Im Jahr 2022 wurden mehr Straftaten gegen vermeintlich Fremde in Mecklenburg-Vorpommern registriert als im Jahr zuvor. Die Zahl der Straftaten in
Im Jahr 2022 wurden mehr Straftaten gegen vermeintlich Fremde in Mecklenburg-Vorpommern registriert als im Jahr zuvor. Die Zahl der Straftaten in Mecklenburg-Vorpommern, die als „fremdenfeindlich“ registriert wurden, hat im vergangenen Jahr zugenommen.
Sie stieg auf 316 registrierte Taten und damit um rund 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie aus der aktuellen Mitteilung zur politisch motivierten Kriminalität des Innenministeriums in Schwerin hervorgeht. Mehrheitlich seien diese Straftaten dem Bereich rechter, politisch motivierter Kriminalität zugeordnet, teilte das Innenministerium mit.Die Gründe für solche Straftaten sind demnach vielfältig: „Anlässe wie Demonstrationen sowie die Anonymität im Internet bieten beispielsweise immer wieder Raum für Straftaten mit fremdenfeindlichem Hintergrund. Der vermehrte Zuzug von Flüchtlingen dürfte ebenfalls eine gewichtige Ursache für diese Handlungen sein“, erklärte das Innenministerium.„Todesstoß für die Insel“: Rügens Aufstand gegen das LNG-Terminal Unter „fremdenfeindlich“ fasst das Bundeskriminalamt nach eigenen Angaben den Teil der Hasskriminalität, der aufgrund der zugeschriebenen oder tatsächlichen Nationalität, ethnischen Zugehörigkeit, Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit des Opfers verübt wird. Laut dem Landesinnenministerium handelt es sich bei den Delikten, die in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Bereich registriert wurden, hauptsächlich um Schmierereien und Straftaten im Internet, etwa um Postings in sozialen Netzwerken. Es habe aber auch handfeste Gewalt gegeben und Personen seien in der Öffentlichkeit zum Beispiel wegen ihrer Hautfarbe beleidigt worden. Aus der Perspektive der Integrationsbeauftragten der Landesregierung, Jana Michael, ist die gestiegene Zahl solcher Straftaten „keine gute, aber auch keine überraschende Nachricht“. Menschen mit Flucht- und Migrationsbiografie hätten Angst, erklärte sie. „Menschen haben auch Angst zuzugeben, dass sie mit Geflüchteten zusammenarbeiten. Das sehen wir auch im Ehrenamt tagtäglich.“ Michael betonte, dass sie eine Spaltung der Gesellschaft wahrnehme und sich mehr Investitionen in die politische Bildung wünsche.Die Vorsitzende des Flüchtlingsrates MV, Ulrike Seemann-Katz, konstatierte, dass es offensichtlich eine Vernetzung rassistischer und rechtsextremer Kreise in Mecklenburg-Vorpommern gebe. Heutzutage sei das durch Social Media einfacher und zeige sich auch daran, dass sich solche Menschen zu Demonstrationen in verschiedenen Städten und Gemeinden in MV wechselseitig besuchten. Wenn das Thema Geflüchtete virulent werde, weil tatsächlich mehr Menschen mit Fluchthintergrund nach Deutschland kämen, könne man das Thema aufgreifen und instrumentalisieren, schilderte Seemann-Katz ihren Eindruck. Dass dann der Weg zu Straftaten nicht so weit sei, habe die Geschichte gelehrt.Nach der Einschätzung der Vorsitzenden des Flüchtlingsrates ist das momentane Aufgreifen dieses Themas bei Protesten aber nicht unbedingt darauf zurückzuführen, dass die Menschen mehr Geflüchtete kennen. „Die allermeisten Menschen, die Angst vor Geflüchteten haben, kennen keinen oder sind noch nie ins Gespräch gekommen mit Geflüchteten“, so Seemann-Katz.
Deutschland Neuesten Nachrichten, Deutschland Schlagzeilen
Similar News:Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Anstieg an registrierten Straftaten im Jahr 2022 – Adler: „Gemeinsam gegensteuern, Gewaltprävention schärfen“ --- (Cityreport24-Nachrichtenblog)Uwe Adler, innenpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion zur Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2022: „Grundsätzlich positiv zu bewerten ist die Langzeitentwicklung der Krimina…
Weiterlesen »
Flucht in den Norden der Welt: Europa kann sein „Flüchtlingsproblem“ nicht auslagernHärterer Grenzschutz, Rückführungen, Aufnahmestopp: Die Asylpolitik in Europa schafft derzeit keine langfristig umsetzbaren Lösungen, sondern Leid und politische Instabilität. Ein Gastbeitrag von RefugeePolitics.
Weiterlesen »
Spielbegegnung Borussia Dortmund II – Hallescher FC – Bundespolizei stellt diverse Straftaten fest --- (Cityreport24-Nachrichtenblog)Dortmund (ots) Die Bundespolizei verzeichnete in der Anreise anlässlich des Fußballspiels Borussia Dortmund II gegen den Halleschen FC im gesamten Zuständigkeitsbereich verschiedene Strafta…
Weiterlesen »
Norwegen: Vier Menschen bei Lawinen im Norden des Landes gestorbenIn Norwegen sind vier Menschen bei mehreren Lawinenabgängen ums Leben gekommen. Auch ein Bauernhof mit mehr als hundert Tieren wurde von den Schneemassen überrollt. Die Polizei warnt vor weiteren Gefahren.
Weiterlesen »
