommen hat“, sagt Gysi. Schließlich habe die Linke denfür diese Politiker bezahlt und organisiert, Plakate geklebt und so fort. „Dann zu sagen: Ich nehme zehn Mandate mit, das finde ich ehrlich gesagt moralisch nicht vertretbar.“sei „in einer existenziellen Krise“. Statt eine „Partei der 1000 kleinen Dinge“ zu sein, müsse sie sich seiner Ansicht nach auf fünf Fragen konzentrieren: „Reale Friedenspolitik, deutlich mehr soziale Gerechtigkeit in Übereinstimmung mit Steuergerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, immer in sozialer Verantwortung, zudem Gleichstellung von Frau und Mann und Gleichstellung von Ost und West.“Nun wundert sich Lanz, dass Migration kein eigener Punkt in dieser Liste ist. Die Journalistin Sabine Rennefanz findet’s clever: Das Thema sei in der Linken schließlich umstritten. Sie fragt aber, wie die von Gysi genannten Kernpunkte zur Spitzenkandidatin Carola Rackete passten. „Ich dachte, der Weg der Linken ist jetzt ökologisch, Umverteilung, Migration, offene Grenzen.“ Gysi beteuert, dem Thema Migration gegenüber sei er offen. Aber: „Die Linke kommt aus der sozialen Frage, und das muss deutlich werden. Unsere Politik muss sich in erster Linie an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer richten, und dann bis zur Mitte der Gesellschaft.“ Lanz wendet ein, gerade die Arbeitnehmer würde das Thema Migration doch beschäftigen. Dabei führt der Lanz eine Konkurrenz um Wohnungen und Jobs in Feld. Daraufhin weist Gysi den Moderator zurecht: Es sei eine Illusion zu glauben, zum Nachteil der Schwächsten in der Gesellschaft könne man die Probleme der anderen lösen. Dann stellt sich heraus, dass Gysi mit seiner Kritik an Sahra Wagenknecht und deren Bündnis Sahra Wagenknecht noch nicht fertig ist: „Sie übernimmt die Europapolitik auch von der AfD.“ Dem über diese Einschätzung erstaunten Lanz empfiehlt Gysi, deren Programm zu lesen. Auch die Asylpolitik übernehme Wagenknecht von der AfD. „Aber die Wirtschaftspolitik will sie machen wie Ludwig Erhardt, das ist, und die Sozialpolitik will sie machen wie die Linken.“ Gysi glaubt, so etwas könne anfangs sogar funktionieren beim Stimmenfang. „Aber dann wird es eine Minusrechnung.“Schließlich blickt Gysi, der in Talkshows meist konzentriert ins Leere schaut, Lanz ins Gesicht. „Wir beide sind ja auch eitel“, sagt er, „aber sind Sie schon mal auf die Idee gekommen, eine Organisation nach Ihnen zu benennen?“ Lanz zögert keine Sekunde mit seiner Reaktion: „Also ich nicht, aber jemand hatte schon mal die Idee, eine Sendung nach mir zu benennen.“
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