Nach den jüngsten Berichten über reiche Ausländer, die im Bosnien-Krieg vor 30 Jahren gegen Bezahlung Zivilisten erschossen haben sollen, sind in Österreich Ermittlungen aufgenommen worden. Wie das Justizministerium in Wien mitteilte, richten sie sich gegen einen Staatsbürger und einen weiteren bislang nicht identifizierten Verdächtigen.
"Dass Menschen offenbar dafür bezahlt haben sollen, gezielt auf Zivilistinnen und Zivilisten, sogar auf Kinder, zu schießen, ist kaum vorstellbar in seiner Grausamkeit. " Als sogenannte Scharfschützen-Touristen haben sie den Hinweisen zufolge in den 90er Jahren aus sicherer Entfernung Jagd auf Menschen in den Straßen der damals belagerten Hauptstadt Sarajevo gemacht.
Sie sollen bosnisch-serbischen Streitkräften hohe Summen gezahlt haben, damit diese ihnen die Kriegsverbrechen ermöglichten. Österreichs Ex-Justizministerin Zadic begrüßte die Ermittlungen. Dass Menschen offenbar dafür zahlten, gezielt auf Zivilisten, sogar auf Kinder, zu schießen, sei in seiner Grausamkeit kaum vorstellbar. Nach Recherchen aus Slowenien und Italien hatten sich die Hinweise auf solche Taten verdichtet.
Vor allem Miran Zupanic mit seinem Dokumentarfilm"Sarajevo Safari" und der Journalist Ezio Gavazzeni trugen dazu bei. Weitere mutmaßliche Täter stammen demnach aus Italien, Frankreich, Belgien, der Schweiz oder Russland. Die vierjährige Belagerung Sarajevos durch die bosnischen Serben gehört zu den dramatischsten Ereignissen des Kriegs auf dem Balkan.
Unter dem Dauerbeschuss von Heckenschützen und der serbischen Artillerie auf den umliegenden Hügeln wurden in der von der Außenwelt abgeschnittenen Stadt von April 1992 bis November 1995 etwa 11.500 Männer, Frauen und Kinder getötet und mehr als 50.000 Menschen verletzt.
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